Kiel (dpa/lno) - Wegen der Übernahme fauler Schiffskrediten von der HSH Nordbank drohen für Hamburg und Schleswig-Holstein weitere Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Mit dem Jahresabschluss werde eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von bis zu 220 Millionen Euro getroffen, sagte ein Sprecher der Länderanstalt hsh portfoliomanagement am Donnerstag. Zuvor hatte diese den Finanzausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags informiert.

Bereits bis Ende September hatte die Anstalt öffentlichen Rechts 341 Millionen Euro angehäuft. Sie verwaltet die von der HSH übernommen notleidenden Kredite für 256 Schiffe.

Nach Ansicht der CDU wird der Verlust für das Land immer größer. "Die Entscheidung von SPD, Grünen und SSW, die Kredite zu übernehmen, erweist sich als teurer Fehler", sagte der Finanzpolitiker Tobias Koch. Seit Übernahme der faulen Schiffskredite seien mehr als 500 Millionen Euro Verluste angefallen. "Deutlicher kann sich gar nicht zeigen, dass der Kaufpreis von 2,4 Milliarden Euro zu hoch war, wenn ein solcher Verlust innerhalb von sechs Monaten anfällt."

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold hatte bereits damit gerechnet, dass die hsh portfoliomanagement mit dem Jahresabschluss 2016 noch weitere Risikovorsorge gebildet haben wird.