Der Golden Pudel Club in Hamburg ist durch ein Feuer verwüstet worden. Die Ermittler gehen nach einer ersten Untersuchung von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Wer den Brand gelegt haben könnte, sei noch nicht bekannt.

Polizeibeamte hatten am frühen Sonntagmorgen Feuer in einem Anbau des Clubs am Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli bemerkt. Die Flammen griffen auf den Dachstuhl des Szenelokals über, in dem sich rund 150 Menschen aufhielten. Sie konnten sich alle in Sicherheit bringen, niemand wurde verletzt. 

Rund 50 Feuerwehrleute waren vor Ort. Sie mussten Teile des Dachs abtragen, um Glutnester zu finden. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude am Hafen kann aufgrund des Brandes und des Löschwassers vorerst nicht genutzt werden. 

Streit zwischen den Eigentümern

Der Dachstuhl ist nach Einschätzung der Experten teilweise einsturzgefährdet. Hunderte Schaulustige machten sich noch am Sonntagmorgen ein Bild von der Zerstörung und standen vor den rauchenden Überresten des Clubs.

Für den 20. April war die Versteigerung des Gebäudes mit einem Verkehrswert von 510.000 Euro angesetzt. Der Mitbesitzer Wolf Richter hatte die Teilungsversteigerung erwirkt, wie das Hamburger Abendblatt berichtete. Gegen die Teilungsversteigerung positionierte sich der Pudel Verein für Gegenkultur, der sich die "Erhaltung selbstbestimmter Urbanität insbesondere auf dem Gelände des Golden Pudel Clubs" zum Ziel gesetzt hat.

Richter hatte das Gebäude 2008 zusammen mit dem Künstler Rocko Schamoni gekauft. Schamoni betrieb den über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannten Golden Pudel Club im Untergeschoss, sein alter Freund Richter das Café im oberen Stockwerk.

Ende der 1980er Jahre hatten Schamoni und der Sänger Schorsch Kamerun den Pudel Club in einer "Nachtschwärmerboutique" auf St. Pauli gegründet. Mitte der 1990er Jahre zog der Club an seinen heutigen Standort und benannte sich in Golden Pudel Club um. Für die Musiker der Hamburger Schule wie Tomte oder Kettcar wurde er ebenso zum zweiten Wohnzimmer wie für viele prominente DJs und Künstler, die dem Kultclub zu deutschlandweiter Bekanntheit verhalfen.