Straßenblues - Wenn sich ein letzter Wunsch erfüllt Sechs Jahre hat Günter Neumann als Obdachloser am Hafen in Hamburg gelebt. Jetzt ist er an Krebs im Endstadium erkrankt und will nur eines: vor Publikum singen.

Günter Neumann war Statist, ein Leben lang. Er arbeitete im Hafen, war lange obdachlos und huschte immer mal wieder in Filmen und TV-Produktionen durchs Bild. In Großstadtrevier, Der König von St. Pauli oder Rocker besetzte er Minirollen. Jetzt, mit 62, stand er erstmals allein auf einer großen Bühne.

Der Hamburger Club Uebel & Gefährlich am vergangenen Donnerstag: 500 Menschen stehen im Publikum und jubeln Neumann zu, während er einen extra für ihn geschriebenen Song singt. Darauf hoffen, dass das ein Neuanfang ist, kann Neumann nicht. Er hat Krebs, an der Prostata, fortgeschritten. Der Auftritt ist ein letzter Wunsch, den er sich erfüllt.

Wie es zu dieser Show gekommen ist, beschreibt die Autorin Jarka Kubsova in der aktuellen Ausgabe der ZEIT:Hamburg (zu kaufen an Hamburger Kiosken oder hier). Jarka Kubsova hat Günter Neumann an dem Abend begleitet und sich mit ihm über sein Leben und seine Ängste unterhalten. Parallel dazu hat Nikolas Migut, Gründer des Obdachlosenprojekts Straßenblues, gemeinsam mit einem Team einen Film produziert.