Muss der Arbeitgeber über ehrenamtliche Nebenbeschäftigungen informiert werden?

Fast jeder dritte Deutsche, der älter als 14 Jahre ist, hat ein Ehrenamt inne. Wer nebenbei die Internetseiten des Sportvereins pflegt oder ab und zu im Altenheim vorliest, muss seinem Chef davon natürlich nichts sagen. Anders sieht es bei einem Engagement für die freiwillige Feuerwehr oder einen Rettungsdienst aus. Die Einsätze können in die Arbeitszeit fallen und zusätzlich den vom Arbeitgeber eingeräumten Erholungsurlaub belasten. Deshalb sollte man beim Vorgesetzten auf jeden Fall um Verständnis werben und nicht gegen seinen Willen handeln.

Wie viel Zeit sollte man investieren?

Das bleibt jedem selbst überlassen. Denn egal ob einstündige Laufpatenschaft für einen Blinden, zweimal pro Woche Küchendienst bei den Tafeln oder Wochenendaushilfe im Hospiz – ein Engagement ist jederzeit und auch für sehr kurze Phasen wertvoll. Wichtig ist nur, dass eine gewisse Regelmäßigkeit gewährleistet ist: zum Beispiel, indem man sich den Dienstagabend für die Telefonseelsorge frei hält, jeden ersten Mittwoch im Monat das Seniorencafé leitet oder einmal pro Woche die Jugend-Handballmannschaft trainiert.

Wie ist man versichert?

Freiwilligen-Agenturen vermitteln ihre Helfer hauptsächlich in Einrichtungen, die für Unfall- und Haftpflichtversicherung selbst aufkommen. Ist dies aus finanziellen Gründen nicht machbar, kann die Agentur eine Freiwilligenversicherung vom Bundesland beantragen. Im kirchlichen Bereich springt zur Not auch die Bruderhilfe ein. Für ein verantwortliches Ehrenamt wie die Vorstandstätigkeit in einem Verein sollte die normale Haftpflichtversicherung aufgestockt werden – ansonsten haftet man bei Fahrlässigkeit mit seinem Privatvermögen.

Welche Kosten bekommt man erstattet?