Die Meldung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) Anfang des Jahres schlug ein wie eine Bombe. "20.000 Ingenieure jährlich gesucht" - so lautete eine Schlussfolgerung, die VDI-Präsident Professor Hubertus Christ anlässlich einer Rede beim Deutschen Ingenieurtag zog. Jährlich sind demnach fast 50.000 Stellen zu besetzen. Dagegen verlassen nur zwischen 30.000 und 35.000 Absolventen die Hochschulen: Für die Medien anlässlich der allgemeinen Jobmisere eine willkommene Gelegenheit, einmal nicht über Entlassungen zu berichten.Wer seither glaubt, sich als Ingenieur in seinem Arbeitssessel zurücklehnen zu können, um im Zweifelsfall von der Konkurrenz abgeworben zu werden, täuscht sich. "Ingenieure sind Innovationsträger. Das Studienwissen muss deshalb immer wieder aktualisiert werden, sowohl fachlich als auch überfachlich", sagt Susanne Ihsen, Leiterin der Abteilung Beruf & Karriere beim VDI (Siehe Interview weiter unten).Wie wichtig es ist, immer auf dem neusten Stand zu bleiben, zeigt eine weniger erfreuliche VDI-Statistik des letzten Jahres: Trotz des Expertenmangels waren 65 000 Ingenieure arbeitslos – die Hälfte davon über 45 Jahre alt. Unter 15 Prozent machten sie laut Umfrage unter den Neueinstellungen der befragten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren aus. "Häufig passen die vorhandenen und über Jahrzehnte erworbenen Qualifikationen nicht zu den ausgeschriebenen Stellen", heißt es in der Studie "Ingenieure ab 45".Weiterbildung ist also ein Muss – auch für die jüngeren Ingenieure, die von den Unternehmen bevorzugt eingestellt werden. Wie gut sich ein Arbeitnehmer weiterqualifiziert, hängt jedoch nicht nur von der persönlichen Einstellung, sondern auch von der Personalentwicklung eines Unternehmens ab. Der Arbeitgeber zahlt schließlich in der Regel die Kurse und Seminare.Weil es aber derzeit überall an Geld fehlt, sieht es mit dem betrieblichen Engagement auf diesem Gebiet nicht mehr ganz so rosig aus. Die Teilnehmerzahlen an den vom VDI angebotenen Seminaren gehen, wie überall in der Weiterbildungsbranche, zurück. Für ältere Ingenieure fehlt es an speziell auf sie zugeschnittenen Weiterbildungsangeboten. Wichtiger denn je ist es deshalb für Ingenieure, Eigeninitiative bei der Weiterqualifikation zu zeigen – allerdings nicht im Alleingang. "Ich plädiere immer dafür, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei der Weiterbildung miteinander abstimmen", sagt Ihsen vom VDI.Momentan investieren die Unternehmen eher in fachliche Weiterbildung: Technische Themen laufen beim VDI im Vergleich zu Management-Seminaren derzeit besser. Der Trend stimmt auch mit einer Einschätzung von VDI-Präsident Christ überein: Die viel gepriesenen Managerqualitäten eines Ingenieurs seien nicht allein ausschlaggebend, zitiert ihn die WELT-Online. "Wir brauchen nicht nur Manager, sondern auch Leute, die fachlich etwas drauf haben." Gefragt sind sowohl der "kreative Spinner", als auch der "Generalist".Alle Fragen, welche Weiterbildungsangebote es gibt, beantwortet der VDI auf seiner Homepage - allerdings etwas versteckt. Den Zugang zum "Wissensforum" finden Internetsurfer unter der Rubrik "Organisation" und dann unter "Übersicht / Schnellauswahl". Jährlich werden hier "rund 550 ein- und mehrtägige interdisziplinäre Veranstaltungen zu etwa 250 relevanten Themen aus Wissenschaft, Technik, Betriebswirtschaft, Marketing und Management" angeboten.Die Rubrik "Seminare" ist übersichtlich unterteilt nach verschiedenen Themen wie etwa "Konstruktion und Entwicklung" oder "Unternehmensführung, Recht und Verträge, Existenzgründung".Die Kurse sind chronologisch mit Veranstaltungsort aufgelistet und lassen sich übersichtlich als pdf-Datei runterladen. Es besteht die Möglichkeit, sich online anzumelden. Daneben aktualisiert der VDI regelmäßig seine Rubrik "Konferenzen" und bietet Fortbildungsseminare auch im Unternehmen vor Ort an. Besonders praktisch: Das Angebot lässt sich auch via Suchmaschine nach bestimmten Interessen durchsuchen.Wichtig für Ingenieure ist außerdem die Homepage des VDI Verlages, an dem der VDI zu 60 Prozent Gesellschafter ist. Unter der Rubrik "Ingacademy.de" finden sich Seminare nicht nur des VDI sondern auch anderer Anbieter. Interessant ist sicherlich, einen Blick auf die Liste der Bildungspartner zu werfen. Zusätzlich bietet die Homepage Business-Fallstudien an, die "besonders geeignet sind für Ingenieure mit betriebswirtschaftlichen Aufgabenfeldern wie Management, Produktführung, Vertrieb oder Geschäftsführung."