Zuletzt ging es noch um den Brandschutz und die Fluchtwege, jetzt sind alle Details geklärt: Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat den Aufbau auf dem Bunker an der Feldstraße offiziell genehmigt. Zudem hat es einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor Thomas J. C. Matzen abgeschlossen, in dem unter anderem festgehalten ist, dass den bisherigen Mietern langfristig nicht gekündigt werden darf. Damit steht dem umstrittenen Vorhaben kaum noch etwas im Wege.

Parallel zu den Vereinbarungen mit dem Bezirksamt hat Investor Matzen seinen Erbpachtvertrag mit der Stadt verlängert. Es ist davon auszugehen, dass er nun bis zum Jahr 2099 läuft. Genaueres will man in der Finanzbehörde erst verkünden, wenn zeitnah in der Hamburgischen Bürgerschaft abgestimmt wird – die letzte Hürde für das Bauprojekt am Heiligengeistfeld. Dass sich die Mehrheit der Abgeordneten dagegen ausspricht, den Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg um 20 Meter zu erhöhen, und sich so gegen das Votum auf Bezirksebene stellt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Stimmt die Bürgerschaft erwartungsgemäß mit Ja, soll auf dem Bunker ein begrünter, pyramidenförmiger Aufbau mit einem öffentlichen Dachgarten entstehen. Erreichbar wird er durch eine Rampe sein, die sich um das massive Gebäude schlängelt. Thomas J. C. Matzen beabsichtigt etwa 30 Millionen Euro zu investieren. Ausgaben, die er langfristig durch zwei Hotels, einen Fitnessclub und eine Sporthalle im Innern des Aufbaus refinanzieren möchte.

Eineinhalb Meter weiter nach hinten

Unter Anwohnern und Denkmalschützern ist das teils für jedermann zugängliche, teils privatwirtschaftliche Bauvorhaben sehr umstritten. Sie kritisieren vor allem, dass die Begrünung nur dazu diene, kommerziellen Interessen im linksalternativen Viertel Akzeptanz zu verschaffen. Außerdem fürchten sie eine weitere Eventisierung des Stadtteils.

Auch in der Bezirksversammlung Mitte traf das Vorhaben zunächst auf viel Skepsis. Eine Abstimmung fiel hier nur knapp dafür aus. Lange Diskussionen gab es um die Höhe des Aufbaus. Die Mehrheit der Bezirkspolitiker hatte gefordert, den Bunker nur um drei statt fünf Stockwerke zu erweitern. Nach Rücksprache mit dem Investor erwies sich das jedoch als nicht realisierbar.

Die Baugenehmigung wurde nun für fünf Stockwerke erteilt. Der Aufbau muss allerdings um eineinhalb Meter nach hinten verlegt werden, um die angrenzenden Häuser im Karoviertel nicht in den Schatten zu stellen.