Hamburg (dpa/lno) - Nach den Schlagzeilen um tausende zurückgestellte Ermittlungen und einen Berg an Überstunden in Folge des G20-Gipfels betont Hamburgs Innenbehörde die Handlungsfähigkeit der Polizei. "Hamburgs Polizei ist sehr schlagkräftig - trotz der Belastungen durch G20", sagte ein Sprecher der Innenbehörde auf Anfrage. Die Polizei werde durch die "temporäre Belastungssituation" nicht lahmgelegt. "Das, was akut bearbeitet wird, funktioniert immer."

Zuletzt war durch zwei Kleine Anfragen der CDU-Bürgerschaftsfraktion an den rot-grünen Senat bekanntgeworden, dass die Polizei derzeit knapp 8000 Ermittlungsverfahren zurückgestellt und Hunderttausende Überstunden wegen der Bearbeitung der G20-Krawalle angehäuft hat. Ein Polizeisprecher betonte, kein einziger der zurückgestellten Vorgänge um "Massen- und Kleinkriminalität" sei nicht im Vorwege gesichtet worden. Es seien in erster Linie administrative Vorgänge.

Besondere Arbeit macht den Beamten die nochmalige Bearbeitung der Akten für den G20-Sonderausschuss, nachdem Abgeordnete geschwärzte Passagen kritisiert hatten. Alleine im September seien rund 19 000 Stunden für diesen "Entschwärzungsaufwand" aufgewandt worden, sagte der Polizeisprecher. Dies entspreche umgerechnet 114 Vollzeitstellen.

Laut Senat saß die Polizei Ende September auf einem Berg von gut 1,35 Millionen Überstunden. Ohne den "Sondereffekt G20" wären es "deutlich unter einer Million" gewesen. "Die Zahlen sind alarmierend", sagte der CDU-Innenexperte Dennis Gladiator der Deutschen Presse-Agentur.