Hamburg (dpa/lno) - Fast jeder zweite Flüchtling in Hamburg, der bei der Ankunft ohne Familie in Deutschland angab, minderjährig zu sein, ist bereits volljährig. Im vergangenen Jahr waren nur 53 Prozent der 1813 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge tatsächlich unter 18 Jahre alt, wie die Sozialbehörde am Donnerstag mitteilte. 47 Prozent waren älter. In diesem Jahr wurde nach Angaben der Behörde bei 49 Prozent der unbegleiteten und angeblich minderjährigen Ausländer festgestellt, dass sie in Wirklichkeit volljährig sind. Bis Ende September kamen 485 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Hamburg.

Deutschlandweit sind rund 43 Prozent der Flüchtlinge, die als unbegleitete Minderjährige betreut werden, nach einem Zeitungsbericht offiziell älter als 18 Jahre. Zum Stichtag 8. November seien von den 55 890 Migranten in jugendhilferechtlicher Zuständigkeit 24 116 sogenannte junge Volljährige gewesen, schreibt die Zeitung "Die Welt" (Donnerstag) unter Berufung auf Angaben des Bundesfamilienministeriums.

Minderjährige werden von der Jugendhilfe zunächst vorläufig in Obhut genommen. Stellt sich heraus, dass sie volljährig sind, werden sie daraus wieder entlassen und müssen sich als Asylsuchende bei den Behörden melden. Wenn jemand als Minderjähriger in Obhut genommen wird und dann volljährig wird, kann er zunächst in der Einrichtung bleiben und weiter Unterstützung bekommen. Das war im Oktober in Hamburg bei 1286 Ausländern der Fall.

Informationen der Sozialbehörde zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Bericht des Landesbetriebs Erziehung und Beratung

Die Welt (Bezahlschranke)