Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um einen Angriff mit kochendem Wasser auf eine Bäckereiverkäuferin in Hamburg-Eidelstedt schweigt der Angeklagte weiter zu den Vorwürfen. Er werde sich nicht äußern, sagte der Verteidiger des 51-Jährigen am Freitag vor dem Hamburger Landgericht. Eine Nichte des Angeklagten schilderte die Nacht vor der Tat. Ihr Onkel habe in Messenger-Nachrichten gelesen, dass seine von ihm getrennt lebende Frau eine Liebesbeziehung zu einem anderen Mann hatte, sagte die 31-Jährige als Zeugin. Er sei sehr traurig gewesen und habe sich vor allem Sorgen um die gemeinsame Tochter gemacht. Zur Beruhigung habe er Medikamente eingenommen und Bier getrunken. Am Tattag habe er für ein paar Monate in die Türkei fliegen wollen, um Abstand zu gewinnen.

Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung aus Eifersucht. Am 12. April 2016 soll er die damals 43 Jahre alte Frau an ihrem Arbeitsplatz in einer Bäckerei angegriffen haben. Der Angeklagte habe sie erst mit kochendem Wasser übergossen und dann mit einem Messer mindestens 18 Mal auf sie eingestochen. Die lebensgefährlich verletzte Frau konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.