Berlin/Hamburg (dpa/lno) - CDU und FDP in Hamburg haben die Entscheidung des SPD-geführten Bundesfamilienministeriums begrüßt, dem islamischen Dachverband Ditib die Zuschüsse zu kürzen. "Das ist ein richtiger und notwendiger Schritt", sagte die Religionsexpertin der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Anna von Treuenfels-Frowein, am Mittwoch. Ähnlich formulierte es die CDU: Während Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Vorwürfe gegen Ditib ignoriere oder sogar relativiere, und Rot-Grün in Hamburg die Zusammenarbeit mit Ditib ohne Konsequenzen fortsetze, handele die Bundesregierung und drehe Ditib auch in Hamburg den Geldhahn zu, sagte CDU-Fraktionschef André Trepoll - und fügte an: "Richtig so."

Ditib wird unter anderem vorgeworfen, in Spitzelaktivitäten gegen türkische Regierungskritiker verwickelt zu sein. FDP und CDU verlangen deshalb seit Monaten ein Aussetzen beziehungsweise die Kündigung der Islam-Staatsverträge. Rot-Grün lehnt das ab, setzt nach eigenen Angaben auf den Dialog mit dem islamischen Dachverband. Der Ditib-Vorsitzende in Hamburg und Schleswig-Holstein, Sedat Simsek, hat Spionagevorwürfe bereits strikt zurückgewiesen. Schwarze Schafe gebe es überall, "aber nicht in Hamburg", sagte er.

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums wurde Ditib für dieses Jahr rund eine Million Euro gestrichen. "Wir brauchen Klarheit darüber, ob Ditib auf dem Boden unserer freiheitlichen Grundordnung steht", sagte ein Sprecher. Konkret wurde das Geld für zwei Vorhaben im Rahmen des Programms "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" gestrichen. Zudem wurde die finanzielle Förderung für die Mitwirkung von Ditib im Flüchtlingshilfeprogramm "Menschen stärken Menschen" gekappt.