Hamburg (dpa) - Investor Klaus-Michael Kühne hat die Kritik des früheren HSV-Vorstandschefs Carl Edgar Jarchow gekontert. Zwar hätten Jarchow und auch Ex-Aufsichtsratschef Otto Rieckhoff "zu Recht die bisher höchst unbefriedigend verlaufende sportliche und finanzielle Entwicklung der HSV Fußball AG beanstandet", sagte der Milliardär dem "Hamburger Abendblatt" (Freitag). Allerdings kommt Kühne bei der Ursachenfindung zu anderen Ergebnissen. Jarchow und Rieckhoff hätten vor der Ausgliederung Top-Positionen beim Hamburger SV gehabt. "Sie waren zu jenem Zeitpunkt für die Leistungen des Clubs im Allgemeinen und die finanzielle Situation im Besonderen verantwortlich."

Auch die Nachfolger von Jarchow und Rieckhoff hätten es verpasst, die Finanzen zu ordnen und zu stabilisieren. Das sei auch auf deren missglückte Transferpolitik zurückzuführen. "Bei den Transfers hatte das Management des HSV nicht immer eine glückliche Hand, es wurde zumeist sehr teuer eingekauft. Daher wurde der Vorstandsvorsitzende (Dietmar Beiersdorfer) Ende 2016 abgelöst. Auch die Funktion des Sportdirektors wurde mehrfach neu besetzt."

Perspektivisch erwartet Kühne dennoch einen Aufschwung bei dem Fußball-Bundesligisten. "Mit der Einstellung von (Trainer) Markus Gisdol im Herbst 2016 wurde die sportliche Qualität allmählich verbessert", urteilte der 80 Jährige. Dank der auch zum Teil von ihm finanzierten Verstärkungen habe er "die Hoffnung auf eine allmähliche sportliche Verbesserung, damit der ewige Abstiegskampf ein Ende hat."

Abendblatt-Artikel über Kühne