Hamburg (dpa/lno) - Besucher sollen Hamburger Gerichtsgebäude ab Oktober nur noch nach einer Einlasskontrolle betreten dürfen. Das sieht ein Sicherheitskonzept vor, das der Senat am Dienstag beschlossen hat. Jedes Gebäude soll im Prinzip nur über einen Eingang erreichbar sein. Dort werden zunächst private Sicherheitsbedienstete und später Justizwachtmeister mit Hilfe von Sicherheitstechnik Besucher und deren Gepäck kontrollieren. Auch Videokameras sollen installiert werden. Bislang sind bereits das Strafjustizgebäude, das Sozialgericht und die Staatsanwaltschaft am Gorch-Fock-Wall auf diese Art gesichert. Die Justizbehörde will zudem eine mobile Einsatzgruppe aus 13 neu ausgebildeten Justizwachtmeistern aufstellen.

Hintergrund der Maßnahmen sei die zunehmende Zahl der Übergriffe und bedrohlichen Situationen, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne). Im Jahr 2015 seien sechs derartige Fälle registriert worden, 2016 bereits 20 und im ersten Quartal 2017 schon 22. Für die Umbauten hat die Bürgerschaft 1,4 Millionen Euro bereitgestellt. Die Personalkosten werden sich demnach auf 1,9 Millionen Euro pro Jahr belaufen.