Die meisten Zeitarbeitsbetriebe befürchten durch die Neuregelungen der Hartz-Gesetze steigende Personalkosten und sinkende Umsätze. Dies belegt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, an der sich insgesamt 471 Zeitarbeitsbetriebe beteiligt haben.Der Rückgang des Umsatzes, den 70 Prozent der befragten Zeitarbeitsbetriebe befürchten, hängt vor allem mit der in den Hartz-Gesetzen verankerten Gleichbehandlungs-Vorschrift zusammen. Nach dieser müssen Zeitarbeitnehmer nach den gleichen Arbeitsbedingungen wie regulär Beschäftigte bezahlt werden. Zur Zeit liegen aber in den meisten Zeitarbeitsfirmen die Entleihsätze unter den vergleichbaren Kosten einer fest angestellten Arbeitskraft. Dies gilt vor allem für Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation, die den größten Teil der Zeitarbeitnehmer stellen. Durch die neue Vorschrift ist deshalb zu erwarten, dass sich die Leiharbeit verteuert und die Zahl der Entleihungen zurückgeht.Nur eine Minderheit von etwa zehn Prozent der Zeitarbeitsbetriebe ist daran interessiert, als Personal-Service-Agentur (PSA) tätig zu werden. Die Hartz-Kommission hat das Modell entwickelt, um mehr Arbeitslose zu vermitteln. Jeder Zeitarbeitsbetrieb, der eine PSA einrichtet, bekommt vom Arbeitsamt ein bestimmtes Kontingent von 50 oder 100 Arbeitslosen zugeteilt, die die Zeitarbeitsfirma vermitteln soll. Dafür unterstützt das Arbeitsamt die Agentur finanziell, so dass die Arbeitskräfte relativ billig verliehen werden können. Das Problem dabei ist, dass die meisten Zeitarbeitsagenturen viel zu klein sind, um eine PSA zu verwalten. In etwa drei Viertel der Betriebe sind weniger als 100 Zeitarbeitnehmer angestellt - diese Betriebe haben nicht die Kapazitäten, um das gesamte Kontingent von Arbeitslosen zu vermitteln. Nur knapp vier Prozent der Zeitarbeitsfirmen wollen "auf jeden Fall" eine PSA einrichten. Die Broschüre "Perspektiven der Zeitarbeit" im Internet:
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/div/zeitarbeit.pdf>