Im Familiendrama von Wedel bei Hamburg sind die Ermittler am Dienstag auf eine weitere Leiche gestoßen - vergraben in einem Gebüsch direkt hinter dem Bungalow der vierköpfigen Familie. Inzwischen hat die Polizei bestätigt, dass es sich dabei um die Mutter der zwei getöteten Kleinkinder handelt. Der 49 Jahre alte Vater hatte sich am Sonntagmorgen im benachbarten Stadtteil Rissen umgebracht, indem er sich von einem Hochhaus stürzte.

Die Polizei geht davon aus, dass der Vater davor seine beiden kleinen Kinder tötete. "Hintergrund der grausamen Tat dürften familiäre Probleme gewesen sein", hieß es in einer Mitteilung der Beamten. Nach dem Ergebnis der Obduktion wurden das fünfjährige Mädchen und sein zwei Jahre alter Bruder vermutlich bereits am Samstag ertränkt. Die Kinder waren am Sonntag in ihrem Elternhaus in Wedel tot aufgefunden worden.

Nach der verschollenen 37-jährigen Mutter hatte die Polizei seither gesucht. Nachdem sie das Grundstück nochmals durchkämmte, entdeckte sie nun eine Leiche. "Es war ersichtlich, dass dort das Erdreich gelockert war. Es sah so aus, als hätte dort jemand gearbeitet", berichtete eine Beamtin.

Das Handy der Mutter ist laut der Hamburger Morgenpost seit sechs Tagen ausgeschaltet. Die aus Bolivien stammende Frau habe früher bei einem Hamburger Technologieunternehmen gearbeitet und zuletzt Spanischkurse in Wedel gegeben.

Der weiße Bungalow der Familie steht in einer ruhigen, beschaulichen Wohngegend Wedels in einer Sackgasse. Die Großeltern hatten am Sonntagvormittag um 10.30 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie die Leichen in dem Wedeler Haus entdeckt haben. "Sie wollten die Kinder abholen", so der Polizeisprecher Bad Segeberg.