Nach einem Familiendrama an Hamburgs Stadtgrenze suchen die Ermittler weiterhin nach der Mutter der zwei toten Kinder. Die Leichen des Geschwisterpaars und des Vaters waren am Sonntag an unterschiedlichen Orten gefunden worden. Die Ermittler gehen bei den Kindern nicht von einer "natürlichen Todesursache" aus, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei machte aber noch keine Angaben, wie die Geschwister zu Tode kamen. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt wegen Mordes.

Die Polizei Segeberg sprach von einer "Familientragödie" und ergänzte: "Es ist ein sehr trauriges Bild", das sich den Ermittlern geboten habe. Eine Obduktion in der Hamburger Rechtsmedizin soll nun klären, wie das fünfjährige Mädchen und der zwei Jahre alte Junge zu Tode kamen. Sie waren im Wohnhaus der Familie im schleswig-holsteinischen Wedel von den Großeltern entdeckt worden. Wedel grenzt an Hamburg im Westen an.

Von der Mutter fehlte bislang jede Spur. Inwiefern der Tod der Kinder mit dem des Vaters zusammenhängt, sei noch unklar, hieß es von den Ermittlern. Das Handy der 37-jährigen Mutter, einer Bolivianerin, ist laut der Hamburger Morgenpostseit sechs Tagen ausgeschaltet.  

Im Hamburger Stadtteil Rissen, der an Wedel grenzt, hatte der Vater am Sonntagmorgen Suizid begangen. Er hat sich von einem Hochhaus gestürzt. Medienberichten zufolge soll der Mann erst seine Kinder und dann sich selbst getötet haben.

Der weiße Bungalow der Familie steht in einer ruhigen, beschaulichen Wohngegend Wedels in einer Sackgasse. Die Großeltern hatten am Sonntagvormittag um 10.30 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie die Leichen in dem Wedeler Haus entdeckt haben sollen. Sie sollen bereits am Morgen einen Notruf abgesetzt haben, weil sie sich Sorgen um die Familie machten. "Sie wollten die Kinder abholen", so der Polizeisprecher Bad Segeberg. "Es spricht alles für ein Tötungsdelikt. Zwei Kinder sterben ja nicht einfach nebeneinander", ergänzt er.  

Die Spurensicherung war stundenlang auf dem Grundstück des Familien-Bungalows im Einsatz. Auch Spür- und Rettungshunde waren vor Ort.