Wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat, eine bewährte Geschäftsidee zu übernehmen und sich als Franchisenehmer selbstständig zu machen, für den bietet ein aktuelles Gutachten zunächst einmal positive Neuigkeiten: Die Franchisewirtschaft ist in den vergangenen Jahren stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft in Deutschland. Das dürfte laut Studie des Forschungsinstituts für Wirtschaftspolitik an der Universität Mainz auch in den kommenden Jahren der Fall so bleiben.

Vor allem der Bereich "Sonstige Dienstleistungen" ist vielversprechend für Existenzgründer. 1985 bis 2002 wuchs er am stärksten, die Zahl der Franchisesysteme konnte sich mehr als verzehnfachen. Von den insgesamt 820 Franchisesystemen, die es im vergangenen Jahr in Deutschland gab, befasste sich die Mehrzahl, rund 40 Prozent, mit Geschäftskonzepten wie "Makeln und Vermitteln", "Schulung und Beratung" und "Büroarbeit und Geschäftshilfe". Dicht darauf folgen Unternehmen aus dem Bereich Handel (37,4 Prozent). Hotels und Gaststätten nahmen in der Rangliste mit elf Prozent der Franchisesysteme den dritten Platz ein.

Trotz des Potentials, das die Gründung eines Franchiseunternehmens angesichts dieser vielversprechenden Zahlen verspricht – wer sich ernsthaft selbstständig machen will, sollte nicht zu voreilig ins Franchising einsteigen. Schließlich muss der Existenzgründer eine Menge Geld investieren. Bis zu 100.000 Euro könne die Geschäftsgründung kosten, meldet Focus-online.

Für das Franchising-Konzept - der Klassiker ist die Fast Food- Kette Mc Donald’s - spricht, dass der Käufer der Geschäftsidee das Know-how und die Erfahrung des Anbieters übernehmen kann. Produkte und Dienstleistungen sind in der Regel bereits am Markt erprobt und im besten Fall erfolgreich. "Der Franchisenehmer trifft seine Investitionsentscheidung also unter größtmöglicher Sicherheit, profitiert von der Kostenteilung für die Marketingausgaben, von Arbeitsteilung mit dem Franchisegeber und erhält dadurch die Möglichkeit, sich auf die Kunden zu konzentrieren", heißt es in einer Informationsbroschüre des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die relative Sicherheit gewährleistet jedoch nicht, dass ein Franchisenehmer erfolgreicher ist als ein unabhängiger Gründer. "Vergleiche, die das belegen, sind häufig methodisch irreführend und wissenschaftlich angreifbar", sagt Patrick Dieses, Autor der Studie "Zukunft des Franchising in Deutschland". Informationen zum Franchising, etwa aus dem Internet, sollten Interessenten sehr kritisch betrachten. Nicht selten seien sie aus der Sicht des Gebers geschrieben, der zwar viele Informationen biete, aber die wichtigen gelegentlich verschweige – "zum Beispiel das unternehmerische Risiko, das für einen Franchisenehmer ebenso wie für einen unabhängigen Gründer besteht."

Wie finde ich einen seriösen Franchisegeber heraus?
Experte Dieses empfiehlt den einfachsten und direktesten Weg – den Griff zum Telefon. "Ich würde bei dem Franchisegeber meines Interesses anrufen und ihn geradeheraus fragen, wie viele Franchisenehmer in den letzten fünf Jahren gescheitert sind und was die Gründe dafür waren".