Hamburg (dpa/lno) - Der Landesverband der Hamburgischen Strafvollzugsbediensteten (LHVS) hat einen Personalnotstand beim medizinischen Dienst der Gefängnisse kritisiert. Seit Monaten fielen in den Hamburger Haftanstalten Arztsprechstunden für Gefangene aus, und eine Verfügung zur Ausgabe von Medikamenten werde kaum eingehalten, erklärte der stellvertretende Landesvorsitzende der Justizvollzugsgewerkschaft, René Müller.

Mitarbeiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes dürften nur in Ausnahmefällen und unter Auflagen Medikamente ausgeben. Es gebe aber nicht genügend medizinisches Personal. Die Vollzugsbediensteten gerieten dadurch in unzumutbare Schwierigkeiten und möglicherweise gesetzwidrige Situationen. Müller hält den Personalnotstand auch mit Blick auf den G20-Gipfel Anfang Juli und die erwarteten Proteste für bedenklich: "Wir mögen technisch auf den G20-Gipfel vorbereitet sein, personell sind wir es nicht."

Landesverband der Hamburgischen Strafvollzugsbediensteten