Eines der Hindernisse auf Hamburgs Radwegen ©privat

ZEIT ONLINE: Sie sammeln auf Ihrem Blog things on bike lanes Fotos von Hindernissen auf Radwegen. Warum?

Antwort: Ich fahre häufig mit dem Fahrrad zur Arbeit. Einmal lagen an einem Tag eine Matratze, ein Bauzaun und ein Hund auf dem Radweg. Da hab ich gedacht, das müsste man doch eigentlich sammeln. Also hab ich schnell das Handy gezückt und ein Foto gemacht. An ein Blog habe ich anfangs gar nicht gedacht.

ZEIT ONLINE: Wie sind die Reaktionen?

Antwort: Seit ich die neuen Fundstücke auch bei Twitter veröffentliche, schicken mir auch andere Fahrradfahrer Fotos von Hindernissen zu. Inzwischen sind es über 300 Fotos. Jeden Tag kommen ein bis drei neue dazu.

ZEIT ONLINE: Wer sendet Ihnen denn Fotos zu?

Antwort: Die meisten Einsender kenne ich nicht persönlich. Teilweise sind das sicherlich auch eingefleischte Radfahrer, aber ich nehme Bilder von jedem an. Einige schicken so viele Fotos, dass ich glaube, das sind wohl Fahrradkuriere.

ZEIT ONLINE: Was sind die häufigsten Hindernisse?

Antwort: Hauptsächlich Autos, die auf dem Radweg parken. Aber auch Fahrräder, die poste ich natürlich auch. Ansonsten: umgekippte Bauzäune, schlafende Hunde. Manchmal auch Radwege, die von Sträuchern überwuchert sind.

ZEIT ONLINE: Ist das nicht etwas kleinlich? Um viele Hindernisse können Sie doch einfach herumfahren.

Antwort: Was wäre denn los, wenn ein Drittel einer Straße zugewuchert wäre? Da gäbe es einen Aufschrei der Autofahrer. Ich fotografiere ja auch nicht jedes kleine Schlagloch. Ich glaube aber, der Ärger, den so etwas verursacht, kommt ganz gut rüber.

ZEIT ONLINE: Sind Sie wirklich so wütend?

Antwort: Nein, ich bin nicht wütend, nur genervt. Ich fahre ja selbst auch Auto. Aber wenn man auf neu gebauten Radwegen fährt, aus denen plötzlich ein Poller rausragt, fragt man sich: Hat hier jemand mitgedacht? Sind wir hier in Sotschi?

ZEIT ONLINE: Ein New Yorker Radfahrer hat mal ein Knöllchen bekommen, weil er nicht auf dem Radweg fuhr, obwohl der blockiert war. Anschließend fährt er in Kamikaze-Manier über jedes Hindernis, das sich ihm bietet. Wäre das nicht auch eine Protestform für Sie?

Antwort: (lacht) Ja, das Video haben mir schon viele zugeschickt. Für mich wäre das nichts. Aber das zeigt, dass es dieses Problem wohl weltweit gibt.