Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

was wollten die Wähler – und spielt das eine Rolle? Trotz der Wahlniederlage der SPD in Schleswig-Holstein hegt dort SPD-Fraktionschef Ralf Stegner Regierungsambitionen. Unklar sei, sagte er, ob die Sozialdemokraten "Regierungsfraktion bleiben oder Oppositionsfraktion werden. Wir streben natürlich Ersteres an". CDU-Wahlgewinner Daniel Günther nannte "das Verhalten von Herrn Stegner schon mehr als merkwürdig". Es gebe ein klares Wählervotum. "Ein bisschen Demut vor dem Wahlergebnis wäre jetzt angebracht." Doch auch die Grünen in Schleswig-Holstein präferieren derzeit eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten und der FDP – wie es auch schon SPD-Altkanzler Gerhard Schröder als Regierungsoption empfahl. Fortsetzung? Nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen. 

Klarer Sieger in Hamburg ist dagegen das rechte Alsterufer. Das setzte sich beim Schüler-Schachturnier Rechtes Alsterufer gegen Linkes Alsterufer mit 1074 zu 1046 Punkten durch. Bevor nun die Wandsbeker unqualifizierterweise jubeln: Ausschlaggebend bei der Definition von rechts und links ist nicht der Blick auf den Stadtplan, sondern der Verlauf der Quelle flussabwärts! Der Pokal ging per Los unter den Besten an die Stadtteilschule Stellingen. Und die Teilnehmerzahl von insgesamt 4240 Spielern war für ein solches Turnier Weltrekord.

Wenn Sie heute zwischen 17 und 21 Uhr noch nichts zu tun haben, können Sie wieder mal versuchen, Karten für die Elbphilharmonie zu gewinnen, diesmal nicht durch Mausklicken und Fluchen, sondern allein durch In-die-Hände-Klatschen. Konkret müssten Sie Steve Reichs Stück "Clapping Music" mithilfe einer digitalen Installation im Eingangsbereich der Elbphilharmonie nachklatschen. Mitmachen darf jeder, und das ohne Anmeldung; vorab kann man mit der gleichnamigen App den Rhythmus üben. Die besten Claqueure gewinnen Tickets, zum Beispiel für das Festival "Maximal minimal". Viel besser, als nur am Computer die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen.

Und schon mal zum Vormerken: Am Sonnabend, zur Langen Nacht der ZEIT, öffnet das ZEIT Café. Moment, sagen Sie nun, die ZEIT hat ein Café? Genau. Mehr dazu unten.

G20: Was darf der Secret Service?

Vor dem G20-Gipfel redete Innensenator Andy Grote noch mal allen Gipfelgegnern eindringlich ins Gewissen. Doch seine Ankündigung klingt ebenso bedrohlich wie nebulös: Demonstranten könnten sich in Lebensgefahr bringen, sollten sie sich den Fahrzeugkolonnen ausländischer Staatschefs in den Weg stellen, teilte Grote am Montag mit. Details ließ er offen, nun lassen seine Worte Raum für Spekulationen. Die tonnenschwere Limousine des derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump etwa, auch "the beast" genannt, wird vom Secret Service begleitet und beschützt. Für den Sicherheitsdienst aber gelten in Deutschland die gleichen Gesetze wie für jedermann – im wahrsten Wortsinn: "Ausländische Sicherheitskräfte, die sich zur Begleitung ihrer Schutzpersonen in der Bundesrepublik Deutschland aufhalten, haben keine hoheitlichen Handlungsbefugnisse", hieß es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage anlässlich eines Besuchs des damaligen US-Präsidenten George W. Bush in Mainz im Jahr 2005. Der Secret Service hat demnach nur die sogenannten Jedermann-Rechte, also das Recht zu Notwehr und Nothilfe. Aber hier liegt der Knackpunkt: Dank einer Sondererlaubnis des Bundeskriminalamts dürfen die US-Agenten Waffen tragen – und sehen sie ihren Chef in Gefahr, könnten sie "in Notwehr" handeln. Und obwohl friedliche Sitzblockaden laut Bundesverfassungsgericht durch die Versammlungsfreiheit geschützt sind, können sie offenbar den Tatbestand der Nötigung erfüllen und somit Notwehr rechtfertigen – nämlich dann, wenn gleich mehrere Fahrzeuge blockiert werden. Da tun ein paar mäßigende Worte gut: Das Bündnis "Hamburg zeigt Haltung" rief gestern zu einer "explizit gewaltfreien, friedlichen Demonstration" am 8. Juli auf.

DNA-Massenspeicherung: Viel Aufwand, wenig Nutzen

Die Idee klingt, wie einem Zukunftsroman entsprungen: Der DNA-Code jedes Menschen wird gescannt und in einer riesigen Datenbank gespeichert. Wenn ein Verbrechen aufgeklärt werden muss, folgt der obligatorische Griff in die Code-Sammlung – und schon ist der Täter gefasst. So könnte es ablaufen, würde der Vorschlag des Rechtsmediziners Klaus Püschel umgesetzt. Man könnte so "Verbrechen viel schneller aufklären", glaubt Püschel. Und um Hackerangriffe zu verhindern, sollten die Codes einfach an einem sicheren Ort gespeichert werden, etwa "tief unten in einem Bergwerk". Nils Zurawski vom Institut für Kriminologische Sozialforschung überzeugt das nicht: "Datenmissbrauch droht immer, egal wie gespeichert wird. Bei 80 Millionen Bürgern vergehen ohnehin zehn bis zwanzig Jahre, bis eine solche Datenbank erst einmal aufgebaut ist." Und vor allem: Der praktische Nutzen sei gering. "Die DNA gibt Hinweise auf den Aufenthaltsort, sagt aber noch nichts über den Tathergang aus. Die Gefahr ist groß, dass Ermittler auf eine falsche Fährte geraten und sich die Aufklärung verzögert." Der Soziologe verweist auf den Fall des "Phantoms von Heilbronn", bei dem Ermittler anhand von DNA-Spuren lange nach einer Serientäterin gesucht hatten, die es gar nicht gab; später stellte sich heraus, dass die DNA von einer Mitarbeiterin der Spurensicherung stammte. "Ich kann diese Panikmache nicht nachvollziehen", resümiert Zurawski. Bei kleineren Delikten sei die Methode unverhältnismäßig, bei schweren Verbrechen wie Mord liege die Aufklärungsquote ohnehin bei über 90 Prozent. Auch aus rechtlicher Sicht ist die Methode wohl fraglich. Schließlich scheiterte schon die Vorratsdatenspeicherung am Grundgesetz.

Auf einen Kaffee mit der ZEIT

Überraschung: Wir haben ein Café! Ja, im Ernst: DIE ZEIT und die Hamburger Kaffeerösterei Torrefaktum eröffnen am kommenden Samstag – nein: Sonnabend! – gemeinsam das ZEIT Café. Wo? Im Helmut-Schmidt-Haus, gleich neben dem Eingang zum Verlag. Was bekommt man da? Hängt dort auch ein Bild von Helmut Schmidt? Und: Muss man rauchen? Wir fragten Dörte Benzner, die nicht nur Mitinhaberin der biozertifizierten Torrefaktum Kaffeerösterei ist, sondern auch Songschreiberin und Designerin.

Elbvertiefung:Frau Benzner, hier sieht es noch ziemlich aus wie auf einer Baustelle. Sind Sie sicher, dass Sie bis zur Langen Nacht der ZEIT fertig werden?

Dörte Benzner: Natürlich. Wo wollen Sie sich denn sonst am Sonnabend um 15 Uhr auf einen Cappuccino mit Ihren Lesern treffen?!

EV:Sie bieten neun Espresso- und sieben Filterkaffeesorten an, dazu Cookies, hausgemachte Kuchen von der eigenen Konditorin und belegte Brötchen. Und für das ZEIT Café hat Torrefaktum-Röstmeister Matthias Afken einen ZEIT-Röstkaffee-Blend und einen ZEIT-Espresso kreiert –  wie ist er denn, der Geschmack der ZEIT?

Benzner: Der Bio-Filterkaffee, 100 Prozent Arabica mit Nuancen von Schokolade und Nuss und Aromen, die an tropische Früchte erinnern, ist intensiv, hat Tiefe und Frische. Der Bio-Espresso, 80 Prozent Arabica und 20 Prozent Robusta, ist charaktervoll, auch in der Latte macchiato stets präsent und sehr vollmundig.

EV:Eigenschaften, die ganz gut zu unserer Zeitung passen. In Ihrem zweiten Beruf als Songschreiberin haben Sie aber nicht noch zufälligerweise einen ZEIT-Song komponiert, der im Café im Hintergrund laufen wird?

Benzner: Bisher nicht, ich war mit dem Design des Cafés beschäftigt. Dunklere Farben, lichtes Grau, helles Holz, schönes Licht – das Lichtobjekt links neben der Tür habe ich gestaltet, es heißt "Chemex Cluster" und besteht aus 25 beleuchteten gläsernen Chemex-Kaffeekaraffen, die mein Verwandter, Peter Schlumbohm, entworfen hat und die heute im Museum of Modern Art zu finden sind. Dazu gibt es skandinavische Vintage-Möbel, Bauholz-Tische, Designermöbel wie den Organic Chair von Vitra – die Gäste sollen sich hier wohlfühlen ...

EV: ... und die ZEIT lesen ...

Benzner: In der Leseecke gibt es auch alle Magazine aus dem Zeitverlag. Und im Regal sind Bücher, Spiele und noch mehr aus dem ZEIT Shop. Was einem besonders gefällt, das kann man auch gleich kaufen. Wir veranstalten Barista-Seminare, Röstseminare und Schnupperkurse. Und hoffen natürlich, dass es auch viele ZEIT-Redakteure hier so gemütlich finden, dass sie in unseren Räumen mal ein Interview führen oder eine Besprechung abhalten: Wir wollen einen Ort für Diskurs und Genuss schaffen.

EV:Unser verstorbener ZEIT-Herausgeber ist ja schon recht präsent. Über der Treppe zur Galerie hängt ein großes Foto von Helmut Schmidt.

Benzner: Eine Dauerleihgabe der ehemaligen ZEIT-Fotochefin Ellen Dietrich. Zum Start des Cafés werden hier noch mehr Bilder von Helmut Schmidt zu sehen sein. Wir wollen wechselnde Ausstellungen zeigen, und ich hatte für den Auftakt die Idee zu einer Serie "Helmut Schmidt privat", Fotos von ihm, aufgenommen am Brahmsee.

EV:Nur weil er hier auf dem Foto eine Zigarette in der Hand hält: Darf hier drinnen geraucht werden? Soll man es vielleicht sogar ...?

Benzner: Leider nein. Wir sind sehr froh, wenn unsere lieben Gäste draußen vor der Tür nach Herzenslust dem Rauchen frönen.

Hannoverscher Bahnhof: Mahnmal für Sinti und Roma

In der HafenCity erinnert ein neues Mahnmal an ein dunkles Kapitel Hamburger Geschichte: Über den Hannoverschen Bahnhof wurden im Dritten Reich mehr als 8000 Juden, Sinti und Roma in Ghettos und Konzentrationslager deportiert. Heute wird die Gedenkstätte im Lohsepark eingeweiht, womit ein langer Wunsch der Rom und Sinti Union in Erfüllung geht: Seit 1987 hat sich der Verband für die Gedenkstätte eingesetzt, berichtet deren Vorsitzender Rudko Kawczynski: "Wichtig war uns, dass keine Gedenkstätte am Rande der Stadt entsteht, sie sollte sichtbar im neuen Zentrum der Stadt liegen, dort, wo Menschen täglich vorbeigehen. Außerdem werden die Opfer nicht wie sonst anonymisiert, sondern als Menschen, als Väter, Mütter, Kinder namentlich genannt." Mittlerweile nutzen Roma-und-Sinti-Verbände Gedenkstätten zum politischen Protest gegen Abschiebungen – 2016 besetzten Familien etwa ein Mahnmal für die im Holocaust verstorbenen Roma und Sinti in Berlin; der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sah darin einen "Missbrauch" des Mahnmals. Doch Kawczynski hält solche Proteste für legitim: "Hamburg schiebt, wie alle anderen Bundesländer auch, Roma-Familien aus den Westbalkanstaaten ab, obwohl sie dort Diskriminierung erleben, systematisch ausgegrenzt werden und keine staatlichen Leistungen bekommen." Bei der Erinnerungskultur in Bezug auf Roma und Sinti habe Hamburg überdies noch viel aufzuholen: "Lange wurde der Wunsch nach einem Mahnmal nicht ernst genommen, die Stadt setzte auf Schweigen und Verdrängung", so Kawczynski.

Rolling Stones: Tickets per App

"It’s only Rock ’n’ Roll … but I like it!", sangen die Rolling Stones schon 1974, Fans der Langzeit-Rocker dürften nach folgender Meldung dementsprechend in Jubelschreie ausgebrochen sein: Die Stones gehen (wieder mal) auf Tour und schauen auch in Hamburg vorbei: Am 9. September treten die über 70-jährigen Jungs auf der Festwiese im Stadtpark auf. Es sei eine "große Ehre", dass die Stones den 103 Jahre alten Stadtpark als Auftakt für ihre Deutschland-Tournee gewählt hätten, sagte Harald Rösler, Leiter des Bezirksamts Nord. Wer sich nun  zu "Paint It Black" auf Händen tragen lassen will, sollte sich am Freitag vor den Rechner setzen (und hoffen, dass der Server robuster ist als beim Ticketverkauf für die Elbphilharmonie-Konzerte, schließlich gilt auch für die Stones mit fortgeschrittenem Alter: "This could be the last time ..."). Ab 12 Uhr gehen die Karten bei eventim.de über den digitalen Tresen, parallel dazu machen die Stones ihr eigenes Ding: Tickets gibt’s auch via Band-eigener Rolling-Stones-App. Wer dort bestellt, landet am Ende zwar auch bei Eventim, doch so eine eigene App (inklusive Zungen-Logo, versteht sich) wirkt eben doch irgendwie jung und hip. "Eigene Apps sind für viele Künstler eine wichtige Plattform, um mit eingefleischten Fans in Kontakt zu bleiben, gleichzeitig kaufen immer mehr Konzertbesucher Tickets über mobile Endgeräte", erklärt Christian Steinhof, Sprecher von Eventim, den Trend. Im Übrigen sei das Phänomen noch recht neu, die Stones, die alten Herren, zählten aber "zu den Vorreitern"; ihre App gibt’s seit 2012!

Mittagstisch

Gleich neben dem Kasino

Noch hat die Spielbank nicht geöffnet, doch schon warten mit Eis gefüllte Kühler auf den Champagner für den Fall eines Sieges. Nur eine dunkelblaue Tür trennt das Hamburger Kasino und das Restaurant Tarantella. Geld mitzubringen ist in jedem Fall keine schlechte Idee, der Mittagstisch bietet Vorspeisen zu 14,90 Euro an, und die hausgemachte Schorle des Tages aus Erdbeere und Melone schlägt mit 6,90 Euro (0,4 l) zu Buche. Die Karte präsentiert eine reichhaltige Auswahl – getrüffeltes Edelfisch-Ragout (17,90 Euro) oder Hüftfilet-Medaillons vom Husumer Ochsen (18,90 Euro). Bestellt werden die Königsberger Klopse (14,90 Euro). Vorab kommen dreierlei Sorten Brot mit einer feinen Creme und rosa Pfeffer. Konsistenz und Geschmack des Kartoffelstampfs mit frischem Muskat darüber sind grandios, ebenso die Vinaigrette des grünen Salats mit rote Beete. Enttäuschend hingegen sind die sahnelastige Kapernsoße und die Klopse, die sehr fest, fast trocken und wenig geschmackvoll sind. Beim nächsten Besuch sollte man sich wohl etwas Spektakuläreres aussuchen.

Tarantella; Mitte, Stephansplatz 10, Mittagstisch 12 bis 17 Uhr

Elisabeth Knoblauch

Was geht

Bilderbuchkino: Die kleine Hexe Hermeline möchte die große weite Welt sehen. Ihre Freunde sind nicht begeistert, aber Hermeline hat schon alles gepackt. Nur einen Zauberstab lässt sie zurück. Wieso, erfahren Kids ab vier Jahren bei "Hermeline auf Hexenreise".

Bücherhalle Wandsbek, Wandsbeker Allee 64, 16 Uhr, Eintritt frei

Flucht mit Lichtblick: Völkerverständigung und Integration sind ihr Thema – die deutschbosnische Autorin Emina Čabaravdić-Kamber liest Kurzgeschichten und Gedichte. Dazu bebildert die Fotoausstellung "Lichtblicke" Fluchterfahrungen von früher und heute.

Haus der Patriotischen Gesellschaft, Trostbrücke 4–6, 18 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung online

Kirchentreff mit Matthäus: Treffen sich ein Schauspieler, ein Domprobst und ein Violoncellist. Heraus kommt die "Geistliche Lesungsreihe in der Osterzeit II: Matthäus-Evangelium". Sebastian Dunkelberg liest aus den Kapiteln 11 bis 19, Probst Franz-Peter Spiza setzt geistliche Impulse, und Samuel Selle untermalt das Ganze mit Musik.

St. Marien-Dom, Am Mariendom 7, 19.30 Uhr

Rocker auf dem Highway: Fans vergleichen ihn mit Legende Neil Young – auch weil er immer wieder dessen Stücke covert. Rich Hopkins spielt neben eigenem Repertoire außerdem Klassiker der Beatles und von Bob Dylan. Sein aktuelles Album klingt entsprechend vertraut: "My Way Or The Highway".

Event Center Landhaus Walter Downtown Bluesclub, Otto Wels Strasse 2, 20 Uhr, 18,30 Euro

Wann ist ein Mann ein Mann? Dieser Frage widmet sich Autor Jack Urwin in seinem Buch "Boys don’t cry". Der 24-Jährige setzt sich kritisch mit starren Männlichkeitsbildern auseinander, schreibt über verdrängte Gefühle, den "Mythos der Maskulinität", über Hooligans, Metrosexualität und Homophobie. Heute liest der kanadische Autor aus seinem Buch, anschließend wird diskutiert – die Moderation übernimmt ZEIT CAMPUS-Redakteur Oskar Piegsa.

W§ – Werkstatt für Internationale Kultur und Politik, Nernstweg 32, 19.30 Uhr, 5 Euro (ermäßigt 3 Euro)

Hamburger Schnack

Ein älterer Besucher des Hafengeburtstags zu seinem jüngeren Begleiter mit Blick auf die (gewollten) Unebenheiten und Brüche in der Glasfassade der Elbphilharmonie: "Du, guck mal! Die ist doch ganz neu und schon kaputt."

Gehört von Jeanette Syllwasschy

Meine Stadt

Sprichwörtlich »die Radieschen von unten betrachten« – humorvolle Bepflanzung am Grab von Henning Voscherau auf dem Ohlsdorfer Friedhof. © Britta Heitmann

SCHLUSS

"Na", fragte ein Leser uns. "Fällt Ihnen etwa nichts mehr zu den Fahrradfahrern ein?" Uns vielleicht nicht. Der Polizei hingegen schon – auch wenn wir dafür bis nach Kiel schauen müssen. Dort habe sich, vermelden die Beamten, ein 22-jähriger Radfahrer beim Anblick eines Streifenwagens im Stadtteil Gaarden-Ost erschrocken geduckt und sei dann schnell in Richtung Förde gefahren. Natürlich nahm die Polizeistreife die Verfolgung auf – kreuz und quer durch den Stadtteil und offenbar über geraume Zeit. Denn zeitweise, so dpa, sei der Mann auch zu Fuß verfolgt worden. "Dabei habe er sich selbst von Straßensperren und Stürzen nicht beeindrucken lassen. So habe er einen als Straßensperre abgestellten Polizeiwagen touchiert, sich danach mit dem Fahrrad überschlagen und sei in ein geparktes Auto gekracht." Irgendwann, kein Wunder, sei der 22-Jährige in einem Hinterhof erschöpft zusammengesackt. Warum das alles? Zum Kauf des Rades, notierten die vernehmenden Beamten, konnte der Survival-Proband "keine glaubhaften Angaben machen". Klar ist eines: Gäbe es solche engagierten Polizisten auch in Hamburg, die Fahrraddiebstahlquote läge im Promillebereich.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.