aktuell JOB-newsletter DIE ZEIT 7/03 vom 10. Februar 2003

Hinweise und Anregungen, Lob und Kritik sind herzlich willkommen:

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*** INHALT ***

1. Bildungsanbieter finden: Seminardatenbanken

2. Fernstudium: Gewässerschutz

3. Weiterbildungsstudium: Telekommunikationsmanagement

4. Wettbewerbe: Video und Data-Mining

*** 1. Bildungsanbieter finden: Seminardatenbanken ***

Von Jörn Müller

"Von der Wiege bis zur Bahre - Seminare, Seminare" könnte man eine Volksweisheit im Hinblick auf das immer populärer werdende "lebenslange Lernen" variieren: Vor allem im Berufsleben gilt es als unverzichtbar, sich regelmäßig weiterzubilden - vor allem, wenn man seine Karrierechancen verbessern will. Auch das Arbeitsamt hat die Notwendigkeit der kontinuierlichen Bildung erkannt und steckt Tausende Arbeitslose in Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, damit diese ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Ob arbeitslos oder berufstätig: Wer sich selbst aktiv um Weiterbildung bemüht, der zeigt Einsatzbereitschaft und Interesse am Beruf. Eigenständige Suche nach einem passenden Weiterbildungsangebot garantiert außerdem einen größeren Einfluss bei der Auswahl, man kann sich selbst heraussuchen, was einen wirklich interessiert. Doch wo soll man suchen?

Der wachsende Bildungsbedarf hat einen mittlerweile unübersichtlich gewordenen Bildungsmarkt entstehen lassen. Private Anbieter konkurrieren mit Berufs- oder Branchenverbänden, öffentlichen Einrichtungen und den verschiedensten anderen Bildungsträgern. Selbst Hochschulen drängen verstärkt auf den Berufsbildungsmarkt, sie hoffen, so eigene Einnahmequellen zu erschließen. Darüber hinaus zeigt die Diskussionen um die im Rahmen der GATS-Verhandlungen zur internationalen Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte geforderte Internationalisierung der Bildungsmärkte, dass Bildung zunehmend zu einer wirtschaftlich bedeutenden Ressource wird.

Für die Verbraucher - in diesem Fall also alle, die sich weiterbilden wollen - ist das Resultat dieser Liberalisierungsbemühungen eine deutlich größere Angebotspalette. Doch die vergrößerte Auswahl erschwert es gleichzeitig, den Überblick zu behalten. Wer systematisch ein passendes Bildungsangebot suchen will, fühlt sich schnell von der schieren Masse an Möglichkeiten erschlagen.

Im Internet finden sich viele Seminar- oder Weiterbildungsdatenbanken, die die Suche nach Angeboten erleichtern sollen. Doch auch deren Zahl ist - selbst im deutschsprachigen Raum - mittlerweile so groß, dass eine systematische Erfassung fast aussichtslos erscheint. Zahlreiche kommerziell ausgerichtete Betreiber erhoffen sich eine Teilhabe an den Umsätzen im Bildungsmarkt und verlangen von den Bildungsträgern Gebühren für den Eintrag in ihre Datenbanksysteme. Daneben betreiben die verschiedenen Verbände und öffentlichen Einrichtungen nicht-kommerzielle Bildungsdatenbanken. Dem Suchenden ist dieses Nebeneinander nicht gerade eine Erleichterung. Für eine systematische Suche nach Seminarangeboten müsste man alle Datenbanken einzeln absuchen - und sich jedes Mal wieder in die spezifischen Suchsystematiken einarbeiten.

Einen sehr empfehlenswerten Einstieg in die Suche nach Bildungsangeboten bietet die Checkliste "Qualität beruflicher Weiterbildung" vom Bundesinstitut für berufliche Weiterbildung (BIBB). Mit Hintergrundinformationen, Tipps und mögliche Fragen an die Bildungsanbieter hilft die Liste, die Qualität von Bildungsangeboten realistisch einzuschätzen. Die Checkliste kann man kostenlos als PDF-Datei herunterladen oder als Broschüre bestellen:

http://www.bibb.de/checkliste.htm

Einen ersten Überblick über die Masse der Bildungsdatenbanken verschaffen die verschiedenen Webkataloge. In der Regel können Betreiber von Internetseiten ihre Angebote hier selbst eintragen, eine wirklich systematische Erfassung erfolgt dort nur bedingt. Aufgelistet werden die verlinkten Titel der Websites jeweils mit kurzen Inhaltsbeschreibungen. Diese Beschreibungen sind oft nicht sehr erhellend, und es ist nicht erkennbar, wie aktuell die Einträge sind (ob also in den Listen beispielsweise noch Angebote geführt werden, die zwar noch ("physisch") vorhanden sind, welche aber längst nicht mehr aktualisiert werden).

Im folgenden die jeweiligen Kategorien von drei gängigen Web-Katalogen - inhaltlich gibt es einige Überschneidungen (Achtung: jeweils sehr lange URL, die in die nächste Zeile umbricht - ggf. bitte vollständig in den Webbrowser übertragen!):

* Open Directory

Kategorie Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse und Portale (42 Einträge)

http://dmoz.org/World/Deutsch/Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse_und_Portale/

* Google Web-Verzeichnis

Kategorie Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse und Portale

(20 Einträge)

http://directory.google.com/Top/World/Deutsch/Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse_und_Portale/

* Yahoo-Verzeichnis

Kategorie Ausbildung und Beruf/Portale und Linksammlungen/Fort- und Weiterbildung

(21 Einträge)

http://de.dir.yahoo.com/ausbildung_und_beruf/portale_und_linksammlungen/fort__und_weiterbildung/

Eine etwas strukturiertere "Meta-Liste" mit Links zu Bildungsdatenbanken bietet das Portal "Bildungslinks". Gesammelt sind hier "Online-Weiterbildungsdatenbanken in der Bundesrepublik Deutschland". Die Einträge sind nach "überregional" (bundesweit), "landesweit" (einzelne Bundesländer betreffend) und "lokal/regional" sortiert. Insbesondere bei den überregionalen Datenbanken wird jeweils der inhaltliche Schwerpunkt genannt (beispielsweise "Fernunterricht", "Bildungsurlaub" oder einzelne Branchen). Neben dem Logo und einem unnötigen Screenshot der einzelnen Angebote findet sich auch ein Hinweis auf den jeweiligen Herausgeber. Trotz der 68 Einträge ist die Liste mit Sicherheit nicht vollständig. Doch sie bietet aufgrund der regionalen Unterteilung und der Nennung inhaltlicher Schwerpunkte deutlich mehr Orientierung als die Webkataloge. Verzeichnet sind bevorzugt die "großen" und nicht-kommerziellen Bildungsdatenbanken.

http://www.bildungslinks.de/

Eine Linkliste mit insgesamt 85 Einträgen findet sich beim "Info Web Weiterbildung" (IWWB), einem vom Bundesbildungsministerium geförderten Projekt zur systematischen Erfassung und Vernetzung von Weiterbildungsdatenbanken. Wichtigstes Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erstellung einer Weiterbildungs-Meta-Suchmaschine. Die weitgehend nach regionalen Aspekten geordnete Linkliste ist unter dem Menüpunkt "Weiterbildungsdatenbanken" zu finden. Das Aktualisierungsdatum (28.1.03) zeigt, dass die Liste aktuell ist und regelmäßig gepflegt wird.

http://www.iwwb.de/

In der Linkliste des IWWB sind auch zwei bereits existierende Weiterbildungs-Metasuchmaschinen verzeichnet:

* "fernlern.de" sucht momentan 23 Weiterbildungsdatenbanken ab

http://www.fernlern.de/

* "GULP - Seminar Metascanner" ist spezialisiert auf persönliche Weiterbildung im IT-Bereich, abgesucht werden 17 Datenbanken

http://www.gulp.de/robot/sguide.html

Für Fernlehrgänge oder Fernstudium gibt es einen guten Einstieg bei der "Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht" (ZFU). Die ZFU ist eine behördliche Einrichtung, ohne ZFU-Zulassung dürfen in Deutschland keine Fernlehrgänge oder Fernstudiengänge angeboten oder beworben werden. Die Webseiten der ZFU sind schlicht gehalten - ebenso die Datenbank der Zentralstelle. Vorteil der Datenbank ist, dass dort sämtliche zugelassenen Fernlehrgänge und -studienangebote verzeichnet sind. Die Suchmodalitäten sind sehr einfach, dafür erfolgt die Ausgabe von Ergebnissen äußerst schnell. Unter dem Menüpunkt "Links" findet man außerdem einige interessante Verweise zu den Themen Bildung, Berufsbildung und Fernlernen.

http://www.zfu.de/

Zur offline-Nutzung kann man die Datenbank (Access 2000) herunterladen:

http://www.zfu.de/05041999__plu__ratgeber.phtml

Aufgrund der verschiedenen Suchsystematiken ist außerdem die Aus- und Weiterbildungsdatenbank der Bundesanstalt für Arbeit ("KURS") zu empfehlen. Bildungsanbieter können hier ihre Seminare kostenlos eintragen, aktualisiert wird monatlich. Obwohl "KURS" zum Internetangebot von "Arbeitsamt.de" gehört, sind nicht nur Weiterbildungsangebote verzeichnet, die von den Arbeitsämtern gefördert werden. So finden sich beispielsweise auch grundständige und aufbauende Studiengänge. Suchen kann man in der Datenbank "frei" anhand von Stichworten zu Bildungsziel, Bildungsanbieter, Bundesland oder Veranstaltungsort - weiter eingrenzbar nach Bildungsbereichen. Außerdem kann man sich in der hierarchischen Systematik zu passenden Einträgen "vorarbeiten" - entweder vom Bildungsziel ausgehend oder vom "Ausgangsberuf". Es ist zwar manchmal etwas mühsam, sich auf die unterste Hierarchieebene durchzuklicken, dafür erleichtert der systematische Aufbau die Suche nach angrenzenden Themengebieten oder nach regionalen Präferenzen.

http://www.arbeitsamt.de/cgi-bin/aoWebCGI?kurs

Speziell auf die Berufliche Weiterbildung ausgerichtet ist das "Weiterbildungs-Informations-System" (WIS), ein Gemeinschaftsprojekt von Industrie-, Handels- und Handwerkskammern. An deren Belangen orientiert sich die fachliche Ausrichtung der verzeichneten Bildungsangebote. Nach eigenen Angaben sollen dort über 15.500 Veranstaltungen verzeichnet sein.

http://www.wis.ihk.de/

Neben den Weiterbildungsdatenbanken gibt es weitere empfehlenswerte Ansatzpunkte bei der Suche nach Bildungsangeboten: Berufsverbände, Standesorganisationen, Branchenverbände, Gewerkschaften und ähnliche Organisationen bieten vielfach selbst Weiterbildung an. Oft werden bei diesen Einrichtungen auch Informationen über fachspezifische Bildungsangebote "fremder" Anbieter bereitgehalten. Empfehlenswerte Anlaufstellen sind hier sowohl die örtlichen Niederlassungen, als auch die Dachorganisationen dieser Verbände und deren jeweilige Internetseiten.

*** 2. Fernstudium: Gewässerschutz ***

Der Fachbereich Bauingenieurwesen der TU Braunschweig bietet einen Fernstudiengang zum Thema Gewässerschutz an. Neuerdings kann man hier einen Master-Abschluss erwerben. Der entsprechende Studiengang heißt "PRO WATER - Nachhaltiges Management und Schutz von Gewässern / Sustainable Management and Protection of Water".

Ziel des Studiengangs ist eine interdisziplinäre Ausbildung in Bereichen wie "Hydrologie und Hydraulik", "ober- und unterirdische Fließvorgänge", "Hydrochemie und Mikrobiologie", "Abwasser- und Abfallbehandlung". Außerdem sollen wirtschaftliche Grundkenntnisse zur Beurteilung der Machbarkeit von Maßnahmen und Einblicke in Mediation und Moderation zur Vermittlung von Gewässerschutzmaßnahmen nicht nur gegenüber der Öffentlichkeit vermittelt werden.

Das Studium dauert vier Semester als Vollzeitstudium und sieben Semester, wenn man es nebenberuflich absolviert. Außerdem ist es möglich, nur einzelne Einheiten zu studieren. Mit erfolgreichem Abschluss des Studiums erwirbt man den Titel "Master of Science (MSc) Protection of Water".

Studienbeginn ist im April, die Bewerbung ist noch möglich.

Weitere Informationen und Bewerbungsformulare:

http://www.tu-bs.de/fernstudium

*** 3. Weiterbildungsstudium: Telekommunikationsmanagement ***

Noch bis zum 28. Februar können sich Interessenten bewerben, die an der TU Ilmenau das weiterbildende Studium "Telekommunikations-Manager" absolvieren wollen. Das Angebot richtet sich an "Praktiker, Hochschulabsolventen und Quereinsteiger", sie sollen die erforderlichen Qualifikationen zur Konzeption und Verwaltung von Telekommunikationsnetzen erwerben.

Der Studiengang zeichnet sich besonders durch die integrierte Betrachtung verschiedener Kommunikationswege und Netzwerke aus. Die Absolventen sollen sich sowohl mit Endgeräten und Schnittstellen, Inhouse-Netzen und globalen Netzen, sowie mit Kommunikationsdiensten und gesetzlichen, rechtlichen und finanziellen Aspekten der Telekommunikation auskennen, um in Unternehmen und Organisationen die zentrale Planung und Verwaltung der Telekommunikation zu übernehmen.

Das Studium dauert zwei Semester und kann berufsbegleitend absolviert werden. Die Lehrveranstaltungen finden an elf verlängerten Wochenenden (Donnerstag Mittag bis Sonntag) statt. Neben Lehrveranstaltungen sind Exkursionen und Praktika vorgesehen, außerdem gehört eine "individuelle Projektarbeit" zum Studienplan.

Ausführliche Informationen und Bewerbungsunterlagen:

http://www.tu-ilmenau.de/tkman

*** 4. Wettbewerbe: Video und Data-Mining ***

An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) findet vom 15. bis zum 17. Mai das "13. Internationale Bochumer Videofestival" statt. Wettbewerbsbeiträge können noch bis zum 14. Februar eingereicht werden. Zugelassen sind Produktionen, die nicht länger als 35 Minuten sind und mit Videotechnik aufgezeichnet oder bearbeitet wurden. Außerdem gibt es einen "VJ-Contest" - Video-Jockey-Teams die sich bewerben wollen, können hierfür einen 30-minütigen Life-Mitschnitt einreichen. Im Rahmenprogramm der Veranstaltung - außerhalb des Wettbewerbs - können außerdem Videoinstallationen und CD-ROM-Projekte vorgestellt werden.

Ausschreibung und Bewerbungsunterlagen:

http://www.videofestival.org/

Am 1. März startet ein internationaler Wettbewerb für Studenten, der "Data-Mining-Cup". Veranstalter des Wettbewerbs sind die Professur für Künstliche Intelligenz der TU Chemnitz und die Chemnitzer Firma prudsys AG. Die Teilnehmer sollen ein Problem im Zusammenhang mit Spam-Emails lösen. Die genaue Aufgabe hierzu wird am 15. April bekannt gegeben, Lösungen müssen innerhalb eines Monats eingereicht werden. Dem Gewinner des Wettbewerbs wird die Teilnahme an der internationalen Konferenz "Knowledge Discovery and Data Mining" (KDD) Ende August in Washington ermöglicht - inklusive Flug und Übernachtung.

Weitere Informationen:

http://www.data-mining-cup.de/

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  • Quelle © DIE ZEIT 07/2003
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