Hamburg (dpa/lno) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einer Rede bei einer Veranstaltung der Zeit-Stiftung zu mehr Kommunikation aufgerufen. "Nur wo es Kommunikation gibt (...), gibt es auch Kompromisse", sagte er am Montag in Hamburg. Und dieses Prinzip der liberalen Demokratie sei "eines der wichtigsten Prinzipien, die wir haben".

Bei den Gesprächen über eine mögliche Regierungsbildung während der vergangenen Wochen sei deutlich geworden, dass die Gesellschaft gelähmt werde, wenn inhaltliche Auseinandersetzungen nicht rechtzeitig geführt würden. Kritik übte das Staatsoberhaupt an der Informationskultur etwa in sozialen Netzwerken. Echokammern seien eine unerfreuliche Erscheinung, die das Internet neben erfreulichen Freiräumen hervorgebracht habe, sagte Steinmeier. Unter Echokammern versteht man Räume im Netz, in denen sich Nutzer nur mit Gleichgesinnten umgeben und sich gegenseitig in ihrer Meinung stärken.