Hamburg (dpa) - In der nach Helmut Schmidt benannten Bundeswehruniversität Hamburg ist ein Bild des Altkanzlers entfernt worden, weil es ihn in Wehrmachtsuniform zeigt. "Die Vorgesetzten haben die Studenten angewiesen, das Bild abzuhängen", sagte ein Sprecher der Helmut-Schmidt-Universität am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund ist der von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angeordnete neue Umgang der Bundeswehr mit ihrer Tradition. Zuerst hatte der "Focus" berichtet.

Das Bild hing im Flur eines Studentenwohnheims der Bundeswehruniversität. Nach der Affäre um den rechtsextremen Soldaten Franco A. will von der Leyen die Truppe verändern. Dazu gehört auch die Überarbeitung des sogenannten Traditionserlasses von 1982. Dabei handelt es sich um ein umstrittenes Regelwerk, das seit mehr als 30 Jahren nicht mehr angetastet wurde. Es hält fest, wie die Bundeswehr mit ihren historischen Ursprüngen umgehen soll. Derzeit werden Kasernen nach Wehrmachtsandenken - etwa Stahlhelme oder Gewehre - durchsucht. "Davon sind auch wir nicht ausgenommen", sagte der Hochschulsprecher.

Der Sprecher wies darauf hin, dass das Konterfei des 2015 gestorbenen Ehrenbürgers Hamburgs bereits seit Jahren in dem Flug hing. Es sei aufgehängt worden, lange bevor die heute studierenden Soldaten an der Universität angefangen hätten.

Helmut Schmidt war von 1939 bis 1945 Soldat. Dabei kämpfte er an der Ostfront in einer Panzerdivision, war als Referent für Ausbildungsvorschriften dem Oberkommando der Luftwaffe zugeteilt und zuletzt an der Westfront als Oberleutnant und Batteriechef eingesetzt.