Frauen in Führungspositionen"Die Männer sind die Hüter der gläsernen Decke"

Nur wenige Frauen gelangen in Top-Positionen. Der Soziologe Carsten Wippermann erklärt im Interview, wie die Männerwelt die Konkurrentinnen systematisch abriegelt. von 

ZEIT ONLINE: Herr Wippermann, Sie haben in den vergangenen Wochen die Funktion und Wirkung der gläsernen Decke untersucht. Sind Sie jetzt ein anderer Mann?

Carsten Wippermann : (lacht) Ich hoffe, meine Frau, die gemeinsam mit mir an der Studie gearbeitet hat, sieht das nicht so. Vor allem unsere beiden Töchter können nichts mehr von der gläsernen Decke hören. Aber ich denke, das ändert sich auch wieder.

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ZEIT ONLINE: Sie haben drei Mentalitätsmuster bei Männern im Management ausgemacht, die wie eine dreifache Schranke gegen Frauen wirken. Hat Sie das erstaunt?

Wippermann: Es gab gleich mehrere Ergebnisse, die uns überrascht haben. Zum einen sprachen die von uns befragten Männer sehr positiv über Frauen. Auf der Einstellungsebene haben diese Manager eine große Sympathie für Frauen in Führungspositionen. Aber man kann dies leicht als gender political correctness entlarven, wenn man in die Tiefe geht.

Die Studie

Der Frauenanteil in den Kontrollgremien von Unternehmen mit Sitz in Deutschland beträgt etwa zehn Prozent. Obgleich eine Erhöhung des Frauenanteils seit Jahrzehnten gefordert wird, hat sich bislang kaum etwas verändert. Nun hat ein Forscherteam um den Soziologen Dr. Carsten Wippermann von Sinus Sociovision in Heidelberg im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend untersucht, wie Frauen beim Aufstieg in die Top-Positionen diskriminiert werden. Im Dezember wird die repräsentative Studie "Brücken und Barrieren für Frauen zu Führungspositionen" der Öffentlichkeit vorgestellt. ZEIT ONLINE liegen bereits heute einige der Ergebnisse vor.

Das Forschungsdesign

In einem zweistufigen Verfahren befragten die Forscher zunächst mit standardisierten, disproportionalen Fragebögen Männer und Frauen in Führungspositionen zu ihren Karrierewegen und Karriereeinstellungen befragt. Anschließend führten die Soziologen mit 30 Männern im mittleren und gehobenen Management narrative Tiefeninterviews von zwei bis drei Stunden Dauer durch, um mehr über ihre Einstellungen zu Frauen in Kontrollgremien der Wirtschaft zu erfahren. In einem dritten Schritt wurden Personaldienstleistungsunternehmen befragt.

Die Ergebnisse

Die Fragebogenauswertung zeigte, dass Kinder offenbar nicht das Karrierehindernis sind: Immerhin 61 Prozent der befragten Frauen haben Kinder und sind trotzdem in einer Führungsposition. In ihrer Einstellung zu den Erfolgsfaktoren für eine Karriere unterscheiden sich die befragten Managerinnen und Manager nicht. Auch nicht, was ihre Einschätzung über Frauen in Führungspositionen angeht: Hier geben beide Geschlechter an, prinzipiell positiv gegenüber Frauen in Top-Positionen aufgeschlossen zu sein. Während Männer jedoch meinen, dass Frauen mit gleicher Leistung in der Hierarchie aufsteigen, geben 75 Prozent der Frauen an, dass sie viel mehr arbeiten müssen. Die Wahrnehmung ist zwischen den Geschlechtern also unterschiedlich.

Die Tiefeninterviews fördern bei den Männern drei Mentalitätsmuster zu Tage: Allen drei Typen fallen Gründe ein, warum Frauen nicht in die Top-Positionen kommen können, aber keine, weswegen dies gelingen könne. Der konservative Typus glaubt, dass Frauen qua Geschlecht weniger geeignet seien, der emanzipierte Typus nimmt an, dass Frauen schlicht chancenlos gegenüber männlichen Machtritualen sei und der individuelle Typus meint zwar, dass das Geschlecht keine Rolle spiele, aber es nicht genügend authentische und flexible Frauen gebe. Alle drei Mentalitätsmuster wirken zusammen wie mehrdimensional miteinander verschränkte Sperren in Unternehmen: Werden Frauen einer der genannten Anforderungen gerecht, fallen sie somit zugleich unter das diskreditierende Verdikt des anderen. Als Elemente eines Systems erzeugen die Denkmuster damit eine mehrfach gesicherte soziale Schließfunktion mit sehr selektiver Durchlässigkeit.

ZEIT ONLINE: Sie haben in einem ersten Schritt über 500 Männer und Frauen in Führungspositionen bei privatwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland befragt – und anschließend mit 30 Männern Tiefeninterviews geführt. Wussten die Befragten, worum es in der Studie geht?

Wippermann: Nein, wir haben das genaue Thema und den Auftraggeber nicht genannt. Es wäre sonst zu einem Antwortverhalten entsprechend der sozialen Erwünschtheit gekommen. Wir haben den Befragten aber mitgeteilt, dass es um Männer und Frauen in Führungspositionen geht. Auch haben wir absolute Diskretion zusagt. Anders kann man solche narrativen Tiefeninterviews nicht machen.

ZEIT ONLINE: Wie lief die Befragung ab?

Wippermann: Wir hatten einen Untersuchungszeitraum von acht Wochen. Die Manager wurden von Männern befragt, die Interviews wurden aufgezeichnet und hinterher transkribiert. Beim Lesen der Transkripte haben wir in mixed teams gearbeitet. Derjenige, der das Interview geführt hatte, brachte eine tiefe Nähe mit – der Teampartner brachte mit seiner Distanz eine andere Perspektive ein. Es war erstaunlich zu sehen, dass die Interviewer die Aussagen der Manager verteidigt haben. Der Prozess der Auswertung war für uns hoch spannend.

ZEIT ONLINE: Spannend sind die Ergebnisse. Sie machen aus, dass bei Männern in Führungspositionen nur oberflächlich eine Offenheit für Frauen besteht. Aber unter der Oberfläche schlummern Chauvinisten, die lieber unter sich selbst bleiben wollen?

Wippermann: So drastisch würden wir das nicht ausdrücken. Aber Sie haben Recht. Wir haben ausgemacht, dass latent drei verschiedene Mentalitätsmuster mit ihrer je eigenen Logik laufen, die schwer zu enthebeln sind. Wird Frauen der Zugang zu Posten in Kontrollgremien geboten, schließen sich gleich wieder andere Türen. Die dominierenden Mentalitätsmuster wirken wie ein mehrfach abgeriegeltes System.

ZEIT ONLINE: Das müssen Sie genauer erläutern. Wie funktioniert das?

Wippermann: Alle 30 von uns befragten Manager konnte man einem Typus zuordnen. Der eine ist sehr konservativ. Bei ihm kann man eine kulturelle und funktionale Ablehnung von Frauen qua Geschlecht ausmachen. Zitate aus den Interviews sind: Frauen seien eine Irritation im inner circle und unerwünscht im Vorstand. Der andere Typus hat eine emanzipierte Grundhaltung und geht davon aus, dass Frauen chancenlos gegen die Machtrituale seien. Das Topmanagement verlangt Härte und das steht im Widerspruch zum Frauenbild in unserer Gesellschaft. Es fielen Formulierungen wie: Ein Vorstandsposten ist eine andere Sportart – und Frauen hätten nicht die Härte dafür. Frauen, die entsprechend auftreten, wirken dann nicht mehr authentisch – und für diesen Typus ist aber Authentizität ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor. Der dritte Typus zeigt einen radikalen Individualismus. Diese Männer sagen, dass das Geschlecht eigentlich keine Rolle dabei spielt, wenn es um die Besetzung einer Führungsposition geht. Aber es gebe nicht genügend Frauen, die authentisch und flexibel genug dafür seien. Alle drei Haltungen kommen in einem Unternehmen vor. Das heißt: Erfüllt eine Frau eine der genannten Anforderungen, steht sie damit im Widerspruch zu den anderen beiden. Die gläserne Decke ist also dreifach gesichert.

Leserkommentare
  1. Täusche ich mich, oder wird hier wieder einmal eine Korrelation als Kausalität verkauft?
    Ist denn die festgestellte Meinung wirklich die Ursache für den Mangel an Frauen in Führungspositionen? Oder ist es vielmehr andersherum, dass nämlich die befragten Männer ihre Einstellung gewonnen haben, weil sie so wenige Frauen in Führungspositionen sehen?
    Und überhaupt, wie verhält sich eigentlich der Frauenanteil in Führungspositionen zum Frauenanteil unter den entsprechend qualifizierten Menschen im passenden Alter? Ist da wirklich ein Mangel zu verzeichnen oder - nicht ganz undenkbar - haben vor 30 Jahren tatsächlich noch zu wenige Frauen den Weg in die Führungsetagen eingeschlagen, z.B. durch ein Studium?

  2. Sehr interessant,

    man fragt Männer nach ihrer Einstellung zu Frauen (also einer Gruppe) und stellt dann erstaunt fest, dass diese Gruppe mit Verallgemeinerungen beschrieben wird. Dabei ist die Verallgemeinerung die Voraussetzung um eine Gruppe beschreiben zu können.
    Mehr noch man fragt Männer nach den Gründen, warum Frauen in Führungsetagen weniger stark vertreten sind, und diese versuchen Kausal zu argumentieren. Die Antworten fasst man in Kategorien zusammen und stellt fest, dass die Erklärungen der Männer falsch und Vorurteile sein (unabhängig von der Meinung), um dann zu behaupten das dies den Mangel an Frauen in der Führungsetage auslöst. Also nicht die Krankheit ist schuld für das Symptom, sondern die (mitunter) falsche Diagnose medizinischer Laien. Hat eigentlich jemand untersucht ob die von Männern beschriebenen Verhaltensmuster ein Körnchen Wahrheit beinhalten?

    Klingt nach einer Studie, die genau das Ergebnis hat, das gewünscht ist. Das Drama empirischer Forschung....

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    • Bernd12
    • 10. Oktober 2009 14:09 Uhr

    Ja, die Frauen sind ja auch so toll. Wie läuft es denn in Fraubenberufen, kommt hier ein Mann rein als Erzieher oder Kindergärtner in Führungspositionen, hier läuft es nämlich genau so ab wie in der Studie und das ist Frau nicht anders. Männer sollen aus den Frauenberufen rausgehalten werden und in Männerberufen sollte das für Frauen umgekehrt nicht gelten. Frauen sind auch nicht besser von der Leistung. Auch nicht in der Schule oder Studium, sie werden nur besser bewertet bei gleicher Leistung, sonst gar nichts. Und das was Professorinen bringen, kann in der Regel an die Leistung eines Professors nicht ranreichen, ich hatte noch keine weibliche Lehrerin, die einigermaßen überzeugen konnte.

  3. Endlich kommt von Tina Groll mal ein Beitrag in dem sie nicht nur einen Mann zu Wort kommen lässt, sondern der auch konkret und objektiv auf die Probleme eingeht.

    Etwas das die Studie auch zeigt ist übrigens: Männer haben nichts gegen Frauen in der Führung, sie haben etwas gegen die falschen Frauen in der Führung. Falsch bedeutet hier das es eine Person ist, die auf Grund ihrer Eigenschaften nicht zur Gruppe passt.

    Hier benötigt es eingehende Sensibilisierung auf beiden Seiten. Vor allem benötigt es Kurse für Männer die ihnen verständlich machen wie sich Frauen verhalten, warum sie sich so verhalten und was sie damit bewirken wollen. Das "Rätsel" Frau ist nämlich nicht nur im privaten ungelöst.

    Also liebe Zeit.de: In Ergänzung zu den Beiträgen von Marion Knaths währe eine Reihe sehr gut in der Männer Männern erklären wie sie am besten mit ihrer Kollegin umgehen und warum sich diese wie verhält.

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    Redaktion

    Vielen Dank für die Anmerkung!

    Tina Groll, ZEIT ONLINE, Redakteurin Karriere

    "Hier benötigt es eingehende Sensibilisierung auf beiden Seiten. Vor allem benötigt es Kurse für Männer die ihnen verständlich machen wie sich Frauen verhalten, warum sie sich so verhalten und was sie damit bewirken wollen."

    soll das ein witz sein?? der 1. april war schon

    wenn jemand vom anderen was will, dann muss schon der dafür sorgen, dass der andere das versteht und nicht umgekehrt

  4. Betrachtet man die Endwicklung der letzten 20 Jahre, stellt man fest, daß die befähigten Frauen zu leise und bescheiden waren.
    Heut muß man beklagen, daß die nicht befähigten Frauen zu laut profilierungsgeil sind.
    Wie der Kommentator zu 3 richtig feststellt, haben Männer generell nichts gegen Frauen in Führungspositionen.
    Mit Recht und Pflicht aber gegen die "falschen" Frauen. Diese sollten charakterlch auch geeignet sein. Das Geschrei nach Quoten ist primitiv.

  5. Führungspositionen werden nicht nach "Eignung" vergeben, sondern nach Beziehungen. Und mit "Beziehungen" meine ich nicht "Techtel-Mechtel", sondern die chinesische Variante - gemeinsame Laufbahnen, lange Freundschaften, gegenseitiges Vertrauen. Nach außen tut die Führungsmannschaft natürlich so, als ob das entscheidende natürlich fachliche Fähigkeiten sind, denn diesen Nepotismus kann man ja nicht offen zugeben. Frauen sind offenbar nicht in der Lage, das zu durchschauen, und selbst entsprechende Netzwerke zu bilden oder ihnen beizutreten, und wundern sich dann, warum trotz überragender fachlicher Fähigkeiten es mit dem Aufstieg ins obere Management nicht klappt.

    Was für ein Käse. Die überragenden fachlichen Fähigkeiten nützen auch einem Mann überhaupt nichts, wenn er nicht im Netzwerk drinnen ist. Und nach Übernahmen wird oft das Management radikal umgebaut, weil eben Leute aus den falschen Netzwerken oben sitzen - nicht, weil sie inkompetent wären oder so.

    Gut möglich, dass die Manager ihr Verhalten selbst gar nicht wahrnehmen. Dann sollte man aber lieber einen Ethnologen statt einen Soziologen in die Chefetagen schicken. Und nicht Leute interviewen, sondern Werdegänge und Netzwerke aufzeichnen. Dann sollte sich auch von selbst ergeben, warum Frauen anders behandelt werden. Sie sind einfach nicht Teil dieser existierenden Netzwerke, und verstehen wohl auch nicht, dass das Pflicht ist.

    Eine Leserempfehlung
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    • LB
    • 29. September 2009 11:18 Uhr

    Ich kann Ihnen nur zustimmen. Gemeinsamer Habitus ist wesentlich ausschlaggebender und wird vermutlich auch in Zukunft eine der größten Barrieren für weibliche Aufsteiger sein. Genauso wie er in der Regel den Aufstieg von Menschen völlig anderer Schichten in jene Positionen verhindert. Diese Erkenntnisse sind aber nichts neues.

    Deutschlands Unternehmerriege ist ein feudaler Stand, dieses Selbstbild wird heute nicht mehr so offen ausgelebt wie bspw. noch im Kaiserreich oder in der Weimarer Republik, es gilt aber nach wie vor.

    MfG aus dem Pott
    LB

  6. 6. Frage

    Was ist denn mit den interviewten Frauen in Führungspositionen? Wurde untersucht, ob und wie sie Schranken für ihre weibliche Konkurrenz aufbauen?

    Die Studie ist sehr merkwürdig, da sie auf Mutmaßungen von Managern beruht, die wahrscheinlich gar keine Personalentscheidungen treffen. Es geht überhaupt nicht daraus hervor, dass Männer aktiv Frauen aus den Führungsetagen ausschließen. Es sind lediglich Vermutungen von Männern, warum es so wenige Frauen in den Top-Positionen gibt. Die wahren Gründe liegen vollkommen im Dunkeln. Die Theorie von den drei Schranken ist nicht überzeugend, denn sie erfordert eine größere Anzahl von Personalentscheidern, um im (wahrscheinlichen) Mittel alle drei Typen von Schranken abzudecken. Da muss noch etwas genauer nachgeforscht werden.

    • Ranjit
    • 29. September 2009 10:55 Uhr
    7. Krass

    Die Kommentare könnten die in der Studie aufgedeckten Misstände nicht besser illustrieren.

    Alle drei beschriebenen Abwehrschemata sind vorhanden. Es wird wirklich Zeit für die Quote. Und wer weiß, vielleicht gibt es mit einer weniger auf männliches Imponiergehabe ausgelegten Führungsetage nicht nochmal die derzeitige Finanzkriese.

    Jene wurde ja durch extrem verzerrte Risikobewertung und starkem Stauts- und Profilierungsdruck in Gruppen jüngerer Männer ausgelöst. Und überhöhte Kontrollüberzeugung und verzerrte Risikowahrnehmung ist epirisch bei Männern weitaus stärker ausgeprägt als bei Frauen.

    Diese biologisch induzierte Denkweise ist mittlererweile in jede Ebene der Wirtschaft eingeflossen, sodass der Rücksichtslosigkeit und kopfloses Konkurrenzdenken jede Form produktiver Kooperation vergiften.

    Es wird Zeit, dass sich die Männer der Realität stellen, das Frauen im Schnitt in der Schule und zunehmend auch den Unis besser abschneiden als Männer. Wenn das enorme Potential weiblicher Führungs- und Fachkräfte endlich mehr genutzt werden würde, wäre dies zum Wohle der gesamten Gesellschaft. Ich denke Männer wie Frauen haben lange genug den unproduktiven Machismo der möchtegern Patriarchen in Führungspositionen erdulden müssen. Es wird Zeit, dass sich auch Deutschland dem 21. Jahrhundert öffnet. (In keinem anderen entwickeltem Land ist der Geschlechtsunterschied beim Lohn so ausgeprägt wie hier)

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    Solange Frauen beim Unterhalt-, Sorgerecht, in den Bildungseinrichtungen und anderen Bereichen bevorzugt behandelt werden dürfen sie auch gerne weniger verdienen. Ausgleichende Gerechtigkeit :)

    • Buker
    • 29. September 2009 11:46 Uhr

    ...zu den Mustern, aber der Satz
    "Und wer weiß, vielleicht gibt es mit einer weniger auf männliches Imponiergehabe ausgelegten Führungsetage nicht nochmal die derzeitige Finanzkriese."
    sollte vielleicht nochmal überdacht werden.

    Ich sag nur Scheffler...

    Spannend fände ich auch, ob Sie auch nach einer Quote für Männer rufen wenn die "Frauen ("die") im Schnitt in der Schule und zunehmend auch den Unis besser abschneiden als Männer" eine weibliche Festung in den Führungsetagen errichtet haben.
    Aber ach ich vergaß es gibt "mit einer weniger auf männliches Imponiergehabe ausgelegten Führungsetage nicht nochmal die derzeitige Finanzkriese." Also, dann doch am besten ein Totalverbot für Männer im Managment! und am besten auch in der Politik, dann gibt es bestimmt auch keine Kriege und keinen Hunger mehr auf dieser Welt. Denn merke, DIE Moral ist weiblich...

    Selten habe ich einen so sexistischen Kommentar gelesen. Spielt für mich in der gleichen Liga wie die Aussage "Frauen gehören an den Herd".

    Als Vater von 2 Söhnen bekomme ich die Bevorzugung der Mädchen in der Schule laufend mit. Deshalb empfinde ich Ihre Aussage "Es wird Zeit, dass sich die Männer der Realität stellen, das Frauen im Schnitt in der Schule und zunehmend auch den Unis besser abschneiden als Männer." als zynisch und chauvinsitisch.

    glauben sie das ernsthaft??

    nur ist es so, dass gerade so eine einseitige betrachtung von einer frau darauf hinweist, dass solche frauen für führungspositionen nicht geeignet sind

    ihr denken ist von vorurteilen, verallgemeinerungen und sexismus, ja eigentlich rassismus geprägt, dass frau sich schämen müsste

    noch dazu entstammt das nicht ihrer eigenen meinung, sondern ist ein nachgegackere von dem, was andere feministinnen von sich geben

    es gibt genügend beispile dafür, dass frauen für das mehr, höher, schneller weiter maßgeblich verantwortlich sind

    wer trägt denn die pelzmäntel, die krokoledertaschen, die schlangenlederschuhe, die diamanten, an denen das blut tausender menschen klebt??

    außerdem sind viele frauen in diese geschäfte involviert, die diese kriese ausgelöst haben, es geht um Immobilien und kredite, und gerade da sind frauen sehr oft beim verkauf anzutreffen
    noch dazu gibt es genügend beispiel dafür, dass in diversen abnekn frauen an den maßgeblichen schaltstellen saßen und sich nicht anders verhalten ahben, als ihre männlichen kollegen

    • albino
    • 30. September 2009 11:57 Uhr

    "Es wird wirklich Zeit für die Quote."

    Ich bin auch für die Quote, was Frauen in Führungspositionen angeht. Und zwar in den Führungspositionen von Schaufelradbaggern, Lastkränen, Planierraupen und Gabelstaplern. Was hat es bitte sehr mit Gleichstellung zu tun, wenn nur für die gutbezahlten, prestigeträchtigen und einflussreichen Jobs Frauenquoten gefordert werden, nicht aber für die schmutzigen und gefährlichen Männerjobs, wo es, dank "gläserner Kellerdecke", ebenfalls nur wenig Frauen gibt? Solange man hier jegliche Konsequenz vermissen lässt, habe ich den Eindruck, dass nicht "Gleichstellung" gewollt ist, sondern Rosinenpicken für Frauen.

    "Und wer weiß, vielleicht gibt es mit einer weniger auf männliches Imponiergehabe ausgelegten Führungsetage nicht nochmal die derzeitige Finanzkriese."
    Vielleicht auch nicht. Ihre Aussage kommt mir vor, als hätten Sie alle klischeehaft-frauenverherrlichenden, unreflektierten Artikelchen aus der Presse in Ihre Sichtweise mit einfließen lassen.

    "Und überhöhte Kontrollüberzeugung und verzerrte Risikowahrnehmung ist epirisch bei Männern weitaus stärker ausgeprägt als bei Frauen."
    So wie bei Frau Schickedanz oder Frau Schaeffler? Oder Bettina von Oesterreich, die seit 2007 als Risikovorstand bei der im DAX gelisteten Hypo-Pleitebank wirkte (inzwischen nicht mehr)? Oder wie Blythe Masters von JP Morgan Chase, die dort die Ursache der Wirtschaftskrise entwickelt hat (so genannte Credit Default Swaps)?

  7. Ich habe gerade ein wenig "gegoogelt", und stellte bei meiner (oberflächlichen und ganz und garnicht repräsentativen) Erkundigung fest, dass die Präsentation der Arbeitsergebnisse offenbar ausschließlich Dr. Wippermann wahrnimmt.

    Ein eifriger Soziologe könnte interpretieren, dass er damit zum ebenfalls verbreiteten "Typus Nr. 4" gehört, d.h. zu denen, die sehr gerne Intelligenz und Arbeitskraft von Frauen einsetzen, um anschließend die gemeinsamen Ergebnisse, selbstverständlich unter fairer Nennung der Mitwirkenden, in präsidialer Art und Weise das Endergebnis vorlegen (und damit ihre Position zementieren...).

    Mit besten Grüßen,
    Böli M.

    P.S.: Es sei mir noch eine Anmerkung erlaubt: ich möchte hier Herrn Wippermann keineswegs derartiges Verhalten unterstellen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ich ihm bei einem Tiefeninterview diese Tendenz "nachweisen" könnte...

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    Vorneweg: Ich gebe zu, dass ich männlich, sowie student bin und deshalb wahrscheinlich dieses Thema nicht objektiv beurteilen kann!(Können Frauen das a priori? Egal.)
    Ich will nur anmerken, das dies eins der beiden Themen ist(Linkspartei und Lafontaine wäre das Zweite), in denen die Zeit wirklich einseitig berichtet und somit nicht zu einer sachlichen Debatte, sondern zu einem auseinanderdriften der Meinungsextreme führt. (Gut der Artikel http://www.zeit.de/karrie... ist ein Anfang, aber am Ende wiederholt er doch nur die Kritik am Status Quo)
    Denn natürlich: Fakt ist, das die Bezahlung nicht gerecht ist und das die Frauen in Führungsetagen fehlen.
    Die Frage aber ist doch WARUM das so ist und auch warum sich das im Gegenteil zum Rest der emanzipierten Gesellschaft noch nicht geändert hat. Haben wir in Deutschland(In dem eine Frau am mächtigsten ist) wirklich Männer, die Frauen nicht als gleichwertig anerkennen können?
    Weiterhin muss man sich über die Vorurteile der Männer gedanken machen. Denn in jeder Verallgemeinerung und jedem Vorurteil steckt zumindest ein (vorgeschobener) Grund.
    Soll heißen: Ich hätte gerne mal eine Umfrage darüber, wie zufrieden Frauen in höheren Positionen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Nachwuchs sind. Weiterhin, ob ihnen die Machtkämpfe dort oben wirlich das sind, was sie wollten und was sie erfüllt. Am Ende sollte man jene Frauen (auch in mittleren Positionen fragen), was sie denn eigentlich von einer Quote halten.

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  • Schlagworte Studie | Führungskraft | Offenheit | Unternehmen
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