Aufsichtsratsposten Sonderfall Frau
Nur auf jedem zehnten Aufsichtsratssessel sitzt eine Frau in deutschen Großkonzernen. Kandidatinnen fühlen sich blockiert - und wünschen sich eine Quotenregelung.
© PR: Henkel

Simone Bagel, Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Gesellschafterausschusses des Henkel-Konzerns, ist eine von ganz wenigen. In Deutschland beträgt der Frauenanteil in den Kontrollgremien der DAX-Unternehmen gerade einmal zehn Prozent
Manchmal weiß Monika Schulz-Strelow nicht, ob sie weinen oder lachen soll. Denn seit Jahren betet die Präsidentin Vereins "Frauen in die Aufsichtsräte" (FidAR) die gleichen Zahlen herunter. Und die passen nicht so recht ins Bild einer modernen, gleichberechtigten Arbeitswelt. Gerade einmal 10,2 Prozent aller Aufsichtsratsposten in deutschen Großunternehmen sind mit einer Frau besetzt – und das auch nur, weil zumindest die Arbeitnehmerseite in größerer Zahl Frauen in die Kontrollgremien der Unternehmen entsendet. Ohne die Vertreterinnen der Arbeitsnehmerseite wären sogar nur drei Prozent der Posten in den Kontrollgremien mit Frauen besetzt.
In den Vorständen von DAX-Unternehmen sieht es exakt gleich aus. Auch hier liegt die Frauenquote bei drei Prozent. Eine der wenigen, die es geschafft haben, ist Simone Bagel, neue Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Gesellschafterausschusses des Henkel-Konzerns. Als das Unternehmen die Personalie bekannt gab, überschlugen sich die Wirtschaftsmedien. "Aber die Texte beschäftigten sich vor allem mit der Frage: Wie sieht sie aus, was hat sie an, wie tritt sie auf? Bei einem Mann wäre die Berichterstattung anders gewesen", sagt Schulz-Strelow. Sie ärgert sich. Und sie ist ungeduldig. Die Unternehmerin hat keine Lust mehr, darauf zu warten, dass sich der Frauenanteil in den Top-Jobs der Wirtschaft von alleine erhöht. "Das wird nicht geschehen. Wir brauchen eine Quote!", fordert sie.
Ihr Anliegen wiederholt sie auch an dem Tag, an dem FidAR zu einer Tagung in die britische Botschaft in Berlin eingeladen hat. Podium und Publikum sind international besetzt. Fast 200 Frauen und Männer aus Wirtschaft, Politik und Medien sind gekommen. Es hätten auch doppelt so viele sein können, aber der Platz in der Botschaft ist begrenzt. Dabei sind durch die Wirtschaftskrise in den letzten Monaten vergleichsweise viele Frauen in Top-Positionen aufgestiegen, sehr viele Posten mussten mit unbelasteten Kandidaten neu besetzt werden. Und die Krise hat die Defizite in Struktur und Qualität der Aufsichtsgremien vieler Unternehmen deutlich gemacht."Die Unternehmenskontrolle in Deutschland muss umfassend reformiert werden. Das ist die Chance für uns Frauen", sagt Monika Schulz-Strelow. Ein bisschen klingt es, als glaube sie daran, dass Frauen solche Krisen verhindern könnten.
Können sie? "Mit gemischt besetzten Kontrollgremien würden wir in der Wirtschaft eine andere Entwicklung sehen. Davon bin ich überzeugt", antwortet die Vereinsgründerin.
Norwegen hat die Quote Anfang 2008 eingeführt. 40 Prozent Frauen müssen seitdem in den Kontrollgremien der Unternehmen des Landes sitzen. Botschafter Sven Erik Svedman hat nicht den Eindruck, dass das den Unternehmen geschadet hätte. Im Gegenteil, manche hätten den Imagefaktor Frau erkannt. Über 90 Prozent der norwegischen Konzerne haben die Quote mittlerweile erfüllt. Für die, die nicht wollen, sieht das Gesetz sieht Sanktionen bis hin zur Liquidierung eines Unternehmens vor. Der Botschafter rechnet allerdings nicht damit, dass es so weit kommen wird.
Quote und Sanktionen würde sich FidAR auch für Deutschland wünschen. Der Verband möchte so rasch wie möglich wenigstens eine gesetzliche Mindestquote von 25 Prozent. Unterstützung erhalten die Frauen aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es ist immerhin Wahlkampf und die Sache der Frauen ist die Sache von Familienministerin Ursula von der Leyen. "Damit wir für Frauen die gläserne Decke zum Spitzenmanagement durchstoßen, brauchen wir für Deutschland einen Stufenplan", erklärt die Ministerin. Der solle in einem ersten Schritt "eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft mit klaren und verbindlichen Regeln" beinhalten, die "mit einer im Handelsgesetzbuch zu verankernden Berichtspflicht der Unternehmen" verknüpft ist.
- Datum 21.09.2009 - 10:12 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Quoten sind ein zweischneidiges Schwert. Zum einen scheint es eine Benachteiligung von Frauen in hohem Positionen zu geben. Zum Anderen werden bereits jetzt mit immer dem gleichen Hinweis darauf Frauen in Schule und Universität besser gefördert als Männer.
Falls eine solche Quote jemals Realität werden sollte, so muss im Sinne der Gleichberechtigung ob (bisher) nötig oder nicht zumindest die gleiche Männerquote eingeführt werden.
Was mir weniger gefällt ist die einseitige Art (eventuell nur dargestellt in diesem Artikel) der Studie.
Ausführlich werden Manager zitiert bei Nachteilen und mangelnden Vorteilen der Frauen gegenüber Männern.
Interessiert hätte mich einmal die Antwort auf die Frage welche Vorteile Männer gegenüber Frauen bieten.
Generell habe ich ein Problem mit Statistiken, die auf Fragebögen oder Interviews beruhen. Hier ist ein zu großes Manipulationspotential zugunsten der Interviewenden.
Mir ist klar, dass ich jetzt natürlich von diversen Feministinnen (und fast noch schlimmer den dazugehörigen Männern) in Grund und Boden gestampft werde. Einseitige Berichtserstattung ist aber nicht hilfreich um Ernst genommen zu werden.
Wieso sollte man? Die Kritik ist doch durchaus berechtigt und gerade wenn man sich diesem Thema auf eine angemessen objektive Art und Weise, d.h. nicht eigeninteressen- oder subjektiv-idelogisch gesteuerter Art und Weise, auseinandersetzen möchte, werden immer beide Seiten - Pro und Contra - berücksichtigt werden müssen.
Ich finde es nach wie vor fraglich, ob eine Quotenregel die im Artikel genannten Umstände wirklich lösen kann. Die Nachteile für Männer waren (und sind) ja bisher offensichtlich. Das heißt zwar nicht, dass man deshalb nicht weiter darüber nachdenken sollte, aber eben diese berücksichten, wenn man sich doch für ein solches Vorgehen entscheidet. Auch bleibt für mich fraglich, in wieweit sich wirklich die geeignetsten Personen durch eine Quotenregelung in den entsprechenden Positionen finden lassen. Was nützt mir ein Mann oder eine Frau in solch einer Position, die nur aufgrund der Quote dort ihrem Posten innewohnt, aber fachlich nicht halten kann, was er/sie verspricht bzw. versprechen sollte?
Wo sind sie denn die Top-Frauen? Wer hat in letzter Zeit die super Firmen aufgebaut? Ich meine die Internet Firmen wie Google, Facebook Youtube, Yahoo, red hat, myspace. Niemand hat da Frauen gehindert auch ein start-up zu gründen. In dieser neuen Branche sieht es ziemlich mager aus für die Frauen. Auch da gibt es Ausnahmen wie z.B Mitchell Baker.
Meckern Sie mal darüber. Auch die geringe Anzahl von Entwicklerinnen in der Open-Source Szene ist beklagenswert. Das sollte sich mal ändern, sonst bleiben wir ewig in der Geek-Falle stecken
Wenn Frauen etwas wollen, dann sollten sie sich auch dafür engagieren. Ich persönlich sehe das Hauptproblem darin, dass laut aktuellen Statistiken des Gender-Reports der Bundesregierung die Mehrzahl der Frauen nur Teilzeit arbeiten und somit nahezu keine Chance auf eine Beförderung haben. Was will ein Konzern mit einer Cheffin die nur den Vormittag über da ist? Es ist ein unerlässlicher Schritt für eine Frau die in eine Führungsposition will Ihren Willen zu zeigen die mehrarbeit zu leisten, die das Management eines Konzerns erfordert. Die wenigen Frauen die bisher dazu bereit waren und es geschaft haben sehe ich als einige der wenigen die das potential hatten und es auch genutzt haben. Wie es auch Millionen an Männern gibt die nie auch nur in die Nähe einer Führungsetage kommen weil Ihnen das Potential fehlt oder die Passion ergeht es eben auch den Frauen, mit dem Unterschied das die Frauen die für eine solche Position in Frage kämen nur halbtags arbeiten ihre Energie für Ihre Familien aufopfern (was ich durchaus positiv sehe und eher in der unverträglichkeit zwischen Familie und Beruf). Sollen wir also aufgrund einer Quote alles was weiblich ist und meint eine solche positon inne haben zu müssen beförden mit einem Seitenblick auf drohende Sanktionen? Meiner Meinung nach entwerten sich Frauen mit dieser Diskusion selbst. Es gibt Quoten für Benachteiligte Befölkerungsgruppen die Hilfe wirklich brauchen nicht für Querulanten und Feministinen.
Wenn Frauen etwas wollen, dann sollten sie sich auch dafür engagieren. Ich persönlich sehe das Hauptproblem darin, dass laut aktuellen Statistiken des Gender-Reports der Bundesregierung die Mehrzahl der Frauen nur Teilzeit arbeiten und somit nahezu keine Chance auf eine Beförderung haben. Was will ein Konzern mit einer Cheffin die nur den Vormittag über da ist? Es ist ein unerlässlicher Schritt für eine Frau die in eine Führungsposition will Ihren Willen zu zeigen die mehrarbeit zu leisten, die das Management eines Konzerns erfordert. Die wenigen Frauen die bisher dazu bereit waren und es geschaft haben sehe ich als einige der wenigen die das potential hatten und es auch genutzt haben. Wie es auch Millionen an Männern gibt die nie auch nur in die Nähe einer Führungsetage kommen weil Ihnen das Potential fehlt oder die Passion ergeht es eben auch den Frauen, mit dem Unterschied das die Frauen die für eine solche Position in Frage kämen nur halbtags arbeiten ihre Energie für Ihre Familien aufopfern (was ich durchaus positiv sehe und eher in der unverträglichkeit zwischen Familie und Beruf). Sollen wir also aufgrund einer Quote alles was weiblich ist und meint eine solche positon inne haben zu müssen beförden mit einem Seitenblick auf drohende Sanktionen? Meiner Meinung nach entwerten sich Frauen mit dieser Diskusion selbst. Es gibt Quoten für Benachteiligte Befölkerungsgruppen die Hilfe wirklich brauchen nicht für Querulanten und Feministinen.
Ein neuer "Böse gläserne Decke"-Artikel von Tina Groll? Ist denn wirklich schon wieder eine Woche rum?
Und warum liest man in den Artikeln über die armen diskriminierten Frauen in den Vorstandsetagen mittlerweile eigentlich nie etwas über die tragische Figur der Bettina von Oesterreich?
Früher wurde diese Dame durchaus erwähnt, z.B. in einem Artikel der WirtschaftsWoche mit dem Titel "Frauen und Karriere: Warum weibliche Führungskräfte den Unternehmenswert steigern". Diese Frau war längere Zeit die absolut einzige Frau im Vorstand eines DAX-Unternehmens - und selbst diese Frau - die dem Titel des WirtschaftsWoche-Artikels nach den Wert ihres Unternehmens ja offenbar in's Unermessliche gesteigert hat - musste irgendwann ihren Platz räumen!
Böse Zungen behaupten zwar, dass das daran lag, dass sie in ihrem Job (Chief Risk Officer (also quasi "höchste Risikomanagerin") bei der Hypo Real Estate) völlig versagt hat und den deutschen Steuerzahler Milliarden gekostet hat, aber das ist natürlich Blödsinn - in Wirklichkeit ist sie ein perfektes Beispiel für die Frauendiskriminierung in den Führungsetagen!
Häufig wird übersehen, dass Quotenregelungen ein Zwei-Stufen Ansatz sind.
Ein ganz banaler Hinderungsgrund für mehr Frauen in Aufsichtsräten ist, dass es so wenige Frauen in Aufsichtsräten gibt.
Das hat zwei Gründe:
1. Wenn viele der Entscheider Männlich sind, so werden sie sich auch eher für Männer entscheiden. (Menschen neigen dazu, Personen als vertrauenswürdiger zu empfinden, die ihnen ähnlich sind. Und dann noch die Vorurteile die im Artikel genannt werden.)
2. Etwas subtiler, aber ebenso wichtig: Da es so wenige Beispiele für Frauen in Aufsichtsräten gibt, ist das Mentale Konzept, dass viele von Ausichtsräten haben ein männliches. Eine Frau ist da schwehr vorstellbar.
Eine Quotenregelung löst nun diese beiden Probleme. Auch wenn die Regelung selbst, solange sie in Kraft ist, als ungerecht empfunden wird, ändert das nichts an diesem positiven Effekt. Anschließend sind Quotenregelungen nicht mehr nötig, da Frauen auch in den Entscheidungspositionen sind und weibliche Aufsichtsrätinnen "vorstellbarer" geworden sind.
Lippenbekenntnisse zur Gleichberechtigung sind nicht mehr genug. Gerade Deutschland hat hier viel aufzuhohlen. In keinem anderen Industrieland ist z.B. die Kluft zwischen Frauen- und Männergehältern größer.
Ist das gezeilte Desinformation?
Oder warum wird verschwiegen, dass Simone Bagel die Urenkellin des Firmengründers ist.
Und ich will der DAme nicht zunahetreten, aber das war der Hauptgrund für ihre Berufung.
Gezielte Desinformation sollte der Text nicht sein. Bitte vergleichen Sie diesen Artikel: http://www.zeit.de/karrie...
Danke!
Gezielte Desinformation sollte der Text nicht sein. Bitte vergleichen Sie diesen Artikel: http://www.zeit.de/karrie...
Danke!
die gesetzliche Gleichberechtigung ist doch schon lange erreicht.... und ich finde so sollte es auch bleiben.... Das das in der praksis nicht so funktioniert wie es sollte ist schade, wird sich meiner meinung nach aber mit einiger zeit von sellbst regeln. keiner kann mir erzählen das eine hochqualifizierte Frau nur weil sie eine frau ist aus einem unternehmen verdrängt wird. Alles wird schließlich nach angebot und nachfrage geregelt... und da haben die unterschiedlichen gehälter auch ihren grund. für mich darf eine quotenregelung nur als kurtzfristige Übergangslösung verwendet werden mit klar gesetzter frist.... wenn überhaupt.
ist (neben meinen Rechtschreibfehlern im ersten Kommentar), dass Simone Bagel auch nicht die
"neue Vorstandschefin des Henkel-Konzerns" ist, sondern nur die Chefin des Aufsichtsrates(als Urenkelin des Firmengründers).
Vielleicht kommen Frauen deshalb nie in Führungspositionen, weil sie sie nicht mal unterscheiden können.;)
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