Die Rollen sind klar verteilt. Der Hamburger SV hat sein Volksparkstadion mit neun Spielen ohne Niederlage zur Festung ausgebaut, der SV Darmstadt 98 holte in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt in der Fremde. "Vorzeichen haben noch nie ein Bundesliga-Spiel entschieden und jede Serie geht auch einmal zu Ende", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen vor der Fußball-Partie am Samstag (15.30 Uhr) ganz nüchtern.

Ein Sieg oder ein Remis fehlt noch, dann ist die Erfolgsserie des HSV aus der Saison 2008/09 mit zehn Bundesliga-Heimspielen ohne Niederlage in Serie eingestellt. Und mit einem Dreier könnten die Hamburger mit dann 36 Punkten einen großen Schritt Richtung Klassenverbleib machen. Doch Trainer Markus Gisdol warnte davor, den Gegner zu unterschätzen: Immerhin habe Darmstadt zuletzt gegen den FC Schalke 04 gewonnen und beim 2:3 in Ingolstadt hätten die Südhessen Pech gehabt, sagte Gisdol. Zudem hätte es beim 0:4 in Leipzig "zur Pause 2:1 für Darmstadt stehen können".

Bobby Wood kehrt nach seiner Kniereizung zurück und verdrängt Michael Gregoritsch. "Er ist in guter Form sowie mit dem Ball und gegen den Ball sehr stark", lobte Gisdol den Stürmer, den die Club-Verantwortlichen unbedingt im Verein halten wollen. Und auch Kyriakos Papadopoulos kehrt nach Sperre zurück und soll die Abwehr stabilisieren. Der HSV verlor mit ihm keines der vergangenen acht Bundesliga-Spiele. Torhüter Christian Mathenia spielte zuletzt für Darmstadt, will aber keine Sentimentalitäten aufkommen lassen, sollten die Hessen schon bei einem Unentschieden absteigen.

34 Gegentore, sechs Treffer

"Wir haben überhaupt keinen Druck. Der Druck liegt ganz allein beim HSV. Die müssen gegen uns gewinnen, weil es sonst noch mal eng für sie werden könnte", sagte Darmstadts Trainer Torsten Frings. Seine Mannschaft habe nichts zu verlieren und werde befreit aufspielen. In den bisherigen 14 Gastspielen in dieser Saison bekam sein Team 34 Gegentore und erzielte selbst nur sechs Treffer. Den bislang letzten Auswärtssieg gab es für die Lilien am 7. Mai 2016 bei Hertha BSC.

Ob die HSV-Leihgabe Sven Schipplock in Hamburg zum Einsatz kommen wird, ließ Frings offen. Zwar bescheinigte der Trainer dem Angreifer eine gute Leistung nach seiner Einwechslung beim 2:1 gegen Schalke. Allerdings habe auch Felix Platte seine Sache im Sturm gut gemacht.

Auch ein anderer Ex-Hamburger hofft auf seine Rückkehr in die Startelf: Sidney Sam. Gegen Schalke, von wo er bis zum Saisonende nach Darmstadt ausgeliehen ist, saß er nach Verletzung und Trainingsrückstand 90 Minuten auf der Bank – auch weil Frings nach eigener Aussage in der Partie weniger auf schnelles Umschaltspiel baute. Auswärts ist der flinke Außenspieler Sam wieder eine Option.