Hamburg (dpa/lno) - Die in Flüchtlingsunterkünften eingesetzten Sicherheitsdienste haben die Stadt Hamburg nach einer Berechnung der CDU-Bürgerschaftsfraktion im vergangenen Jahr mehr als 56,5 Millionen Euro gekostet. Die Fraktion addierte die vom Senat genannten Abrechnungssummen für die mehr als 50 Standorte der Erstaufnahmeeinrichtungen, wie ein Sprecher am Mittwoch erklärte.

Zuvor hatte das "Hamburger Abendblatt" über die Kosten berichtet. Die Zeitung teilte die Summe durch die Zahl von 10 000 Flüchtlingen, die im Durchschnitt in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht waren, und kam so auf 5600 Euro Security-Kosten pro Asylbewerber. Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge konnte die Zahlen nicht im Detail bestätigen. Sprecherin Kerstin Graupner sagte aber: "Die 5600 stimmen in der Dimension."

Die CDU-Abgeordnete Karin Prien kritisierte: "Obwohl die Flüchtlingszahlen seit April 2016 dramatisch rückläufig sind, gibt der Senat im Bereich der Erstaufnahmen weiter das Geld mit vollen Händen aus, wie in der Notstandssituation im Herbst 2015." Transparenz und Kostencontrolling seien nicht gewährleistet.

Die Sicherheitsdienste seien so teuer, weil deren Mitarbeiter die Sicherheit im Innern und Äußeren der Unterkünfte gewährleisten müssten, sagte Graupner. Sie kontrollierten die Zugänge zu den Einrichtungen, seien aber auch Ansprechpartner für die Bewohner. Weil inzwischen weniger Flüchtlinge kommen, sollen alle Erstaufnahmen bis auf ein "Ankunftszentrum" abgebaut werden. Zahlreiche Verträge mit den Sicherheitsfirmen seien bereits Ende 2016 ausgelaufen.

Hamburger Abendblatt