Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

unter Journalisten gibt es das Sprichwort: "Eine Zeitung hat die Leser, die sie verdient." Umso glücklicher dürfen wir uns bei der Elbvertiefung dafür schätzen, dass Sie diesen Letter so engagiert lesen. An unserer Umfrage, wie künftig die Titelseite der in Hamburg verkauften ZEIT aussehen soll, nahmen rund 3500 Leserinnen und Leser teil. Vielen Dank Ihnen allen dafür! 60 Prozent der Abstimmenden waren Frauen, 7 Prozent wussten nach eigenem Bekunden bisher nicht, dass die ZEIT einen eigenen Hamburg-Teil hat. Mehrere Leser reichten teils liebevoll gestaltete eigene Titelanregungen ein. Und, um zum Ergebnis der Abstimmung zu kommen: Die Titelvariante "Die ZEIT" mit dem Zusatz "Hamburg, der beste Stadtteil" ist klar ausgeschieden – einige Mailschreiber fanden, solche "Wortspiele" hätten wir "nicht nötig". Zwischen den anderen beiden vorgeschlagenen neuen Varianten, "ZEIT: Hamburg" und "Die ZEIT, Hamburg-Ausgabe", gab es ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Deshalb führen wir noch Gespräche mit ein paar Experten, bevor die Chefredaktion, Artdirection und die Leitung des ZEIT:Hamburg-Ressorts sich zusammensetzen, um zu entscheiden, wie die Titelseite der ZEIT in Hamburg künftig aussehen wird. Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

Und am Montag und Dienstag begrüßt Sie hier statt meiner wieder einmal Kathrin Fromm.

Rechte Gesten und Besuchsverbote

Die Nachbeben des umstrittenen Auftritts des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu sind noch immer zu spüren – wie nun bekannt wurde, zeigten der Minister selbst und einige seiner Begleiter am Dienstag offenbar den "Wolfsgruß", eine Geste, die der rechtsextremen türkischen Gruppe Graue Wölfe zugeordnet wird. Wie die türkische Regierung, die deutschen Behörden selbst gern mal "Nazi-Methoden" vorwirft, reagiert, bleibt abzuwarten. Dem Linken-Bürgerschaftsabgeordneten Jan van Aken wurde indes der Besuch von Bundeswehrsoldaten auf dem türkischen Nato-Luftwaffenstützpunkt Konya untersagt. Schon im Sommer letzten Jahres war deutschen Abgeordneten monatelang der Besuch eines anderen Stützpunktes in Incirlik verweigert worden – weil der Bundestag kurz zuvor den Völkermord an den Armeniern als Verbrechen anerkannt hatte. Zuletzt habe die Türkei entsprechende Besuchswünsche bei der Bundeswehr einfach ignoriert, so erzählte uns van Aken. Die Absage werte er nun als "gezielte Eskalation". Er fordert die Bundesregierung zum Handeln auf: "Man sollte hinterfragen, wie sinnvoll Kooperationen mit der Türkei im Sicherheitsbereich jetzt sind."

Doch zurück nach Hamburg: Weiterhin fraglich ist, welche Rolle der türkische Islamverband Ditib eigentlich spielt – ist er ein Steigbügelhalter für die türkische Regierung? ZEIT:Hamburg-Kollege Sebastian Kempkens (der später beim Auftritt Çavuşoğlus angegriffen wurde hat mit Sedat Şimşek, dem Vorsitzenden der Ditib-Nord, über die Vorwürfe gesprochen. Und der sagte (hört, hört!) zur Diskussion um die Auftritte türkischer Politiker: "Wir brauchen keinen türkischen Wahlkampf in Deutschland!" Das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT:Hamburg, ab jetzt am Kiosk oder hier digital.

"Es wird in Vorgärten gepinkelt und in Briefkästen gekotzt!"

Der Tourismus in Hamburg boomt: 13,3 Millionen Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt. Doch während sich Hamburg seit Mittwoch auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin in bestem Licht präsentiert, sind die negativen Folgen des Tourismus in St. Pauli schon lange spürbar, findet Quartiersmanagerin Julia Staron vom BID (Business Improvement District) Reeperbahn. Sie fordert einen "nachhaltigen Tourismus". Wieso?

Elbvertiefung: Frau Staron, seit einiger Zeit häufen sich die Beschwerden der Anwohner über Touristen auf St. Pauli. Wo liegt das Problem?

Staron: Tourismus und Party gehören zu St. Pauli, klar. Doch seit ein paar Jahren nehmen die üblen Begleiterscheinungen zu: Menschentrauben blockieren die Bürgersteige, es wird in Vorgärten gepinkelt und in Briefkästen gekotzt. Viele Touristen denken wohl, dass man sich auf St. Pauli besonders schlecht benehmen könne, einige Stadtführer feuern auch noch dazu an: "Hier könnt ihr so richtig die Sau rauslassen", heißt es dann ... Dass hier aber ganz normal gewohnt und gearbeitet wird, wird ausgeblendet.

Elbvertiefung: Apropos Stadtführer: Vor knapp zwei Jahren wurde auf St. Pauli schon einmal über einen "Kiezkodex" für diese Berufsgruppe diskutiert ...

Staron: Es gibt immer mehr Tourguides im Viertel: Vor zwei Jahren haben wir 183 Thementouren gezählt, wie viele es heute sind, können wir nur schätzen. Der Beruf ist nicht geschützt, einige Reiseführer arbeiten für Vereine, andere selbstständig. Viele Reiseführer laufen mit Megafonen durchs Viertel, versperren Zufahrtswege, bepöbeln einander auf offener Straße. Da mangelt es an Respekt! Der "Kiezkodex" soll eine Selbstverpflichtung mit festen Regeln sein: etwa dass man nicht mehr als 25 Personen herumführen, Megafone nur auf der Reeperbahn benutzen darf. Wer sich daran hält, bekommt ein Gütesiegel.

Elbvertiefung: Gute Idee. Warum hat die Umsetzung bisher nicht geklappt?

Staron: Wir haben den Konkurrenzkampf der Touristenführer unterschätzt, es war schwierig, einen Nenner zu finden. Nun haben wir den Plan auf einer Reeperbahn-Runde vergangene Woche noch mal aufgegriffen und verhandeln gerade mit Gewerbetreibenden, Anwohnern und Tourismusvereinen.

Elbvertiefung: Sie plädieren auch für einen "Nachhaltigen Tourismus" – wie soll der aussehen?

Staron: Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor, doch er sollte sich in die Stadtteilkultur integrieren lassen, das Leben der Anwohner nicht massiv stören. Da die Touristenzahlen in Zukunft weiter steigen werden, sollte die Stadt dies im Hinterkopf behalten und Beschwerden ernst nehmen.

Elbvertiefung: Nun fahren auch wieder die berüchtigten Bierbikes durch St. Pauli, die 2015 eigentlich verboten wurden ...

Staron: Ja, wir haben ein paar Mehrpersonenfahrräder gesichtet, die jetzt "Sportybikes" heißen, aber nur eine Abwandlung des alten Modells und somit auch verboten sind: Die haben auf St. Paulis Straßen nichts verloren.

Diskussion um Tempo-30-Zonen

Lange war es kompliziert, eine Tempo-30-Zone zu beantragen – für diese "verkehrsbeschränkende Maßnahme" brauchte man eine handfeste Begründung. So musste bis Ende letzten Jahres nachgewiesen werden, dass an dieser Stelle eine besondere Gefahrenlage bestehe, also beispielsweise dass es dort besonders viele Unfälle gab; wurde jemand überfahren, war das so tragisch wie hilfreich. Eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung erleichterte 2016 dann das Verfahren: Vor schützenswerten Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Seniorenheimen konnte eine 30er-Zone auch ohne große Nachweise beantragt werden. Damit Bürger diese Option noch leichter nutzen konnten, hat der ADFC im November vergangenen Jahres ein Online-Tool für das Beantragen einer Tempo-30-Zone eingerichtet, mit dem jeder überprüfen kann, ob auch die gesetzlichen Grenzwerte für Lärm- und Luftschadstoffe in seiner Straße überschritten werden, also "verkehrsbeschränkende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz" nötig wären. "Wir schätzen, dass es in ganz Hamburg bis zu 200 Anträge infolge unserer Online-Hilfe gibt", sagt Dirk Lau, Sprecher des ADFC. Heute könnte die Diskussion erneut entfacht werden, da kommt das Thema vor den Bundesrat, denn Bedenkenträger im Verkehrs- und Innenausschuss des Bundesrates wollen die schöne neue Regelung wieder aufweichen zu einer "Kann-Vorschrift", auch an mehrspurigen Straßen. Es muss sich um kinder- oder zumindest verantwortungslose Bedenkenträger handeln, denn Tempo 30 ist genau dort sinnvoll, wo Kinder eine Straße überqueren müssen. "Wir fordern, dass Tempo 30 innerorts zur Regel wird", sagt Lau, "und die Anordnung von Tempo 50 begründet werden muss." Das wäre die bessere Regelung.

Hohe Feinstaubwerte: "Aida" doch nicht "prima"?

Sollten Sie für diesen Sommer eine Fahrt auf der "Aida Prima" gebucht haben, packen Sie lieber eine Atemschutzmaske ein ­– nur für alle Fälle. Denn das Schiff ist wohl doch nicht so umweltverträglich wie gedacht: Reporter des ARD-Magazins "Plusminus" haben stichprobenartig Feinstaubwerte an Deck des Schiffs gemessen – und in der Abgasfahne hinter dem Schornstein des Schiffs, direkt an der gut besuchten Kunsteislaufbahn, schlug der Messpegel gefährlich weit aus. 68.000 Partikel pro Kubikzentimeter wurden in einer halben Stunde gemessen, 50-mal höherer Wert, als bei sauberer Seeluft zu erwarten wäre, und "weit über dem Niveau stark befahrener Straßen", sagte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller. Ein Indiz dafür, dass der von "Aida" einst groß angekündigte Partikelfilter, ein bisher einzigartiges Abgasreinigungssystem, fast ein Jahr nach der Jungfernfahrt noch immer fehle. Bei Aida Cruises ist man entrüstet: Die Reporter spielten "mit den Ängsten der Verbraucher", so Monika Griefahn, die Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei Aida Cruises ist (und mal Umweltministerin in Niedersachsen war, doch das nur am Rande). Die "Aida Prima" fahre  mit Marinegasöl, könne in fünf europäischen Häfen bereits Flüssig-Erdgas (LNG) nutzen, die bisher "emissionsärmsten Formen des Schiffsbetriebes". Und warum ist nun das Abgasreinigungssystem noch immer nicht in Betrieb? Ganz einfach, so Sprecherin Kathrin Heitmann: In deutschen Gewässern, etwa der Elbe, fehle noch eine Genehmigung der Behörden – auch jetzt noch, zehn Monate, nachdem das Schiff erstmals ausgelaufen ist. Wann diese kommt, ist unklar, man verhandle noch mit der Bundesumweltbehörde – bis dahin also: die Atemschutzmaske nicht vergessen ...

Zu Fuß von Hamburg nach Shanghai

Während es viele von uns schon Überwindung kostet, einmal die Woche ein paar Runden um die Alster zu laufen, plant ein Hamburger, zu Fuß nach Shanghai aufzubrechen. Am Sonntag startet Kai Markus Xiong seinen neun Monate langen Marsch, Gang, Lauf – wie auch immer – nach China. Auf 12.000 Kilometern wird er acht Länder durchqueren. Als Tagesration hat er im Rucksack: drei Liter Wasser, fünf Bananen, einen Energie-Riegel, eine Stulle – und jede Menge Schokolade "für die gute Laune", erzählt uns Xiong. Mit der verrückt klingenden Idee erfüllt sich der 44-Jährige, der den Namen seiner chinesischen Frau angenommen hat, einen Lebenstraum, will Vorbild für andere sein, einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten und Vorurteile abbauen; Hamburg und Shanghai verbinde schließlich eine 30-jährige Freundschaft: "Um Kulturen zueinander zu bringen, muss man ein paar Schritte aufeinander zugehen." In seinem Fall werden das etwa 18,5 Millionen Schritte. Rund 500.000 Euro wird die Reise kosten, finanziert aus eigener Tasche und durch Sponsoren. Los geht’s am Sonntag um 10 Uhr an der Elbphilharmonie, Publikum erwünscht. Xiong: "Jeder Einzelne, der kommt, ist für mich eine Motivationsspritze." Und ein erstes Vorurteil über uns Deutsche konnte er schon vor Antritt der Reise abbauen: Auf die Frage, um wie viel Uhr er am 4. November in China ankommen werde, wusste er keine Antwort.

Lesevertiefung

Drei Buchempfehlungen fürs Wochenende ...

Belletristik Unser Lieblingsbuch im Frühjahr. Ein Buch für alle, die keine Angst vor nicht ganz leichten Themen haben – es geht um Sterbebegleitung und eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung. Hiervon wird auf humorvolle und gleichzeitig berührende Weise erzählt. Großartig. Susann Pásztor: "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster"; Kiepenheuer und Witsch, 20 Euro

Sachbuch Einer der angesehensten Intellektuellen und Journalisten Amerikas schreibt einen Brief an seinen Sohn, um ihn vor der alltäglichen Bedrohung (aktuelles Thema: Polizeigewalt) zu warnen, denen Schwarze immer noch oder gerade wieder in den USA ausgesetzt sind. Ta-Nehisi Coates: "Zwischen mir und der Welt"; Hanser Berlin, 19,90 Euro; aus dem Englischen von Miriam Mandelkow

Jugendbuch Ein Mut machendes Buch über zwei Außenseiter, Daniel und Sara, die gemeinsam ihre Ängste besiegen und dabei auf eindrucksvolle Art zeigen, dass im Leben Freundschaft und Loyalität wichtig sind. Witzig und spannend für Jungs und Mädchen ab zwölf Jahren. Wesley King: "Daniel Is Different"; Magellan, 17 Euro; aus dem Englischen von Claudia Max

… ausgewählt von Jörg Johannsen; Sachsentor Buchhandlung; Bergedorf

Was geht

Bilderbuchkino: Rabe Ringo ist anders als seine Brüder – er weigert sich zu fliegen. Seine Eltern machen sich Sorgen, doch eines Tages zeigt der Knirps, was in ihm steckt. "Ringo Rabe traut sich was", für Kids ab drei Jahren.

Bücherhalle Kirchdorf, Wilhelm-Strauß-Weg 2, 10.30 Uhr, Eintritt frei

Musik mit System: Das Projekt El Sistema versorgt über 700.000 Kinder aus armen Verhältnissen mit Instrumenten und kostenlosem Musikunterricht. Fotograf Andreas Knapp zeigt in der gleichnamigen Ausstellung, wie sich das Simon-Bolivar-Orchester aus dem Projekt heraus entwickelt hat.

Zentralbibliothek, Hühnerposten 1, Vernissage um 19.30 Uhr, Eintritt frei

Rock den Blues: Seine Zeit ist gekommen – mit dem Album "Time Has Come" tourt Ben Poole durch Europa. Als eines der aktuell größten Bluesrock-Talente will der 28-Jährige nach Shows mit John Mayall und anderen Stars selbst die Säle füllen.

Eventcenter Landhaus Walter, Otto-Wels-Str. 2, 20 Uhr, 19,40 Euro

Was kommt

Trällern bis zum Frühling: Da haben sich die Sänger vom Chor St. Martin’s Smile Pinneberg aber was vorgenommen – das Motto ihres Gospelkonzerts lautet "Sunshine is coming". Denn man tau.

Lutherkirche Pinneberg, Kirchhofsweg 76, Samstag, 17 Uhr, Eintritt frei

Politische Buchfreunde: Was eint Günter Wallraff, Anna Thalbach und Monika Griefahn? Sie betreten bei den Erneuerbaren Lesetagen die Bühne. Politisch wird’s garantiert, vielleicht auch lustig.

Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, Samstag, 19.30 Uhr, Eintritt frei

Der frühe Vogel rockt: Die Nacht durchmachen, im Morgengrauen zum Fischmarkt, mit gläsernem Blick einer Rockröhre lauschen. No-U-Turn vertreiben mit Klassikern ab sechs Uhr früh die Müdigkeit. Das kann nur Hamburg.

Fischauktionshalle, Große Elbstraße 9, Sonntag, 6–12 Uhr

Kalter Urlaub: Das Ferienprogramm des Museums für Völkerkunde negiert beharrlich den Frühling. Es lädt Kids ab sieben Jahren ein zu "EisZeiten: Entdeckungsreise ins Eis – Experimente für Jung und Alt". Passt (leider) zum Wetter.

Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, Sonntag, 14 Uhr, im Eintritt enthalten

Schnack

Vater und Sohn fahren morgens zur Kita. Der zweijährige Sohnemann darf ausnahmsweise im Kindersitz auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Wir fahren in eine Straße mit Tempo-30-Schild ein, Sohnemann erblickt dieses Verkehrsschild und sagt: "Auch hier darf man langsam fahren."

Gehört von P. Schmelzer

Meine Stadt

Ein bisschen Aussicht vom Planetarium ... © Kerstin Hagemann

SCHLUSS

Der Pirat Klaus Störtebeker ist wohl eine der legendärsten Hamburger Persönlichkeiten (neben Helmut Schmidt und Uwe Seeler, versteht sich), bekannt wurde der raue Geselle allerdings weniger durch seine Taten zu Lebzeiten als durch die eine sozusagen nach seinem Tod: Der Legende nach wurde Störtebeker am 20. Oktober 1400 am Hamburger Grasbrook enthauptet, vorab soll der damalige Erste Bürgermeister der Stadt, offenbar ein Sportfreund, ihm allerdings versprochen haben, allen seinen Männern, an denen er nach der Enthauptung vorbeilaufe, das Leben zu schenken. Wie viele Mitpiraten der kopflose Piratenchef auf diese Weise rettete, darüber gibt es widersprüchliche Spekulationen; sein Kopf soll schließlich zur Abschreckung an der Einfahrt zum Hafen an einen Pfahl genagelt worden sein. Die Geschichte böte also Stoff für ein blutiges Splattermovie – bei den Störtebeker Festspielen auf der Insel Rügen bleibt man aber lieber beim klassischen Theaterstück: Der Tod des berühmten Hamburger Piraten wird in diesem Jahr schon in der 25. Festspielsaison wiederholt – ähm, inszeniert: ab dem 24. Juni im Stück "Im Schatten des Todes". Auf eine echte Enthauptung verzichte man dann doch, versicherte uns Intendant Peter Hick ("Was meinen Sie denn, wie viele Hauptdarsteller wir haben?!"). Dennoch sehe es "sehr naturalistisch" aus, wenn  "Störti" trickreich enthauptet werde, "wenn das Beil hinuntersaust und der Kopf zu Boden fällt ...". Ein Wermutstropfen aber bleibt: Den legendären Run ohne Kopf entlang der Gefährten, das Herzstück der Legende, wird es nicht geben – dafür reichen die Tricks dann doch nicht.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Montag lesen Sie hier meine Kollegin Kathrin Fromm!

Ihr Mark Spörrle


PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.