Der Verein "Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen" (LEB) in Hannover bietet im März mit Förderung des Arbeitsamtes ein Modul zum Thema Finanzierung und Rating für Basel II an. Hintergrund: Mit dem Abkommen BASEL II hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht eine verbindliche Richtlinie formuliert, die bis spätestens zum 31.12.2006 in allen EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt werden muss. Die Banken werden damit gesetzlich verpflichtet, ihr Risikomanagement zu verbessern, damit die Stabilität der internationalen Finanzmärkte dauerhaft gewährleistet ist.

Kurz gesagt schreibt Basel II zwei Dinge vor: die Banken müssen ihre Kredite durch Rücklagen besser absichern sowie das Kreditrisiko nach der jeweiligen Bonität des Kunden einstufen (Rating). Aufgrund der Kreditlaufzeiten nehmen die Banken dieses Kreditrating übrigens schon heute vor. In der Konsequenz von BASEL II sind auch die Anforderungen an das Eigenkapital der Banken von der Bonität ihres Schuldner-Unternehmens abhängig. Je nach Bonitätseinstufung des Unternehmens muss die kreditgebende Bank zwischen 1,6 und 12 Prozent (gegebenenfalls auch mehr) Eigenkapital unterlegen. Die unterschiedliche hohe Unterlegung mit Eigenkapital schlägt sich für die kreditnehmenden Unternehmen in höheren oder niedrigeren Kreditzinsen nieder. Die Bank erhebt für die Kosten der höheren Eigenkapitalunterlegung einen entsprechenden Risikozuschlag.

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt häufig eine gezielte Finanzplanung. Zum einen weiß zwar der Firmenchef, welchem Zweck seine Investition dient, aber da er im Unternehmen niemanden überzeugen muss, existiert kein expliziter Businessplan. Im Bankgespräch hat das bisher (in Kombination mit den entsprechenden Sicherheiten) gereicht. In Zukunft wird eine explizite Vorbereitung des Jahresabschlusses und der Darstellung der internen Strategien notwendig sein, um günstige Kreditkonditionen zu erreichen.

Über die Ausbildung im Kurs sollen die Teilnehmer in die Lage versetzt werden, zusammen mit dem Unternehmer den Kreditantrag vorzubereiten. In Zusammenarbeit mit der IHK Hannover wurde jetzt ein Kursprogramm entwickelt, dass auch Nicht-BWLer auf diese Aufgabe vorbereitet und die Teilnehmer auf den Abschluss als Rating-Advisor (IHK) vorbereitet. Kursinhalte sind Investition und Finanzierung, Risikomanagement zur Vorbereitung auf Verhandlungen mit Banken, Förderwesen, Businessplan, Verhandlungstraining, Recht und Steuerlehre sowie Finanzierungsprodukte.

Der Kurs dauert neun Monate, davon entfallen sechs auf Theorie und drei Monate auf ein Betriebspraktikum. Die Teilnehmer sollten einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss sowie zwei Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Ingenieurwesen, Technologiewesen, Dienstleistungen, Jurisprudenz, Marketing, Verwaltung haben. Wer keinen Hochschulabschluss hat, sollte mindestens acht Jahre Berufserfahrung mitbringen. Interessenten können alle sechs Wochen einsteigen.

Weitere Informationen:
http://www.nds.leb.de