Nach den Anschlägen von Brüssel achtet die Bundespolizei auch am Hamburger Flughafen verstärkt auf Sicherheit. "Wir laufen mit einer sichtbar erhöhten Präsenz", sagte ein Sprecher. Die Beamten seien wie schon vor den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit Maschinenpistole und Schutzweste ausgestattet. Die Kollegen seien nun aber noch einmal zusätzlich sensibilisiert worden.

Es laufen aber nicht nur häufiger Sicherheitskräfte durch den Flughafen, die Explosionen in Brüssel haben auch direkte Auswirkungen für Reisende in Hamburg: Je vier Flüge von und nach Brüssel mit Brussels Airlines seien am Dienstag geplant gewesen, sagte eine Pressesprecherin. Die Fluggesellschaft teilte auf ihrer Webseite mit, dass sie alle gestrichen seien.

Der Hamburger Verfassungsschutz hält die Gefährdungslage für nach wie vor hoch. "Europa und Deutschland stehen seit langem im Fokus islamistischer Terroristen", erklärte Torsten Voß, Leiter des Verfassungsschutzes. "Diese Einschätzung der Lage galt auch vor den Ereignissen in Paris und Brüssel." Die Terrororganisation Islamischer Staat habe bereits im Herbst 2014 auch Deutschland als mögliches Anschlagsziel erwähnt.

Keine 100-prozentige Sicherheit

Die Sicherheitsbehörden arbeiteten seit Jahren mit Hochdruck daran, die islamistische Szene im Fokus zu behalten. Polizei und Verfassungsschutz achteten besonders auf Anhänger des militanten Dschihads (Heiliger Krieg) und die Rückkehrer aus Syrien und dem Nordirak. "Aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht", sagte Voß.

Für den Betrieb der Hamburger Hochbahn haben die Vorfälle in Brüssel zunächst keine Kosnequenzen: Man richte sich nach Lageeinschätzung von Innenbehörde und Polizei, erläuterte ein Sprecher. "Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen, die wir generell haben."

Bei Explosionen im Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn im EU-Viertel sind am Dienstag nach Informationen des belgischen TV-Senders VRT über 30 Menschen ums Leben gekommen. Der belgische Premierminister Charles Michel sprach von "blinden, gewalttätigen und feigen Anschlägen".