Kiel (dpa/lno) - Die bei einem Crash-Test durchgefallenen mobilen Anti-Terror-Sperren aus Beton werden in Schleswig-Holstein nach Angaben der Polizei nicht eingesetzt. Es gebe darüber keine polizeilichen Erkenntnisse, sagt Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamtes auf Nachfrage. Zwei Tests der Prüfgesellschaft Dekra im Auftrag des MDR-Magazins "Umschau" hatten ergeben, dass die Sperren einem Angriff mit einem Lastwagen nicht standhalten.

Für das Einsetzen derartiger Sperren sind nach schleswig-holsteinischem Recht private Veranstalter beziehungsweise bei öffentlichen Events kommunale Ordnungsbehörden zuständig, sagte Börner. Die Polizei ist Beratungsinstanz.

Bei den Tests in Neumünster fuhr ein Lastwagen mit Tempo 50 auf die Betonsperren auf. Einmal standen die Sperren quer zur Fahrtrichtung, einmal schräg. Die Aufhaltewirkung sei "relativ gering" gewesen, sagte Dekra-Testleiter Marcus Gärtner. Der getestete Fahrzeugtyp entspreche dem, der bei dem Anschlag von Nizza mit 84 Toten genutzt wurde. Der bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verwendete Lkw war erheblich größer.

Börner betonte, bei Einsatzlagen an neuralgischen Punkten könne die Polizei ergänzend schwere mobile Fahrzeuge als Sperre einsetzen. Grundsätzlich seien technische Sperren ohne Sicherungspersonal jedoch wenig wirksam. Zudem müssten Sperren hinsichtlich ihrer subjektiven Wirkung auf die Öffentlichkeit - Schüren von Ängsten oder Vermittlung von sichtbarer Sicherheit - und ihrer objektiven Zweckmäßigkeit beurteilt werden.

MDR zum Crashtest

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