Auch in Hamburg sind in der Silvesternacht anscheinend mehrere junge Frauen von Männern sexuell belästigt und bestohlen worden. Bis Dienstagnachmittag hatte die Polizei 27 Taten registriert. Seitdem wurden 26 weitere Fälle angezeigt. Von diesen 53 Fällen sind nach jetzigen Erkenntnissen der Ermittler 39 eine sexuelle Belästigung, die anderen 14 angezeigten Taten beinhalten zudem einen Raub oder einen Diebstahl. Die Opfer der Taten sind zwischen 18 und 25 Jahren alt. Sie ereigneten sich im Stadtteil St. Pauli im Bereich der Reeperbahn.

"Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Opfer im Gedränge zum Teil gleichzeitig von mehreren Männern in unterschiedlicher Gruppengröße mit südländischem oder arabischem Aussehen angegangen worden sein", teilten die Beamten am Dienstag mit. Dabei seien sie sexuell belästigt worden. Anschließend hätten viele Opfer festgestellt, dass ihnen Wertgegenstände wie Geldbörsen, Papiere, Bargeld und Smartphones gestohlen worden waren.

Die Polizei rief Zeugen auf, sich zu melden. Es lägen nur "vage Personenbeschreibungen" der mutmaßlichen Täter vor. Die Ermittler baten insbesondere auch um Film- oder Fotoaufnahmen, die Besucher in dem Bereich von den Vorfällen gemacht haben. Die vorliegenden Anzeigen werden vom zuständigen Landeskriminalamt für Hamburg-St. Pauli bearbeitet.

Die Ermittler benötigen laut Polizeiangaben wegen der ungenauen Personenbeschreibungen dringend weitere Zeugen. Insbesondere Besucher der Großen Freiheit, die dort in der betreffenden Nacht im Zeitraum von etwa 00:30-02:00 Uhr im Bereich des Beatles-Platzes und des Eingangs zur Großen Freiheit Fotos von den Taten gemacht und dabei gegebenenfalls Personengruppen mit mehreren Männern aufgenommen haben, sind von Interesse für die Ermittler.

Laut der Hamburger Mopo berichten zudem Zeugen von ähnlichen Attacken nach dem Hauptfeuerwerk am Hamburger Jungfernstieg. In Köln war es an Silvester rund um den Hauptbahnhof zu zahlreichen Übergriffen auf Frauen gekommen. Die Opfer waren laut Polizei aus einer Gruppe von mehr als tausend Menschen heraus gleichfalls bestohlen und massiv sexuell belästigt worden. Beim Großteil der Täter soll es sich auch hier um junge Heranwachsende aus nordafrikanischen Herkunftsländern und dem Nahen Osten gehandelt haben. Von Verbindungen der Täter in beiden Städten gehen die Ermittler in Hamburg zur Zeit nicht aus. "Wir haben keine Anhaltspunkte dafür", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Hamburg. Man stehe aber mit den Kölner Kollegen in Kontakt.