Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) vermarktet künftig städtische Gewerbe- und Industrieflächen. Das umfasst nach Angaben des Senats Flächenentwicklung, Werbung und Kundengespräche bis hin zum Kaufvertrag. Diese Bündelung erspare ansiedlungswilligen Firmen viele Wege und reduziere den Verwaltungsaufwand in den Behörden, erklärte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Dienstag in Hamburg. Für die Aufgabe wird eine städtische Firma gegründet, die Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG (HIE).

Der Verkaufspreis einer Fläche soll künftig nicht mehr allein auf Basis von Bodenrichtwerten oder Wertgutachten, sondern auch auf Grundlage der tatsächlichen Kosten für die Aufbereitung der Grundstücke ermittelt werden.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kruse, bezweifelt die Vorteile einer städtischen Firma: "Der Senat hat den Gordischen Knoten der Flächenvergabe mit dem neuen Konzept nicht zerschlagen, sondern nur noch fester gezogen." Dagegen erwartet Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz einen "effizienteren und kundengerechteren" Service. Wichtig sei es, die Gesellschaft dauerhaft mit marktfähigen Grundstücken auszustatten, sagte Schmidt-Trenz.