Finanzkrise HapagLloyd soll sich um KfW-Kredit bemühen
Deutschlands größte Container-Reederei HapagLloyd kämpft schwer mit dem Einbruch des Welthandels. Sie muss finanzielle Hilfe beim Staat beantragen
Im Gespräch sei ein Kredit der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von bis zu 300 Millionen Euro, um die Arbeitsplätze von rund 7400 Beschäftigten zu sichern. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Die Verhandlungen befänden sich aber noch im Anfangsstadium, hieß es.
Ein Sprecher der Reederei dementierte jedoch, dass der Konzern um Staatshilfe gebeten habe. Es treffe auch nicht zu, dass Unternehmensvertreter in Berlin vorstellig geworden seien. Klaus-Michael Kühne, Miteigentümer mit 15 Prozent, hatte die Spekulationen mit seiner jüngsten Äußerung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgelöst: "Ich schließe nicht aus, dass auch HapagLloyd um Staatshilfe nachsucht."
Die Reederei könne ihre Verluste aus dem Tagesgeschäft wohl schon in einigen Wochen nicht mehr kompensieren, schrieb die FTD weiter. Dann sei auch eine erweiterte Kreditlinie des Haupteigentümers TUI ausgeschöpft. Die Reederei führe inzwischen auch Gespräche mit der Bundesregierung.
HapagLloyd erwägt nach eigener Auskunft zusätzliche Sanierungsschritte für den Fall, dass sich die Lage der weltweiten Containerschifffahrt nicht nachhaltig verbessert. Neben einer Verschärfung des Sparkurses ist unter anderem im Gespräch, den Mehrheitseigner, das Konsortium Albert Ballin, um zusätzliche Mittel zu bitten.
Im ersten Quartal hatte HapagLloyd bereits aufgrund der weltweit negativen Situation im Containergeschäft einen Verlust von 222 Millionen Euro eingefahren.
Die Reederei ist bereits zum Teil verstaatlicht. 2008 hatte die Stadt Hamburg zusammen mit einem Konsortium ein Angebot eines asiatischen Konkurrenten überboten.
- Datum 06.07.2009 - 11:38 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, aku, Reuters, dpa
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