Hamburg (dpa) - HSV-Sportdirektor Jens Todt ist grundsätzlich gegen die Relegation zwischen dem Drittletzten der Fußball-Bundesliga und dem Dritten der 2. Liga. "Natürlich ist die Relegation für die Fans eine spannende Sache. Aber ich bin generell dafür, sie abzuschaffen", sagte der Ex-Nationalspieler der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). 2015 war er noch als Manager des Zweitligisten Karlsruher SC knapp an seinem derzeitigen Verein Hamburger SV gescheitert, dem in dieser Saison im Kampf um den Klassenverbleib bereits die dritte Relegation droht.

"Wenn man als Zweitligist eine richtig gute Saison spielt und dann so knapp scheitert, ist das extrem bitter", erklärte Todt seinen Standpunkt. Der KSC hatte vor zwei Jahren nach einem 1:1 in Hamburg im Rückspiel bis in die Nachspielzeit mit 1:0 geführt, ehe ein umstrittener Freistoß den HSV in die Verlängerung rettete. Dort sorgte Nicolai Müller dann mit dem späten 2:1 für den erneuten Klassenverbleib der noch nie abgestiegenen Hamburger.

Schon damals hatte sich Todt noch im Gefühl der unglücklichen Niederlage mit drastischen Worten gegen die K.o.-Duelle in der Relegation ausgesprochen. "Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte", sagte der heutige HSV-Sportdirektor seinerzeit.

Anteilseigner und Investor Klaus-Michael Kühne äußerte sich indes nicht eindeutig dazu, ob er seinen Lieblingsclub auch im Falle des Abstiegs weiter unterstützen werde. "Ich will das nicht ausschließen. Und ich weiß, dass man das von mir erwartet", sagte er. "Aber ich will abwarten, wie die Saison verläuft", kündigte der 79 Jahre alte Milliardär an. Allein im vergangenen Sommer hatte Kühne den Hanseaten 38 Millionen Euro für die Kaderplanung zur Verfügung gestellt.

Todt-Aussagen in der Bild-Zeitung

Kühne-Aussagen in der Bild-Zeitung