Arbeiten im Alter Opa darf's nicht lassen
Die Deutschen sollen auch nach ihrem 65. Lebensjahr noch arbeiten. Das fordern Wissenschaftler. Sie haben untersucht, dass das die Sozialsysteme stützt und neue Jobs für Jüngere schafft. Von Tina Groll
Die Alten nehmen den Jungen die Arbeitsplätze weg. Wenn Ursula Staudinger diesen Satz hört, verzieht sich das Gesicht der Psychologieprofessorin. "Das ist eine Legende. Die Zukunft der Gesellschaft gehört den Alten", sagt die Altersforscherin. Staudinger ist die Leiterin des Center for Lifelong Learning and Institutional Development an der Bremer Jacobs University. "Es stimmt nicht, dass Arbeit ein begrenztes Gut ist. Es stimmt nicht, dass die Alten früh in den Ruhestand gehen müssen, weil sie sonst den Jungen die Arbeitsplätze wegnehmen", sagt sie. Und überhaupt: "Altern ist eine Momentaufnahme." Eine klare Definition, ab wann jemand alt ist, gibt es nicht. Nach Ansicht der Forscherin trifft der Begriff "50plus" als Beschreibung der "Alten" nicht. Die heutigen 50- bis 65-Jährigen seien viel jünger als die Generation ihrer Eltern. Und was genau heißt jung? Gesünder, fitter, aktiver, flexibler, offener für Neues. "Die Vorstellung, dass Alter ab einem bestimmten Lebensjahr beginnt, ist eine soziale Konstruktion", erklärt Ursula Staudinger.
Dennoch gibt es in Deutschland immer mehr alte Menschen und immer weniger Junge, und das hat Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft und die Volkswirtschaft. Wer jedoch befürchtet, dass es zu weniger Innovationen, Wachstum und steigenden Kosten für Gesundheit und soziale Sicherung kommen wird, der irrt, behauptet Staudinger. Die 50-Jährige war Schülerin des bekannten Altersforschers Paul B. Baltes und sie möchte, dass die Unternehmen ihre Personentwicklung grundlegend verändern. Staudinger sagt, dass die meisten sogar bis zu einem Alter von über 70 Jahren arbeiten können. Und es besser auch täten. Gerade weil die Sozialsysteme gestützt werden müssen, weil die Unternehmen auf die Erfahrungen der Alten nicht verzichten können, um innovativ zu sein und auch, weil der Einsatz der Senioren angeblich neue Arbeitsplätze schafft.
- Projekt "Altern in Deutschland"
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In dem interdisziplinär angelegten Forschungsprojekt arbeiteten von 2006 bis 2008 knapp 30 Mitglieder aus den Disziplinen Psychologie, Rechts- und Geschichtswissenschaft, Geografie, Neurologie, Ingenieurswesen, Epidemiologie, Ökonomie, Medizin, Soziologie und Philosophie zusammen. Zudem wurden die Wissenschaftler von Vertretern aus der Wirtschaft beraten.
Ziel der Wissenschaftler war es, die Chancen und die Probleme einer alternden Gesellschaft zu untersuchen – mit besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeitsgesellschaft.
- Die Jacobs Foundation
Finanziert wurde das Projekt von der Schweizer Jacobs Foundation, welche auch die Jacobs University mit Sitz in Bremen fördert. Die Stiftung hatte bereits im Jahr 2004 ein ein Modellprojekt unter Beteiligung von Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Industrie angeregt. Bekannt ist die Stiftung für ihre Förderung von Forschungsprojekten zum Thema Jugend sowie alternde Gesellschaft.
- Die Ergebnisse
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Die Wissenschaftler haben einige Legenden über das Alter ausgemacht und sie widerlegt. Zum einen spricht sich die Akademiengruppe dafür aus, das 65. Lebensjahr nicht mehr als kalendarische Altersgrenze ansehen, weil die meisten Menschen auch jenseits der 65 viele Jahre ein aktives und selbstbestimmtes Leben führen können.
Auch sage das kalendarische Alter eines Menschen wenig über seine Entwicklung aus. Ist bei der Entwicklung von Kindern das Alter noch entscheidend, spielt es im Erwachsenenalter kaum eine Rolle. Ein gut trainierter 70-Jähriger kann leistungsfähiger als ein schlecht trainierter 50-Jähriger sein, ein 70-Jähriger kann aber auch aussehen wie ein 90-Jähriger. Alte Menschen können ebensoviel lernen wie Jüngere. Entscheidend sind die Vorbildung und das Training. Auch sind Ältere genauso produktiv wie Jüngere.
Was die Erwerbstätigkeit angeht, konnten die Wissenschaftler feststellen, dass Volkswirtschaften mit alternder Bevölkerung auch ein hohes Wachstum erwirtschaften können und dass sich eine hohe Beschäftigung Älterer positiv auf die Beschäftigung der Jüngeren auswirkt.
Abschied nehmen muss man der Akademiengruppe zufolge auch von der Legende, dass die steigende Lebenserwartung mehr Krankheit und Pflege bedeutet. Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, sei in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Insgesamt sei auch keine Alterspolitik nötig, sondern eine Umstrukturierung der Gesellschaft zum Wohle aller: Die Arbeitwelt müsste reorganisiert werden, auch das Bildungssystem, das künftig auf lebenslanges Lernen ausgerichtet ist sowie das Gesundheits- und Sozialsystem.
Die Thesen klingen steil. Belege dafür entstanden in der Akademiengruppe „Altern in Deutschland“, einem Projekt der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Die Wissenschaftler haben sich mit den Herausforderungen des demografischen Wandels beschäftigt und sich die Frage gestellt, wie die Arbeitsgesellschaft umgebaut werden müsste, um den Fachkräftemangel aufzufangen und zu verhindern, dass immer weniger Beschäftigte immer mehr Leistungsbezieher finanzieren müssen, die eigentlich fit und in der Lage sind zu arbeiten.
Statistisch hat jeder Senior bei Renteneintritt eine Lebenserwartung von 18 Jahren, für das Jahr 2050 werden es 25 Jahre sein – um 1900 waren die Ruheständler nach Renteneintritt durchschnittlich nur acht Jahre noch am Leben. "Wir können uns das nicht leisten", stellt Axel Börsch-Supan, Professor am Mannheim Research Institute for the Economics of Aging, fest.
Er hat sich mit den volkswirtschaftlichen Auswirkungen der älter werdenden Gesellschaft auseinandergesetzt. "Entscheidend ist, dass wir unseren Lebensstandard halten. Dafür ist die Produktivität wichtig", sagt er. Letztere nehme entgegen der vorherrschenden Meinung im Alter jedoch nicht ab. "Ältere Beschäftigte sind vielleicht weniger körperlich kräftig und reaktionsschnell, aber sie haben mehr Erfahrungen, soziale Fertigkeiten und Alltagskompetenz. Wir leben in einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft, in der vor allem diese Kompetenzen gefragt sind", sagt Börsch-Supan. Seinen Untersuchungen zufolge liegt die Produktivität sogar erst im Alter zwischen 50 bis 60 Jahren am höchsten.
Börsch-Supan hat zahlreiche Betrieben aus der Automobilbranche untersucht und dort die Wertschöpfung der Mitarbeiter präzise gemessen. Bei der Arbeit am Fließband kommt es sowohl auf körperliche als auch auf Erfahrungen basierende Fähigkeiten an. Alle Untersuchen zeigten: Die älteren Mitarbeiter machen nicht mehr Fehler als die jüngeren. "Außerdem sind die Älteren auch nicht häufiger krank. Vor allem nicht an Montagen und Freitagen. Wenn sie aber krank sind, dann fehlen sie länger", erklärt der Altersforscher. Auch unterscheiden sich jüngere und ältere Mitarbeiter nicht darin, wie häufig sie Vorschläge für Verbesserungen und Innovationen in ihren Betrieben machen.
Ein Problem dagegen sieht Börsch-Supan in den Arbeitsstunden, die pro Kopf der Bevölkerung geleistet werden. "Das ist unser Strukturproblem. Mit der Zahl steigender Rentner und weniger Arbeitnehmer sinken die Arbeitsstunden pro Kopf und damit die Erwerbsquote, die wichtig für den Lebensstandard ist", erklärt er und zieht einen Vergleich zu Dänemark heran. Dort ist die Erwerbsquote höher, weil die Jungen im Durchschnitt zwei Jahre früher als in Deutschland in den Arbeitsmarkt eintreten, zudem steigen die Dänen später aus der Erwerbsarbeit aus. Auch ist die Erwerbstätigkeit der Frauen deutlich höher, da es bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt. "Man muss nur Kleinigkeiten ändern, dann hätte es eine große Wirkung", behauptet der Experte.
In Zeiten von hoher Jugendarbeitslosigkeit und steigenden Arbeitslosenzahlen stellt sich die berechtigte Frage, ob diese Rechnung aufgeht.
Dass die Älteren den Jungen die Jobs wegnehmen, sieht Börsch-Supan nicht bestätigt. Zum einen sind die jüngeren Mitarbeiter für Unternehmen günstiger, zum anderen ist die Arbeitslosigkeit der Älteren höher: Sie finden altersbedingt viel schwieriger eine neue Anstellung. Ursache dafür ist das sogenannte Prinzip der Senioritätsentlohnung: Die Gehälter steigen mit den Berufsjahren. Noch problematischer findet Börsch-Supan die Frühverrentung: "Ältere werden subventioniert, damit sie aus der Erwerbsarbeit aussteigen. Das schlägt auf die Arbeitskosten. Die Unternehmen haben weniger Geld, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Viele Stellen werden gar nicht mehr mit Jüngeren wiederbesetzt." Zudem zeigen Untersuchungen, dass in Ländern, in denen die Frühverrentung hoch ist – beispielsweise in Italien oder Frankreich –, auch die Arbeitslosigkeit der Jüngeren hoch ist.
Auch eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg und der Geneva Association, einer von der Versicherungswirtschaft getragenen Forschungseinrichtung, kommt zu dem Ergebnis, dass Arbeiten jenseits des gesetzlichen Rentenalters positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft hat. Zu der von den Wissenschaftlern bezeichneten "Silver Workers" zählen in Deutschland schon heute etwa 400.000 Personen, die trotz Ruhestand erwerbstätig sind. Viele von ihnen arbeiten auf freiberuflicher Basis oder in speziellen Teilzeitmodellen weiter. Andere schaffen neue Jobs, weil sie sich noch einmal selbstständig machen und Mitarbeiter einstellen.
Thomas Zwick, Professor an der Munich School of Management, hat sich die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Beschäftigung von Älteren angesehen. Auch er glaubt, dass die These, dass mehr ältere Arbeitnehmer mehr Beschäftigungsverhältnisse bedeuten, aufgehen könnte. Voraussetzung dafür ist, dass die Strukturen geändert werden. Statt mit dem Alter steigende Löhne schlägt er eine alternative betriebliche Entlohnung vor: Individuelle Modelle, die sich nach Leistung richten und ein "systematisches Altersmanagement". Gemeint sind individuelle Altersteilzeitlösungen, bei denen die Beschäftigten und ihre Unternehmen individuell aushandeln können, wer wie lange und wie viel arbeitet. Insgesamt würden auch die Jüngeren davon profitieren, weil auch sie die flexible Teilzeitlösungen in Anspruch nehmen könnten. Entlastet wären alle, weil es mehr Beitragszahler gebe.
Den Experten geht es um einen "lateralen Karrierebegriff", erklärt Ursula Staudinger. "Nicht nur Erwerbsarbeit, auch Familienarbeit und ehrenamtliches Engagement gehören dazu. Ein langes, produktives Leben führen zu können hat einen umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutz zur Grundlage. Darum fordern die Wissenschaftler Politik und Wirtschaft auf, schon frühzeitig mit Vorsorge zu beginnen. Unternehmen müssen in den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter investieren – schon bei den Auszubildenden. Zudem sollen Anreize für Weiterbildungsmaßnahmen geschaffen werden. Lebenslanges Lernen heißt die Devise. Ältere müssen motiviert werden, sich fortzubilden. Die Motivation haben sie, wenn sie auch die Aussicht darauf haben, dass ihnen neu gelerntes Wissen nützlich ist und sie es auch anwenden müssen. Das heißt: Schluss mit Frühverrentung, Anhebung des gesetzlichen Rentenalters, vielfältiger Einsatz von Arbeitnehmern. Wer 30 Jahre auf dem Bau geschuftet hat, kann vielleicht nicht bis über 70 Jahre körperlich arbeiten, wohl aber in flexibleren Arbeitszeitmodellen beispielsweise Bürotätigkeiten verrichten. Auf diese muss der Beschäftigte aber vorbereitet werden.
Die Altersforscher empfehlen der Wirtschaft auch eine bessere Durchmischung von Abteilungen – mit jungen und älteren Mitarbeitern, die in gemischten Teams arbeiten. So können Alte und Junge besser voneinander lernen.
- Datum 22.10.2009 - 12:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich bin schon länger dafür, sich nicht an einem fixen Renteneintrittsalter festzuhalten, sondern an flexiblen Übergängen und auch flexibleren Arbeitszeitmodellen. Beispielsweise stelle ich in Frage, ob man mit zunehmenden Alter automatisch mehr Geld bekommen sollte und ob es nicht gerade umgekehrt sein müsste. Gerade in jungen Jahren habe ich hohe Kosten (Familiengründung, Hausbau ect.), aber wenig Gehalt, im Alter weniger Kosten (Kinder sind aus dem Haus, Haus ist abbezahlt) aber ein hohes Gehalt, was im Zweifel dazu führt, dass ich im Alter, obwohl ich arbeiten müsste, evt. keinen neuen Job finde, was dann zu sinkenden Renten führt.
Die Denkblokaden fangen also nicht bei der Rente mit 67 an, sondern viel früher. Die Rente mit 67 finde ich nicht abschreckend, unser starres System macht mir Angst, weil ich nicht davon ausgehe, dass man mich bis 67 überhaupt arbeiten lässt, obwohl ich mir das durchaus vorstellen kann, auch übers 67. hinaus, wenn mir danach ist.
Ich hoffe, diese Diskussion wird nicht wieder auf den Dachdecker reduziert, der wohl eher nicht mit 67 auf dem Dach rumturnt, sondern ganzheitlich betrachtet, was heißen kann, dass der Dachdecker mit 60 eine andere Arbeit ausführt als mit 40. Das erfordert natürlich Flexibilität von allen Beteiligten, auch den Arbeitgebern. Nur, weil ich mal Dachdecker gelernt habe, heißt das ja nicht, dass ich nicht später auch was Neues lernen kann.
In sämtlichen hoch dotierten Positionen (Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte, Politiker, etc.) sollte jeder Arbeitsvertrag meines Erachtens unabdingbar mit Vollendung des 65. Lebensjahres enden, damit die nachfolgende Generation auch zum Zuge kommt.
Eine Altersstuktur wie die eines Pflege- und ALTERSHEIMes (Rentner und Pensionäre) in den MANAGEMENTebenen ist meiner Meinung nach nicht erstrebenswert.
"Wir können uns das nicht leisten", stellt Axel Börsch-Supan, Professor ..."
Ganz schön dreist, Herr professor. Sie leben doch von unseren Steuergeldern, und Ihre Pension wird ebenfalls von unseren Steuergeldern bezahlt.
Wir, - nämlich: die Abhängig Beschäftigten - brauchen keine Bevormundung von irgendwelchen ... [Plauderern].
Aber ich entnheme dem, dass Sie Ihre Pension erst später beziehen möchten? Schon, um nicht in den Verdacht zu geraten, Opfer nur von anderen zu fordern? Das wird sich sicher einrichten lassen, Herr Professor!
So ganz kann ich das nicht bestätigen. Es ist schon so, dass in Verwaltungstätigkeiten in Büros Rentner für das Zubrot Arbeiten erledigen, die ein Jüngerer einfach nicht so billig erledigen kann, weil er ja kein festes Einkommen in Form einer Rente hat.
Ich habs dann dennoch versucht, kam aber gegen die Bestandstaktik, Familienfeste waren wichtig, die Unterlagen derweil versteckt, des Herrn nicht an. Da der Arbeitgeber sparen wollte, war ihm das egal. Als ich dann aber an den Verzögerungen durch o. g. Aktionen schuld war, habe ich es dran gegeben.
Dennoch begrüße ich die Folgerungen.
Die Frühverrentung der 1990iger hat dazu geführt, dass ab 50 Jahren 90% aller Menschen nur noch daran denken, bald in Rente zu gehen. Kann man das nicht, fühlt man sich denen gegenüber glatt wie ein Versager. Das wird sich aber ändern, denn die Erwerbsbiographien ändern sich.
Bevor aber alle ab fünfzig Hungerlöhner sind oder gar keine Arbeit machen, wäre es wirklich besser, Arbeiten bis mindestens 65 Jahren würde wieder salonfähig. Dann würde sich auch das Arbeitsklima verändern. Das man irgendwie was tun muss, um sich zu ernähren und das kann, wäre eher Anlass zur Freude als zum Dauerfrust mit anschließender Behandlungsbedürftigkeit.
Dann hat auch der o. g. Rentner keine Chance mehr. Seine geringe Qualifikation würde auffallen und andere würden den Job zu seinen Bedingungen nicht machen. Der Arbeitgeber hat also keine Wahl, er muss anständig bezahlen oder seinen Mist selbst erledigen.
Da sehe ich auch einen Zusammenhang. Wenn Ältere nur Vorbild sind im Reisen, auf der Bank sitzen oder sich in der Poltik und in den Vorständen tummeln, was bekommt der junge Mensch für ein Bild. Ein paar Jahre arbeitslos, dann lohnt sich nichts mehr.
Das könnte auch darauf hinweisen, wie menschliches Erfahrungs Know How diesen Jugendlichen oder Berufsanfängern verloren geht. Kriegen sie doch nur Ratschläge aus den Medien oder vom verständlicherweise ganz und gar eigennützigen Unternehmer. Vom gleichaltrigen Kollegen oder von dem im Aufstieg Begriffenen, der möglicherweise gerade um seine Stelle bangt, eher nicht.
Dem Kampfplatz Arbeitsplatz ziehen da sicher einige das schnelle Geld vor. Ist auch hart, aber da darf man wenigstens mal austeilen.
Auf altbekannte Weise (wie schon öfter in der ZEIT) wird hier einmal mehr [...] gegen die gesetzliche Rentenversicherung betrieben (nicht mehr bezahlbar, Altersgrenze muss angehoben werden usw.). Der zitierte Experte, Herr Börsch-Supan ist als eloquenter Sprecher der Finanzwirschaft bestens bekannt. Sobal dieser Name fällt, weiss man dann auch, woher der Wind weht.
[Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Sicher wäre es positiv, die starren Altersgrenzen für den Ruhestand zu flexibilisieren, um den unterschiedlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Menschen Rechnung zu tragen. Aber bitte nicht mit Hilfe einer so verdrehten Argumentation. Um die Erwerbsquote zu erhöhen, brauchen wir vor allem Wirtschaftswachstum für mehr Arbeitsplätze, und das erreicht man nunmal nicht mit Rentenkürzungen, die als "Anhebung der Altersgrente" getarnt werden sollen. Wem würde es nützen, wenn ältere Arbeitnehmer bis zum Umfallen im Job gehalten werden, während Jugendliche ohne Berufsperspektive schon auf der Schule lernen müssen, wie man einen Hartz4-Antrag ausfüllt?
... das letzte Wort ist das eigentlich erschreckende ....
> Die Motivation haben sie, wenn sie auch die Aussicht darauf haben, dass ihnen neu gelerntes Wissen nützlich ist und sie es auch anwenden müssen. <
Müssen nicht können. Motivation bedeutet etwas "können zu dürfen" und nicht zu müssen.
das der Bauarbeiter nach 30 Jahre (wie hier beschrieben) meist sind es 40 und mehr ,sich im Alter von 65 an einen Bürotisch setzen wird,
mit der kaputten Bandscheibe und der lädierten Hüfte
vielleicht kann man erklären wer von der alten Generation als Massstab für solche Artikel dient
ich hab ab meinen 14ten Lebensjahr bis zu meinen heutigen 60ten nur und teils schwere körperliche Arbeit verrichtet,meiner geringen Rente hab ich meinen Lebensstil angepasst und kann gut darauf verzichten nochmal als Stellenbewerber aufzutreten um milde Belächelt zu werden
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