ZEIT ONLINE: Herr Mählmann, am vergangenen Wochenende sind in einem Hamburger Badesee zwei junge Flüchtlinge ertrunken, ein weiterer ist in der Elbe verschwunden und wird noch gesucht …

Heiko Mählmann: … Entschuldigen Sie, aber das stimmt so nicht: Von den beiden jungen Männern, die im Allermöher Badesee ertrunken sind, handelt es sich nur bei einem um einen Flüchtling. Der andere lebte schon lange in Hamburg, er hatte lediglich einen Migrationshintergrund. Das wurde leider falsch verbreitet.

ZEIT ONLINE: Der in der Elbe vermisste Schwimmer soll laut Polizei aber ebenfalls vor Kurzem nach Hamburg geflohen sein. Ist es ein tragischer Zufall, dass diese Fälle so kurz hintereinander liegen, oder steckt dahinter ein grundsätzliches Problem?

Mählmann: Es ist leider so, dass die meisten der Menschen aus Nordafrika und dem arabischen Raum nicht schwimmen können. In den Ländern dort gibt es kaum Seen und auch keine öffentlichen Schwimmbäder. Die Pools sind der reichen Oberschicht vorbehalten. Natürlich kann das zu einem Problem werden. Es ist aber übrigens etwas, was nicht nur an Flüchtlingen zu beobachten ist.

ZEIT ONLINE: Wie meinen Sie das?

Heiko Mählmann, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Hamburg © DLRG Hamburg

Mählmann: Es ist leider so, dass allgemein immer weniger Menschen richtig schwimmen können. Besonders in ärmeren Kommunen gibt es oft keine öffentlichen Bäder mehr. Wir in Hamburg sind davon noch nicht so stark betroffen, aber erste Anzeichen gibt es auch hier: Mindestens die Hälfte der Schüler bewegt sich nach der vierten Klasse nicht sicher im Wasser. Ich war gerade gestern am Öjendorfer See: Erschreckend, wie viele Menschen dort spaddeln (Anmerkung der Redaktion: Plattdeutsch für strampeln) wie die Hunde.

ZEIT ONLINE: Zurück zu Geflüchteten: Sind bereits vor dem Wochenende in Hamburg welche beim Schwimmen verunglückt?

Mählmann: Das kann ich nicht genau sagen. Ich will es aber auch gar nicht. Im vergangenen Jahr sind in Hamburg 12 Personen ertrunken. Woher die stammten? Mir völlig egal. Jeder einzelne Mensch ist zu viel.

ZEIT ONLINE: Der junge Flüchtling, der in dem Badesee ertrunken ist, konnte angeblich nicht schwimmen. Warum ist er trotzdem ins Wasser?