Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

man kann nicht behaupten, dass die Frage, wie dreckig Hamburg sein darf, die Hamburger nicht bewegt. Seit wir erwähnten, dass die Hamburger Stadtreinigung demnächst die Lizenz zur Vergabe von Knöllchen an Müllsünder erhalten wird, erreichen uns Mails zuhauf. Ein paar davon mit dem Tenor, dass es sehr wohl auf die Höhe der angedrohten Strafe ankäme ("wer mal 100 Euro blechen musste, wirft seinen Kaffeebecher lieber in den Eimer"). Andere dazu, dass es mancherorts entschieden an öffentlichen Müllbehältern mangele. "Ich habe schon häufiger 20 Minuten lang den Kotbeutel unseres Hundes durch die Gegend getragen", klagt eine Leserin aus Niendorf. Und ein anderer bekennt: "Ich habe keine Lust, mich von Leuten anschreien zu lassen, weil ich aus purer Not ihre Tonne benutze." Vielleicht hat das eimerlose Elend ja bald ein Ende: Die Stadtreinigung verlost noch Locations für schicke neue öffentliche Mülleimer. Mailen Sie schnell und überzeugend an info@srhh.de.

Und zum Dauerthema Hundekot erreichte uns die interessante Anmerkung eines Lesers, dass es in einer Kleinstadt im Westen Deutschlands eine Gen-Datenbank gebe, in der alle Hundehalter ihre Lieblinge registrieren lassen müssten. Entdecke das Ordnungsamt einen nicht weggeräumten Haufen, könnten per Schnelltest Hund und damit auch Herrchen!, bestimmt und Letzterer zur Kasse gebeten werden, und zwar kräftig. Im Rathaus der besagten Stadt wusste man zwar nichts von einer Hundegendatenbank – fand die Anregung aber ebenfalls ungemein interessant.

 

Im Ausland ist man schon weiter. Gendatenbanken für Hunde gibt es bereits in Jerusalem, in Neapel und versuchsweise in London. Wetten, dass auch Hamburg mit diesem Modell ganz schnell sehr viel sauberer werden könnte? (Über eine Gendatenbank für Coffee-to-go-Junkies reden wir ein andermal.)

Kein Diesel-Verbot in Hamburg?

Dicke Luft: Seit Jahren werden die geltenden Stickoxid-Grenzwerte in der Stadt überschritten. Ein Großteil der Emissionen stammt laut BUND aus dem Pkw- und Lkw-Verkehr, mehr als 220.000 Anwohner an besonders stark befahrenen Straßen seien belastet. In Stuttgart wurde nun ein Verbot für Diesel-Fahrzeuge unterhalb der strengsten Abgasnorm 6 beschlossen – gelten soll dies zumindest an Tagen mit extrem hoher Schadstoffbelastung. Na, wäre das nicht auch eine Idee für Hamburg...? Die Umweltbehörde winkt ab. Es sei kein Diesel-Verbot geplant, da die Situation in beiden Städten "nicht vergleichbar" sei, so Behördensprecher Jan Dube. In Hamburg nämlich lägen immerhin die gemessenen Feinstaubwerte, anders als in Stuttgart, alle im grünen Bereich (und wir fragen uns, wie die alljährlichen Harley Days wohl die Statistik beeinflussen..) Nur seltsam, dass Umweltsenator Jens Kerstan im vergangenen Sommer noch ganz anderes verlauten ließ. Im Sommerinterview mit NDR 90,3 riet Kerstan vom Kauf von Autos mit Diesel-Motoren ab. O-Ton: "Man wird am Ende aller Voraussicht nach um Fahrverbote nicht herumkommen, wenn man die Grenzwerte einhalten will." Und wenn die Politik nicht aktiv werde, dann würden eben Gerichte ein Verbot anordnen, erklärte Kerstan damals weiter. Zieht der Senator es nun also vor, auf ein entsprechendes Gerichtsurteil zu warten? Glaubt man dem Greenpeace-Verkehrsexperten Tobias Austrup, wäre durchaus ein wenig Aktionismus angebracht: "Wer die Menschen schnell vor Stickoxiden schützen will, kommt an Fahrverboten für ältere Diesel nicht vorbei."

Türkei-Theaterstück: Abschottung statt Integration?

Dass ein Theaterstück für derart viel Wirbel in der Stadt sorgt, kommt selten vor. Doch die Inszenierung "Son Kale Türkiye", zu Deutsch "Letzte Bastion Türkei", die am Sonntag in Wilhelmsburg zu sehen war, birgt nun mal auch ordentlich Zündstoff: Das Stück handelt vom gescheiterten Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan im Juli und gilt als umstritten, hinter der Inszenierung der Theatergruppe "Gözyasi" aus Istanbul sollen ultranationalistische Gruppierungen stehen. Innensenator Andy Grote äußerte sich vorab besorgt: die Botschaft des Stücks fördere bei der türkischstämmigen Bevölkerung "Abgrenzung statt Integration".  Linksfraktion und CDU versuchten noch in letzter Minute, ein Verbot der Aufführung durchzusetzen – jedoch ohne Erfolg. Dafür riefen Anwohner zu einer spontanen Demonstration vor dem Hotel auf. Der Aufruhr um das Stück scheint selbst ein weiterer Akt in der Debatte um das Verhältnis der Deutschtürken zur Erdoğan-Regierung zu sein. Zumal auch der türkische Islamverband Ditib Nord – wieder einmal – in der Kritik steht: Weil das Magazin "Panorama 3" kürzlich über demokratiefeindliche Parolen des Vorsitzenden des Ditib-Moscheevereins in Wilhelmsburg berichtet hatte – Ishak Kocaman hatte bei Facebook das Zitat "Demokratie ist für uns nicht bindend, uns bindet der Koran" gepostet –, musste dieser am Freitag seinen Rücktritt bekanntgeben. "Wir bekennen uns unmissverständlich zu unserer demokratischen und gesellschaftlichen Werte- und Grundordnung", heißt es dazu in einer Mitteilung von Ditib Nord – eine klare, wohl auch bitternötige Ansage. Weiter heißt es allerdings auch, das Zitat von Herrn Kocaman sei "aus dem Kontext gerissen".

"Sisters’ March" am Frauentag

Zum Internationalen Frauentag wird wieder weltweit für die Gleichberechtigung der Geschlechter demonstriert – in Hamburg ist zum ersten Mal ein Sisters’ March vom Hamburger Rathaus über den Jungfernstieg bis zum Neuen Kamp geplant. Laut Kaja Otto, einer jener sieben Hamburgerinnen, die die Idee zum Sisters’ March entwickelt haben, ist der Name bewusst gewählt: "Durch Begriffe wie ›Stutenbissigkeit‹ wurde vielen Frauen Solidarität abtrainiert, dabei können wir gemeinsam, eben als Schwestern, so viel mehr erreichen", sagt Otto. Trotz gesetzlicher Gleichberechtigung sei die gefühlte Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in Deutschland noch zu groß. "Da wird eine Frau von der Karriereleiter gestoßen, weil sie ein Haus baut – und ihr Vorgesetzter wie selbstverständlich annimmt, dass sie eine Familie plant und den Job nicht mehr schafft. Bei Männern wäre das kein Thema", so Otto. Auch Alltagssexismus sei ein Problem, die Äußerungen von Donald Trump während des US-Wahlkampfs hätten das Bewusstsein dafür geschärft. "Die Ausdrucksweise hat sich auch in unserer Gesellschaft verändert, Sexismus scheint leider wieder salonfähig zu sein", sagt Otto. Die Veranstalterinnen erwarten etwa 1000 Menschen zu dem Protestzug am Mittwoch. Weitere Aktionen bis zur Bundestagswahl im Herbst sind in Planung, derzeit ist die Sisters’-March-Gruppe dabei, sich mit anderen Initiativen und Frauenorganisationen zu vernetzen.

"Wir müssen wieder miteinander reden"

Heute startet die sechste Social Media Week unter dem Motto "Language and the Machine – Sprache trifft Technologie". Auf 50 Diskussionsveranstaltungen und Vorträgen wird über Trends in den sozialen Medien diskutiert, es geht um Themen aus den Bereichen Journalismus, Digital Entertainment oder Gesellschaft und Partizipation (mehr zum Programm unter "Was geht"). Der Politikberater und Blogger Martin Fuchs etwa wird am Freitag eine Diskussion zum Thema "Filterblasen" moderieren. Ein Thema, das uns alle betrifft, gerade heute. Sie wissen trotzdem nicht, was damit gemeint ist?

Elbvertiefung: Herr Fuchs, was sind Filterblasen?

Fuchs: Es ist psychologisch bewiesen, dass sich Menschen mit den Inhalten beschäftigen, die das eigene Weltbild bestätigen. Man liest etwa eine Zeitung, deren Berichterstattung die eigene Meinung widerspiegelt. Mit anderen Meinungen befassen wir uns weniger, um uns so kognitiv zu entlasten. Dieses Phänomen ist nicht neu, doch mit dem Internet gibt es neue Technologien, die solche Filterblasen verstärken können.

Elbvertiefung: Sie meinen die Algorithmen, mit denen etwa Google oder Facebook arbeiten?

Fuchs: Genau, soziale Netzwerke wie Facebook registrieren, welche Inhalte wir angeklickt, kommentiert oder geliked haben, mit welchen anderen Usern wir am meisten interagieren, und zeigen uns dann nur die für uns relevantesten Postings an. Das ist erst mal ein Service: Bei 400 Facebook-Freunden würden uns sonst im Schnitt etwa 25.000 Inhalte pro Tag angezeigt, so viele Informationen könnten wir gar nicht aufnehmen. 

Elbvertiefung: Klingt eigentlich erst mal positiv. Doch am Freitag diskutieren sie über die Frage, ob Filterblasen gar die Demokratie bedrohen könnten.

Fuchs: Eine These lautet, dass der öffentliche Diskurs durch diese Filter mehr polarisiert wird, Meinungen immer weiter auseinanderdriften und Radikalisierungen gefördert werden. Wenn jemandem täglich vermittelt wird, wie schlecht die deutsche Flüchtlingspolitik ist, dann glaubt er das irgendwann auch. Sicher belegt ist dieser Effekt auf die politische Meinungsbildung nicht. Vielmehr stellt sich die Frage, ob Filterblasen Ursache oder Symptom der gesellschaftlichen Polarisierung sind.

Elbvertiefung: Was denken Sie?

Fuchs: Ich glaube: Unser eigener Einfluss ist stärker als der der Algorithmen.

Elbvertiefung: Nun beginnt der Bundestagswahlkampf, es gilt, sich eine politische Meinung zu bilden. Was kann man also tun, um die Filterblase zu durchbrechen?

Fuchs: Wir müssen offener durch die Welt gehen und wieder miteinander reden. Dazu ein Beispiel aus der realen Welt: Ich lebe seit sieben Jahren in der "Eimsbüttel-Blase", bin dort vor allem von gut verdienenden Akademikern umgeben. Einmal im Monat gehe ich in eine Eckkneipe in Vierteln, in denen ich sonst nie bin, um dort mit Leuten ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, was sie bewegt. Das lässt sich aufs Netz übertragen: Wenn Facebook-Freunde plötzlich mit AfD oder Pegida sympathisieren, ist ein Kontaktabbruch der falsche Weg. Vielmehr sollten wir uns mit anderen Meinungen bewusst beschäftigen – am besten nicht nur virtuell, denn dort ist die Kommunikation oft aggressiver. Warum nicht einfach schreiben: "Hey, lass uns doch mal auf ein Bier treffen!"

Freitag, 3. März, 10.30 Uhr, Hochschule Macromedia (Gertrudenstraße 3): "Sind Filterblasen wirklich ein Problem für unsere Demokratie und wie bekommen wir sie zum Platzen" mit Thomas Dudzak, Die Linke, Sachsen, Carsten Ovens, CDU, und der Kommunikationswissenschaftlerin Lisa Merten. Moderation: Martin Fuchs

Worauf ich mich diese Woche freue

Frank Spilker ©Juliane Werne

...verrät uns Frank Spilker

"Einen Monat Proben und Tournee mit Die Sterne haben den Körper ausgelaugt und die Seele geschändet. Umso mehr freue ich mich auf alles, was die Stadt als Erholung nach dem Ausschlafen zu bieten hat: Sport, Wellness, Bücher, Ausstellungen und Kino mögen ein strammes Programm aus Herumhängen und Nichtstun ergänzen, das sich gewaschen haben wird. Darüber hinaus wird gegessen und getrunken werden. Wie soll man einem fachunkundigen Publikum nur vermitteln, wie sehr man das Selbst-Einkaufen, das Selbst-Kochen und ein Frühstück vermissen kann, bei dem die Butter nicht in einzelnen Portionen in Eiswasser schwimmt? Aber so ist es. Und wenn das als Bandbus getarnte Büro dann einmal nicht mehr wackelt und durch die Kurven schlingert, weiß ich: Ich bin wieder zu Hause!"

Frank Spilker ist Sänger der Hamburger Band Die Sterne

Mittagstisch

Nichts als Fisch

Im Südwesten der Republik würde man diese Örtlichkeit ohne Zweifel "Fischlädle" heißen. Ist es doch ein winziges Restaurant, das nur Fisch anbietet. Hier im hohen Norden trägt die Lokalität den umständlichen Namen Fischfeinkost Delikatessen des Meeres. Auf der Mittagstischkarte steht ein Gericht, manchmal gibt es zusätzlich Lasagne ("Je nachdem, wie viele Blätter wir verarbeitet haben", erklärt die Frau hinter dem Tresen). Der Freitag ist für Spaghetti mit Meeresfrüchten reserviert. Man steht, sofern man keinen der raren Hocker ergattert hat, an hohen Holztischen eng gedrängt, das Publikum stammt aus den umliegenden Büros und Banken und scheint sich nicht zu stören an dem ziemlich abgewetzten Interieur. Was an der Qualität der Speisen liegen mag. Die Kartoffel-Gemüse-Suppe zum Thunfischfilet ist wunderbar sämig, und das darübergeträufelte Trüffel-Pilz-Pesto überzeugt mit überraschenden Nuancen (7 Euro). Dazu klingt aus den Lautsprechern Sergei Prokofjews "Tanz der Ritter".

 

Mitte; Fischfeinkost Delikatessen des Meeres (keine Website)

Colonnaden 104, geöffnet von 12 bis 17 Uhr

 

Elisabeth Knoblauch

Was geht

Sozial-medial: Hier dreht sich alles um soziale Medien: Unter dem Motto "Language and the Machine – Sprache trifft Technologie: Algorithmen und die Zukunft der Kommunikation" startet die Social Media Week ins nunmehr sechste Jahr. Bei Deutschlands größter Digitalkonferenz stehen diesmal 150 kostenfreie Veranstaltungen auf dem Programm, diskutiert wird unter anderem über die Chancen und Risiken von Chatbots und Messaging Apps, Augmented Reality, "Roboter-Journalismus" und Hass im Netz. Zur heutigen Eröffnung spricht Hamburgs neuer Kultursenator Carsten Brosda ein Grußwort, danach geht es beim Themenfokus "Business&Brands" den ganzen Tag um Content Marketing und Digital Relations.

Weitere Infos zum Wochenprogramm und zu den Livestreams der einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier.

Social Media Week, Handelskammer InnovationsCampus Hörsaal, Gertrudenstraße 3, ab 10.30 Uhr

Energie der Zukunft: Was hat Wasserstoff mit Energie zu tun? Wie weit ist Deutschland auf dem Weg zur H2-Mobilität? Der Vortrag "Rückblick, Einblick und Ausblick in die Brennstoffzellentechnologie" klärt auf.

ZAL TechCenter, Hein-Saß-Weg 22, 16 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung online

Ruusemondach am Rathaus: Leev Fastelovendsjecke, dreimol vun Hätze Kölle un Hamburg Allaaf! Rein ins Kostüm, ab zur Polonaise.

Parlament Hamburg, Rathausmarkt 1, 18 Uhr

Kalifornien singt: Sie spielen Songs, denen der blaue Himmel entspringt, endlose Highways und Kakteen. "The Blank Tapes", inspiriert vom Sechziger-Jahre-Folk-Rock-Surf-Psych-Soul-Pop.

Astra Stube, Max-Brauer-Allee 200, 21 Uhr

Ballkampf unter Nachbarn: Der FC St. Pauli trifft auf seinen direkten Tabellennachbarn, den Karlsruher SC. Beide Vereine dümpeln in der unteren Hälfte herum –  wer schafft den Befreiungsschlag? Nur noch Restkarten erhältlich.

Millerntor-Stadion, Harald-Stender-Platz 1, 20.15 Uhr, ab 23 Euro

Was kommt

Kinderparty im Grünen: Tierspuren statt Computerspiele, Picknick statt Fast Food – die Naturjugend Hamburg will Kids für "Naturgeburtstage" begeistern. Beim Einstiegsseminar für Teamer lernen Eltern, Studierende und Erzieher, Kindern die Umwelt spielerisch näherzubringen.

NAJU (Naturjugend Hamburg), Freitag bis Sonntag, 50 € inklusive Verpflegung, Anmeldung unter 040/69 70 89 20

Lesung mit Würger: Hans stammt aus einfachen Verhältnissen. Trotzdem schafft er es in den elitären Pitt Club – und wird Zeuge von Dingen, über die keiner spricht. Takis Würger kombiniert in "Der Club" Liebesgeschichte, Entwicklungsroman und Krimi.

stories! Im Falkenriedquartier, Straßenbahnring 17, Samstag, 18 Uhr, Anmeldungen unter anmeldungen@stories-hamburg.de

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Aimen Abdulaziz-Said

schreibt bei ZEIT ONLINE die HSV-Kolumne

 

"Der HSV kann froh sein. Das mag nach der 0:8-Niederlage gegen die Bayern zunächst komisch klingen, doch die höchste Pleite in der Vereinsgeschichte hätte noch wesentlich höher ausfallen können, wenn die Bayern nicht – zum wiederholten Male – Gnade hätten walten lassen. Die große Frage lautet nun: Wie stabil ist dieser HSV? Kann er diese schmerzhafte Niederlage schnell abhaken? Oder bricht die Mannschaft wieder in sich zusammen? Am Mittwoch treffen die Hamburger im Pokalviertelfinale auf Gladbach. Danach wissen wir mehr."

Mehr über Fußball von Aimen Abdulaziz-Said


Meine Stadt


SCHLUSS

Von Storch Rolf und Gattin gab es gestern keine neuen heißen News, also kommen wir zu Sven. Ein prächtiger Rothirsch, der zwar ein Stück weiter weg von Hamburg lebt, nahe Flensburg nämlich, aber derzeit trotzdem bundesweit für Furore sorgt. Seiner Herde wegen. Die nämlich besteht aus rund 60 Galloway-Rindern, mit denen Sven seit zwei Jahren auf der Weide herumhängt, und das sogar zur Brunftzeit. Warum er das tut, darüber rätseln die Experten: Fürchtet er sich gar vor den anderen Hirschen? Wohl kaum. In der Gegend gibt es nämlich eigentlich gar kein Rotwild. Allerdings im nahen Dänemark. Und da die Hirsche nördlich der Grenze wenig Platz und Nahrung finden, wandern immer mehr aus Not nach Schleswig-Holstein ein. Sven ist also gewissermaßen ein Flüchtling. Aber er hat Glück, dass er ein Tier ist.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.