Genaue Planungen zu einem Sicherheitskonzept für Olympische Spiele in Hamburg gäbe es noch nicht. Das ließ der Senat vor der Sommerpause die FDP-Abgeordneten Daniel Oetzel und Katja Suding wissen. Die fragten, welchen Stellenwert Videoüberwachung bei dem Sportgroßereignis spielen würde, sollte es in Hamburg stattfinden. Immer wieder werde, so Oetzel und Suding, London als Referenz für gelungene Spiele angeführt. Hier habe man 2012 die Videoüberwachung jedoch gravierend ausgeweitet und nach den Spielen nur "wenig zurückgefahren".

Den Liberalen ist das ein Dorn im Auge und so gefiel ihnen nicht, was der Senat auch ohne konkrete Informationen über die Standorte und Größen der olympischen Stätten bereits mitzuteilen wusste: In den ersten "Überlegungen für ein Sicherheitskonzept" messe "die Polizei der Videoüberwachung grundsätzlich einen hohen Stellenwert bei". Auch an anderer Stelle sickerte bereits durch: Sollten die Spiele nach Hamburg kommen, wollen die Verantwortlichen die Videoüberwachung ausbauen.

Dabei beobachten bereits jetzt nicht gerade wenige Kameras die Hamburger. Laut der Antwort auf eine andere kleine Anfrage, die zu Beginn des Jahres der mittlerweile ehemalige Abgeordnete Finn-Ole Ritter, ebenfalls FDP, stellte, sind es im öffentlichen Raum in Hamburg mindestens 11.000. Hinzu kommen weitere rund zweieinhalbtausend Kameras, die in nicht öffentlich zugänglichen Bereichen, zum Beispiel von Behörden, dem Flughafen und vor allem in den Justizvollzugsanstalten installiert sind. Die Behörde für Schule und Berufsbildung hat darüber hinaus noch 137 Attrappen aufgestellt, vereinzelt nutzen auch andere Behörden solche.

Hamburger S-Bahn veröffentlicht keine genauen Zahlen

Die meisten der Videokameras im öffentlichen Raum entfallen auf den Personennahverkehr. Laut der Senatsantwort waren es Anfang des Jahres 1.520 in U-Bahnen, 5.805 in Bussen und weitere 1.056 in U-Bahn-Haltestellen. Also insgesamt rund 8.400. Hinzu kommen Kameras in Bahnhöfen und Zügen der Deutschen Bahn, allen voran bei der S-Bahn. Dazu hat das Unternehmen jedoch keine genauen Zahlen veröffentlicht, sodass diese in der Senatsantwort fehlen. Die Bahn bestätigt jedoch, dass alle S-Bahnen und S-Bahnhöfe in Hamburg videoüberwacht seien.

Vermutlich benötigt sie dafür ähnlich viele Kameras wie die Hochbahn. Berichten zufolge sind demnach wohl rund 11.000 Kameras allein im Hamburger Personennahverkehr installiert. Die Gesamtzahl der Überwachungskameras in Hamburg läge demnach wohl bei über 16.000, mit deren 13.500 im öffentlichen Raum.

Damit würde Hamburg von mehr digitalen Augen überwacht als Berlin. Der dortige Senat antwortete im August 2012 auf eine Anfrage zweier Abgeordneter der Piratenpartei, dass zum damaligen Zeitpunkt 11.741 Kameras den öffentlich zugänglichen Raum in Berlin überwachten. 10.763 dieser Kameras seien auf U-Bahnhöfen und in Fahrzeugen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) installiert. Der Senat betonte jedoch, dass nicht alle bei Berliner Landesunternehmen eingesetzten Überwachungskameras eingerechnet seien.

Auch aus dem Süden gibt es Zahlen: In München sind laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung von Anfang 2015 über 9.200 Kameras im öffentlichen Raum installiert. Auch hier findet Videoüberwachung vor allem im Nahverkehr statt: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Deutsche Bahn unterhalten laut der Zeitung jeweils etwa 4.400 Kameras.