Hamburg (dpa/lno) - Auf der Liste des türkischen Auslandsgeheimdiensts MIT mit angeblichen Gülen-Anhängern in Deutschland stehen auch Hamburger. "Es ist richtig, dass auch einige Hamburger Personen betroffen sind", sagte ein Sprecher des Hamburger Verfassungsschutzes am Freitag. Es werde nun im Einzelfall geprüft, welche Maßnahmen zu treffen seien. "Dazu gehören Sensibilierungs- und Beratungsgespräche der Polizei mit den Betroffenen." Polizei und Verfassungsschutz seien in einem engen Austausch. Wie viele Personen und Organisationen in der Hansestadt betroffen sind, sagte der Sprecher nicht. Zuvor hatte die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrem Newsletter "Elbvertiefung" darüber berichtet.

Türkische Agenten stehen im Verdacht, dass sie möglicherweise in großem Umfang angebliche Anhänger der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen in Deutschland ausspioniert haben. Ankara macht Gülen für den gescheiterten Putsch im Juli 2016 verantwortlich. Offenbar in der Hoffnung auf Unterstützung der deutschen Seite hatte der MIT dem BND-Präsidenten Bruno Kahl eine Liste mit 358 Namen überreicht. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben aber nicht kooperiert und stattdessen Betroffene gewarnt.