Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

nein, ich bin noch da und nicht etwa unterwegs zu den Cayman-Inseln. Denn ich muss zugeben, dass SIE nicht auf jeden Trick reinfallen. Die Zahl der Anfragen nach dem Strohmannkonto unseres Meteorologen zwecks Überweisung von 144.000 Euro hielt sich in Grenzen (genauer: im einstelligen Bereich).

Dafür bekamen wir die Aufforderung, an einem Fundraisingprojekt für besseres Wetter in Hamburg teilzunehmen und unsererseits 1000 Euro zu überweisen (ich schwöre, ich hätte es fast getan). Obendrein erreichte mich die Mail eines Lesers aus der Schweiz, der sich enttäuscht über meinen gestrigen Aufruf zeigte. "Nachdem wir die Uhrenproduktion nach und nach an die Kalifornier respektive Chinesen mit ihren Smartwatches verlieren, sind wir Schweizer offenbar nicht mal mehr gut genug, dubiose Konten für die Deutschen zu verwalten. Die Cayman-Inseln scheinen in diesem Bereich mehr Vertrauen zu geniessen", bedauert er. "Auch zukünftig würden wir gerne für Sie alle legalen, halblegalen und ja, auch illegalen Gelder, sicher und verschwiegen verwalten."

Derweil brechen in Berlin für Hundehalter riskante Zeiten an. Wie erst jetzt bekannt wurde, krachte dort am 1. März kurz vor einem 38-jährigen, der seinen Hund Gassi führte, ein Gegenstand in eine Laterne. "Bei genauerer Betrachtung", schreibt der "Tagesspiegel", "stellte sich heraus: Das kugelförmige Geschoss war eine Kokosnuss." In der Nähe habe die Polizei einige Studenten angetroffen, nebst einer fünf Meter langen, druckluftbetriebenen "Kokosnuss-Kanone" aus Metall. Ein 23-Jähriger habe eingeräumt, das Ding "für ein Kunstprojekt" konstruiert zu haben. "Angeblich", so der "Tagesspiegel", "sollte die Kanone am nächsten Tag in die Antarktis verschifft werden."

Was man dort damit wollte, dazu gibt es keine Angaben. Die Berliner Polizei jedenfalls warnte auf Facebook davor, Kokosnüsse mit eigens dafür hergestellten Kanonen durch die Gegend zu schießen. Wir möchten diese Warnung unbedingt auch auf Hamburg ausweiten.

Status quo der Flüchtlingsintegration in Hamburg

"Wir schaffen das", sagte einst Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. 2017 ist die große Hektik und Aufregung der ersten Monate abgeflaut, der Fokus rückt immer weiter Richtung Integration. Für die neue Ausgabe der ZEIT:Hamburg haben die Kollegen genau hingesehen, was unsere Stadt bislang geschafft hat und wo noch einmal in die Hände gespuckt werden muss, damit das große Vorhaben Eingliederung tatsächlich gelingt: 1. Unterkünfte: Mehr als 5000 Geflüchtete warten weiterhin darauf, endlich aus der Erstaufnahmeeinrichtung ausziehen zu können. 600 leben noch immer in Notunterkünften wie Baumarkthallen. 2. Arbeit: Knapp zehn Prozent der arbeitslosen Flüchtlinge aus den acht häufigsten Herkunftsländern haben im vergangenen Jahr einen Job gefunden. Der Senat will mehr. Aber wie? Mehr als die Hälfte der Angekommenen hat keine Berufserfahrung. 3. Schulen und Kitas: Im vergangenen Jahr sind 1250 Flüchtlingskinder in Regelklassen gewechselt, in diesem Schuljahr werden es deutlich mehr sein. Aktuell besuchen knapp 4300 Kinder einjährige Vorbereitungsklassen. 4. Kriminalität: Im vergangenen Jahr ist fast jeder dreizehnte in Hamburg lebende Flüchtling laut polizeilicher Kriminalstatistik in den Verdacht einer Straftat gekommen. Überproportional kriminell sind Flüchtlinge dennoch nicht. 5. Abschiebungen: Der Hamburger Senat ist deutlich: Wen er abschieben kann, schiebt er ab – und sei es nach Afghanistan. Mehr Details und die Bewertungen finden Sie in der aktuellen ZEIT:Hamburg, am Kiosk oder digital hier.

Kopftuch? Eigentlich ja, aber …

Wer an etwas glaubt, hat es nicht immer leicht. Da würde man seine Ansichten noch so gern gern öffentlich zur Schau stellen, das Konterfei von SPD-Hoffnung Martin Schulz stolz auf der soziroten T-Shirt-Brust tragen oder gottgläubig den Rosenkranz um den Hals – aber zumindest am Arbeitsplatz könnte es damit künftig schwierig werden: Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zu Neutralität verpflichten, indem sie ein generelles Verbot solcher weltanschaulichen Merkmale aussprechen. So soll der Diskriminierung Einzelner vorgebeugt werden. Wir fragten Fabian Wittreck, Rechtswissenschaftler an der Uni Münster, was das Urteil in der Praxis bedeutet.

Elbvertiefung: Das EuGH-Urteil klingt ein wenig wie: "Kopftücher am Arbeitsplatz sind im Prinzip erlaubt, aber …", denn mit Einschränkungen können Arbeitgeber diese dennoch verbieten. Ist mit dem Urteil nicht trotzdem alles beim Alten geblieben?

Fabian Wittreck: Nein. Neu ist aus meiner Sicht, dass der Arbeitgeber nun sagen kann, dass er nach außen weltanschaulich neutral auftreten will. Dann muss er festlegen, dass solche Merkmale – also Kopftuch, umgekehrtes Pentagramm oder ein Fan-Shirt von Martin Schulz – im Betrieb grundsätzlich verboten sind, und das auch konsequent durchsetzen. Heißt: Muss die Muslima ihr Kopftuch ablegen, gilt das ebenso für den Katholiken und sein Kreuz.

Elbvertiefung: Auch wenn durch das Urteil die Diskriminierung von Einzelnen eingedämmt werden soll, werden auf diese Weise doch sehr religiöse Menschen in ihrem Arbeitsalltag eingeschränkt, oder?

Wittreck: Der Europäische Gerichtshof legt großen Wert darauf, von politischen, philosophischen und religiösen Merkmalen zu sprechen. Allerdings ist es so, dass typischerweise nur Menschen zu solchen Symbolen greifen, die sich positiv einer Religion oder Weltanschauung verschrieben haben. Atheismus wird man schwer an der Kleidung erkennen.

Elbvertiefung: Öffnet das Urteil Arbeitgebern auch ein Hintertürchen, durch das diese den lästigen Mitarbeiter samt religiöser Tracht auf die Straße setzen können?

Wittreck: Ein Kopftuch ist weiterhin kein Kündigungsgrund. In Deutschland geht bislang die individuelle Religionsfreiheit vor. Außerdem: Wenn in einem Betrieb nur zwölf Mitarbeiter und davon eine mit Kopftuch arbeiten, plötzlich aber Neutralität gefordert wird, dann müsste man hinterfragen, ob das Recht nicht missbraucht wird, um konkret diese eine Kollegin loszuwerden.

Elbvertiefung: Dennoch: Wenn der Chef nicht will, dass der Mitarbeiter weiterhin die Kunden mit Kippa bedient, muss er nur ein entsprechendes Dokument aufsetzen, in dem er Neutralität einfordert, und der Mann leistet künftig seine Arbeitsstunden als Lagerist ab …

Wittreck: Ganz so einfach ist es nicht. Ja, das Urteil des EuGH gibt den Arbeitgebern theoretisch die Freiheit, von heute auf morgen ein neutrales Auftreten von ihren Mitarbeitern einzufordern beziehungsweise die Betroffenen vom Außendienst in den Innendienst zu versetzen. Bei international tätigen Konzernen könnte das nötig sein, wenn in gewissen Ländern ein nicht neutrales Auftreten zu Konflikten führen könnte. Ob der deutsche Arbeitgeber damit aber durchkommt und welche tatsächlichen Auswirkungen das Urteil auf den deutschen Arbeitsmarkt hat, kann derzeit noch niemand sagen. Im Zweifel müsste das erst von den deutschen Gerichten geprüft werden.

Hamburg verzichtet auf Gratis-Obst für seine Schüler

Bis zu 50 Grundschulen und Förderzentren in Schleswig-Holstein können vom Sommer an ein Jahr lang im Rahmen eines EU-Programms kostenlos Obst, Gemüse und Milch für ihre Schüler bekommen. Die EU stellt dem Bundesland dafür 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Hamburg dagegen hat beschlossen, an diesem Programm nicht teilzunehmen. Weil der Schulbehörde egal ist, ob die Kleinen auch gesund essen? Nein. "Im Falle der Umsetzung des EU-Schulobstprogramms entstünde erheblicher, mit der vorhandenen personellen Ausstattung nicht zu bewältigender Verwaltungsaufwand", erklärt uns Peter Albrecht von der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung. Vor allem die erforderlichen "Kontroll- und Monitoringaufgaben" würden eine eigene Zahlstelle erfordern, die gerade erst erfolgreich aufgelöst wurde. Um das Thema Schulverpflegung kümmere sich laut Albrecht ein eigenes Qualitätsmanagement, das derzeit sukzessive an jeder Schule eingerichtet werde. "Hier wird fortlaufend die Qualität des Essens thematisiert." Während das Mittagessen nur für Familien mit Sozialleistungsanspruch kostenlos ist, gibt es Snacks, Obst und Getränke während der Betreuungszeit am Nachmittag ohnehin für alle Schüler gratis. In Schleswig-Holstein hingegen ist die Obstverteilung auf zwei Tage pro Woche und Schule begrenzt. Kurz: Nette Geste, aber reicht nicht. Und: Was ist nach einem Jahr?

Mit dem Lufttaxi durch die Stadt

Wir wagen heute mal einen Blick in die Kristallkugel. Wie sieht Hamburgs Verkehr wohl 2027 aus? Geht es nach Airbus und Italdesign, kann man dann dem Verkehrsinfarkt in der City elegant entfliehen. Die Unternehmen wollen die Hamburger – aufsteigen lassen. Und malen ein Szenario, das wir bislang nur aus Science-Fiction-Filmen wie "Das fünfte Element" kennen: Beim 87. Internationalen Auto-Salon in Genf stellten sie in der vergangenen Woche das erste Lufttaxi vor. Weltpremiere! Pop.Up heißt das futuristische Gerät, das Passagiere der Zukunft – so der Plan – per App bestellen, um sich von dem Hybrid aus selbstfahrendem Auto und Drohne zum Konzert in der Elphi bringen zu lassen: bei freier Straßen mit Elektroantrieb am Boden, bei zu viel Verkehr geht es mithilfe von Rotoren durch die Luft. Und das bis zu 100 Kilometer die Stunde schnell; Vertrauen in die Technik ist also hier das fünfte und wichtigste Element. Die ersten Modelle mit dem schönen Namen "Demonstrator" sollen schon in diesem Jahr getestet werden. Fliegen wir bald mit den Drohnen durch die Häuserschluchten um die Wette? Während man uns bei Airbus nicht sagen konnte, wann genau es in Hamburg losgehen soll, tritt Susanne Meinecke von der Hamburger Verkehrsbehörde auf die Bremse. "Dafür müssten erst einmal Bundesgesetze geändert werden", sagt sie und verweist auf den Sicherheitsaspekt. Aber fragt sich auch, wer das eigentlich bezahlen soll. Der Preis eines Lufttaxis wird bei etwa 282.000 Euro liegen. Zum Vergleich: Ein Ferrari FF kostet "nur" rund 258.000 Euro. Aber der kann ja auch nicht fliegen. Noch nicht.

Kiezmische? Na, prost Radler!

Ein Alsterwasser ist ein Alsterwasser ist ein Alsterwasser – oder doch ein Radler? Für viele Hamburger keine Frage; wurde ihr Kultgetränk doch einst nach der vermeintlichen Wasserfärbung der Alster benannt (lecker!). Dass sich irgendwann ausgerechnet die Hamburger Traditionsmarke Astra die Bezeichnung "Radler" auf Flaschenetiketten drucken lässt – eigentlich ein Unding. Genau das ist aber geschehen. Mir nichts, dir nichts machte Astra aus dem Alsterwasser im Februar die "Kiezmische", ein "fruchtiges, trübes Radler". Die Hamburger haben daran immer noch schwer zu schlucken. "Immer schön auf heimatverbunden machen und es jetzt Radler nennen", entrüsten sich Bierfreunde auf der Facebookseite der Firma. Astra nehme den Hamburgern "ein Stück lokale Identität". Christoph Boneberg vom Brauereikonzern Carlsberg, zu dem die Marke Astra gehört, bleibt entspannt. Man habe sich entschieden, das Produkt zu überarbeiten: Süßstoff wurde durch natürliche Zuckersüße ersetzt. Neue Rezeptur bedeute aber auch neuer Name. Außerdem sei der Begriff Alsterwasser außerhalb Hamburgs kaum geläufig. Genau dort mache die Marke aber inzwischen 50 Prozent ihres Umsatzes. Das erklärt eventuell auch, warum die Kiezmische, als sie in die Läden kam, ausverkauft war – obwohl auf der Verpackung eine Meerjungfrau mit Zitronenbikini (!) abgebildet ist. Den Sexismus-Vorwurf weist Boneberg zurück: "Die gemalte Meerjungfrau ist eine Galionsfigur. Uns ging es darum, die Nähe zum Hafen, das Maritime darzustellen." Wobei das letzte Wort im Alsterwasser-Radler-Eklat noch nicht gesprochen ist. Die Firma will in den nächsten Tagen die Facebook-Community über die Bezeichnung abstimmen lassen.

Übrigens: Wo man "Alster" bestellt und wo "Radler", darüber hat sich unser ZEITmagazin-Kollege Matthias Stolz schon einmal Gedanken gemacht. Und die gibt es sogar als Karte.

Mittagstisch

Gesunde Seelennahrung

 

Wie aus der Zeit gefallen scheint das Golden Temple Teehaus. Erinnerungen an die ersten Müsliläden und die Indienphase in den 80ern kommen auf. Dazu gehörten schon damals selbst gemalte Wandverkleidungen, Indiendeko mit sonnigen Farben und Kiefernholzmöbel. Heute sitzen Studentinnen und Studenten auf den indischen Kissenlandschaften und trinken den in Hamburg seit 1987 hergestellten Yogi-Tee (man hat sogar einen Chaimeister). Dabei lesen sie das Mondhoroskop oder die Biografie von Lou Andreas-Salomé. Die Speisen ("Soulfood, Healthfood, Lovefood") sind biologisch, ayurvedisch und vegan, es gibt Smoothies, Waffeln, Kuchen und Quiches sowie Currys. Bestellt man einen Tempel-Teller, bekommt man zwei verschiedene Currys, einen kleinen Salat und eine Minisuppe zum Preis von 12,90 Euro. Im Sommer lockt der kleine Garten im Innenhof. Eine entspannte, hipsterfreie Zone, entschleunigt, alternativ-unperfekt und durchweht von Mantragesang.

 

Golden Temple Teehaus, Grindelviertel,Grindelallee 26, Mo–Sa 11.30–22 Uhr

 

Christiane Paula Behrend

 


Was geht

Verlosung: Haben Sie heute Abend noch nichts vor? Bei der Vernissage der Ausstellung "Magazin machen. Das Zeitmagazin" im Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) sprechen am Abend Christoph Amend, ZEITmagazin-Chefredakteur, und Michael Biedowicz, Bildredaktion ZEITmagazin, mit Jürgen Döring vom MKG. In der Sonderausstellung wird der Entstehungsprozess eines Magazins am Beispiel des ZEITmagazins – des ältesten seiner Art – erklärt. Wir verlosen unter allen spontanen Elbvertiefungslesern exklusiv fünfmal zwei Karten für die Eröffnung. Senden Sie bitte bis 12 Uhr Ihren Namen und den Namen Ihrer Begleitung an: elbvertiefung@zeit.de. Viel Glück!

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz, 19 Uhr

Papa rockt: Gitarrist Phil Campbell hat in seiner Karriere mit Motörhead nahezu alles erreicht. Satt ist er trotzdem nicht; mit seinen drei Söhnen gründete er die Band Phil Campbell & The Bastard Sons. Das Produkt ist zeitloser Rock ’n’ Roll; Lemmy Kilmister hätte es gefallen.

Grünspan, Große Freiheit 58, 19 Uhr, 29,50 Euro

Test mit Halbwissen: Wer sind die größten Literaten, welches die berühmtesten Werke? Das "Literarische Quiztett" nimmt Teilnehmer gnadenlos in die Mangel. Weil hier Vom-Thema-Abkommen Methode hat, steht auch Halbwissen aus Wissenschaft, Musik und Politik hoch im Kurs.

KörberForum, Kehrwieder 12, 19.30 Uhr

Ungarn auf Leinwand: Budapest 1930. Kellnerin Ilona, der jüdische Restaurantbesitzer László und Pianist András leben eine melodramatische Dreiecksbeziehung. Das Alsterschlösschen zeigt den prämierten Film "Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday" zum ungarischen Nationalfeiertag.

Alsterschlösschen Burg Henneberg, Marienhof 8, 20 Uhr, Reservierung online

Was bleibt

Syrien zu Gast bei (Musik-) Freunden: "Salām", so lautet die arabische Begrüßungsformel, die gleichzeitig Frieden bedeutet. Das Musikfestival "Salām Syria" will den Wunsch danach betonen und zum gegenseitigen Kennenlernen einladen. Die Elphi macht Hoffnung auf Restkarten vor Ort.

Elbphilharmonie, 16.–18.3., Platz der Deutschen Einheit 1, Start heute um 20 Uhr

Schnack

Die Fitnesstrainerin spricht eine Sportlerin am Gerät an: "Na, du wohnst ja mittlerweile hier!" Sie fasst ihr an die Oberarmmuskeln und macht ein beeindrucktes Gesicht. "Ich bereite mich vor …", erwidert die andere, "ich reise an Ostern in die Heimat." Die Frauen schauen sich still an. "Schwiegermutter?", hakt die Trainerin nach. "Nee, Erdoğan …."

Gehört von Paula Schnee


Meine Stadt

Vorsicht, generell stören sich Deerns eher an Selbstbedienung. © Georg Bednorz


SCHLUSS

Sie haben ja so recht! Warum mit vermeintlich coolen englischen Begriffen um sich werfen, wenn es auch ganz schick deutsch geht? Statt das Blockieren von U-Bahn-Sitzen mittels Taschen als Ladybagging, She-Bagging oder – im Fall von Jugendlichen – Eastpacking zu bezeichnen, hat uns Leser David Burckhardt einen Vorschlag geschickt, den wir am liebsten zum Wort des Jahres ernennen würden: zutaschen. Beispielsatz: "Die Dame mit dem Hündchen hat zwei Sitze zugetascht." Google nennt aktuell lediglich zwei Fundstellen zu dieser wunderbaren Wortschöpfung, und eine davon ist ein Tippfehler. Wir setzen jetzt also auf unsere Followerpower und checken am Ende des Jahres noch einmal, wie sich der Ausdruck verbreitet hat – pardon, wir prüfen.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir unbedingt berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.