Hamburg (dpa) - Mit Richard Wagners "Parsifal" hat die Staatsoper Hamburg die neue Saison eröffnet. Die musikalische Leitung hatte Kent Nagano, für Regie, Bühnenbild, Kostüme und Licht der vom Publikum begeistert aufgenommenen Neuproduktion zeichnete Achim Freyer verantwortlich.

Freyers Lesart spielte mit dem im "Parsifal" zentralen Begriff des Raums. Durch Projektionen, grafische Zeichen und eine gezielte Bewegungsregie erzeugte er die Illusion eines sich unablässig drehenden Kosmos. Zudem verfremdete er die Gesichter seiner Figuren und schuf so eine in sich stimmige Kunstwelt, die dem philosophischen Anspruch des von Wagner als "Bühnenweihfestspiel" bezeichneten Werks angemessen war.

Hervorragend waren die Leistungen des Sängerensembles um den Tenor Andreas Schager (Parsifal), die Baritone Wolfgang Koch (Amfortas) und Kwangchul Youn (Gurnemanz) sowie die Sopranistin Claudia Mahnke (Kundry). Nagano und das Philharmonische Staatsorchester überzeugten mit einem schlanken, farbigen Wagner-Klang, bewegten Tempi und Mut zu dramatischen Passagen.

An der Staatsoper Hamburg hat der international gefragte Freyer seit seiner Inszenierung von Mozarts "Zauberflöte" (1982) bereits mehrfach gearbeitet.

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