Bonn (dpa) - Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2017 geht an die Essener Initiative "Sach wat! Tacheles für Toleranz". Dabei ziehen zwei Schauspieler durch Ruhrgebietskneipen und stellen fremdenfeindliche Stammtischgespräche nach. Zusammen mit den Gästen werden dann Gegenstrategien entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, "wie man sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverachtende Haltungen reagieren kann". Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mitteilte, ist der erste Preis mit 4000 Euro dotiert.

Zweite Preise zu jeweils 3000 Euro gehen an die Initiative "bleib.mensch" aus dem mecklenburgischen Grevesmühlen und an den Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg bei Passau. In Grevesmühlen, einem kleinen Ort mit starker Neonazi-Szene rund um ein sogenanntes "Thinghaus", engagiert sich "bleib.mensch" in der Flüchtlingshilfe und klärt gegen Rechtsextremismus auf. Die Initiative werde maßgeblich von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen getragen, heißt es in der Begründung der Jury.

In Salzweg wiederum mache sich die katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit evangelischen Christen und Muslimen für eine lebendige Willkommenskultur stark. Mit einem Sonderpreis Schule (1000 Euro) wird das Projekt K21mondial ausgezeichnet. Dabei geht es um eine Kooperation zwischen den Schülern der 21 katholischen Schulen in Hamburg sowie geflüchteten Kindern und Jugendlichen.

Der Jury-Vorsitzende, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, sagte, überall in Deutschland gebe es zahlreiche Katholiken, "die sich aus ihrem Glauben heraus für ein respektvolles Miteinander und gegen menschenfeindliche Parolen einsetzen". Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wolle dieses Engagement sichtbar machen.

Sach wat! Tacheles für Toleranz

bleib.mensch

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz