Hamburg kauft die Rote Flora zurück. Das berichten der NDR und die Hamburger Morgenpost. Demnach zahlt die Stadt 820.000 Euro für das besetzte Kulturzentrum. Die Gläubigerversammlung des früheren Eigentümers Klausmartin Kretschmer habe dem Verkauf bereits zugestimmt, der Kaufvertrag sei schon beglaubigt. Neuer Eigner wird demnach die Lawaetz-Stiftung.

"Der vom Senat Anfang des Jahres angekündigte Rückerwerb der Roten Flora ist damit umgesetzt", sagte Finanzsenator Peter Tschentscher. Die jetzige Lösung verhindere, "dass die Immobilie von privaten Eigentümern für renditeorientierte, immobilienwirtschaftliche Interessen genutzt wird".

Zuletzt gehörte die Flora dem Immobilienunternehmer Kretschmer, der jedoch im Frühjahr Insolvenz anmelden musste. Der neue Eigentümer, die Lawaetz-Stiftung, wurde 1986 von der Stadt Hamburg gegründet. Sie fördert unter anderem Wohnprojekte für sozial Benachteiligte. Tschentscher versicherte, die Stiftung werde eine weiterhin nicht-kommerzielle Nutzung sicherstellen. Auch sei sie in der Lage, eine friedliche Entwicklung im Sinne der Stadtteilkultur zu begleiten.

Offiziell übergeben wird das ehemalige Theater im Schanzenviertel an diesem Samstag – exakt 25 Jahre, nachdem das Gebäude von Linksautonomen besetzt worden ist.

Im vergangenen Dezember waren die Proteste für den Erhalt des Kulturzentrums eskaliert. Tagelang gab es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Damals erklärte die Stadt Teile Hamburgs zum "Gefahrengebiet".