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Nachhaltig, praktisch
Die ersten Astronauten nannten die Erde den "Blauen Planeten". 20 Jahre später stellte der Kommandant der Challenger fest: "Unsere Welt ist leider auf dem besten Wege, ein grauer Planet zu werden." Der Band "Die Zukunft der Infrastrukturen" der Umweltexperten Reinhard Loske und Roland Schaeffer zeigt Wege auf, wie dies durch nachhaltiges Wirtschaften vermieden werden kann. Es geht um die oft kaum wahrnehmbaren Versorgungsnetze der Gesellschaft, um Stadtbau, Energie und Verkehrsfragen, die von Autoren mit sehr unterschiedlichem Ansatz diskutiert werden. Neben großen Entwürfen (Hermann Scheer, Franz Josef Radermacher) und Überlegungen zur nachhaltigen Abfallwirtschaft oder zur Stoffstromwirtschaftstheorie findet man hier pragmatische Betrachtungen von Gutachtern und politischen Akteuren, die erkennen lassen, wie das Kyoto-Protokoll, die Milleniumsziele der UN, in den Alltag von Behörden übertragen werden. Dass Privatisierungen im Wassersektor, die ohne öffentliche Debatten durchgesetzt wurden, nicht zur Verbesserung der ökologischen Steuerbarkeit führen, ist inzwischen klar geworden (Schaeffer). Dennoch plädieren andere Autoren für die Liberalisierung des Strommarktes mit dem Argument, dass die Kostentransparenz zur Abkehr von der Atomkraft und zur Aufgabe von Großprojekten führen müsse. Ein sehr nützlicher Einblick in die derzeitige Debatte um die Nachhaltigkeit. (Reinhard Blomert)
Reinhard Loske, Roland Schaeffer (Hrsg.): Die Zukunft der Infrastrukturen
Metropolis Verlag, Marburg, 476 S., 29,80 Euro
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