Hamburg/Köln/Houston (dpa) - Die strengeren Umweltanforderungen für Schiffe ab 2020 ziehen in der Ölwirtschaft erste Konsequenzen nach sich. Der Energiekonzern Shell will in der Raffinerie Rheinland eine neue Entschwefelungsanlage bauen. Entsprechende Genehmigungsanträge seien für das erste Quartal 2018 vorgesehen, teilte Shell Deutschland in Hamburg mit. Hintergrund sind strengere Umweltvorschriften für Schiffe ab 2020, die zu einer rückläufigen Nachfrage nach schwerem schwefelhaltigen Treibstoff führen werden. "Höhere Umweltstandards verändern Märkte und beeinflussen unser Geschäft", sagte eine Sprecherin. "Darauf müssen wir reagieren." Mit der Anlage sollen die schweren Rückstände aus den Produktionsprozessen zu leichteren Ölprodukten wie Heizöl weiterverarbeitet werden können.

Ab 2020 dürfen Schiffe auf hoher See nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent verbrennen oder müssen alternativ die Abgase vom Schwefel reinigen. Damit kommen sowohl auf die Schifffahrt wie auch auf die Ölindustrie erhebliche Investitionsanforderungen zu. Nach einer Studie der US-amerikanischen Analyse- und Beratungsfirma IHS Markit sind bislang weder die Reedereien noch die Ölfirmen ausreichend auf die Herausforderungen durch die neuen Umweltregeln vorbereitet.

Studie IHS Markit (engl)