Darmstadt (dpa/lno) - Ein Bundesliga-Stürmer, der mehr als zwei Jahre das Tor nicht trifft: Das ist wie ein Koch, der ein Pfeffersteak ohne Pfeffer brät. "Oder wie ein Autor, dessen Texte nicht gedruckt werden", sagte selbst Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch.

Auf den vom HSV an Darmstadt 98 ausgeliehenen Sven Schipplock traf das genau zwei Jahre und vier Tage lang zu: Der 28 Jahre alte Angreifer schoss zuletzt am 25. April 2015 für Hoffenheim 1899 ein Tor - und danach erst wieder an diesem Samstag beim 3:0 (2:0)-Sieg gegen den SC Freiburg. "Das hat an meinem Ego gekratzt, das ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen", räumte er ein. "Das war heute nicht nur ein Stein, der sich da gelöst hat, sondern ein ganzer Felsen."

Mindestens so sehr wie das Tor selbst dürfte es Schipplock aber bewegt haben, wie er danach von den Fans und den Mitspielern gefeiert wurde. Das sagte viel über den Stellenwert des gebürtigen Schwaben und den Teamgeist beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga aus.

Jeder Kollege lief nach dem Treffer auf ihn zu. Die Anhänger sangen dazu "Schipplock's on fire" - ein Fan-Hit der EM 2016, der eigentlich dem Nordiren Will Griggs gewidmet ist. "Ich freue mich sehr für ihn", sagte Trainer Torsten Frings. "Er ist ein Spieler, der vorne ackert wie ein Pferd, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt."

Karrieredaten von Sven Schipplock

Kicker-Interview