Da staunt der Chef Wie Raucher zu ihrem Recht kommen

Raucher haben es schwer. Selbst wenn sie in der Überzahl sind, kann ihnen der Arbeitgeber das Rauchen im Betrieb verbieten. Ganz darf er es jedoch nicht untersagen. Warum, das klärt die Kolumne zum Arbeitsrecht.

Jeden Mittwoch beantwortet der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt Fragen zum Arbeitsrecht auf ZEIT ONLINE

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Ich arbeite als einzige Nichtraucherin mit drei weiteren Personen in einem Büro. Mich stört der Rauch, auch habe ich meine Kollegen bereits darauf angesprochen. Sie reagierten zwar und stellten sich die erste Zeit zum Rauchen ans offene Fenster. Jetzt sitzen aber wieder alle an ihren Schreibtischen und rauchen dort.Habe ich das Recht, meinen Kollegen das Rauchen in dem Büro zu verbieten?,

fragt Franka Lorenz

Sehr geehrte Frau Lorenz,

es gibt für den Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz eine eindeutige Regelung, die Sie in der Arbeitsstättenverordnung nachlesen können. Dort steht, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet sind, Maßnahmen zu treffen, durch die Nichtraucher an ihren Arbeitsplätzen wirkungsvoll vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt werden. Ihr Arbeitgeber muss sogar selbst dann die dafür erforderlichen Maßnahmen ergreifen, wenn sich noch kein Mitarbeiter über die Rauchbelästigung beschwert hat.

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Beschweren Sie sich und Ihr Arbeitgeber unternimmt dennoch nichts, können Sie das Gewerbeaufsichtsamt einschalten. Denn diese Stelle ist für die Durchsetzung der Vorschriften zuständig. Wenn Ihr Arbeitgeber gegen den Nichtraucherschutz verstößt, kann er vom Gewerbeaufsichtsamt belangt werden.

Unterstützung erhalten Nichtraucher nicht nur durch die Arbeitsstättenverordnung, sondern auch vom Bundesarbeitsgericht. Es stellte in diesem Zusammenhang klar, dass Vorgesetzte Arbeitsräume so einzurichten haben, dass ihre Mitarbeiter vor Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt werden.

Gefährden – wie in Ihrem Fall – die Arbeitsbedingungen Ihre Gesundheit, muss Ihr Arbeitgeber für Abhilfe sorgen. Dabei ist es unerheblich, dass die Rauchbelastung nicht unmittelbar von Ihrem Arbeitgeber selbst ausgeht, sondern von Ihren Kollegen.

Die einzige Möglichkeit für Unternehmen, dieser Verpflichtung nachzukommen, besteht meist nur darin, ein absolutes Rauchverbot im Betrieb zu verhängen. Das steht allerdings nur Ihrem Arbeitgeber zu, denn in seinem Unternehmen hat er das Hausrecht.

Allerdings müssen Unternehmer bei solchen Regelung auch immer vorsichtig sein und nicht über das Ziel hinaus schießen. Ansonsten können sie gegen das Schikaneverbot verstoßen. Deshalb sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht das Rauchen im Freien gänzlich verbieten und Raucherzonen auf dem Betriebsgelände einrichten.

Ihr Ulf Weigelt

Was ist erlaubt, was nicht? Der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt gibt Antworten auf Nutzerfragen. Jede Woche, immer mittwochs

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Leser-Kommentare
  1. 1. !

    Ich erinnere mich noch an die schlimmen Zeiten zwischen 2001 und 2003, in denen ich im öffentlichen Dienst tätig war und das Büro mit rücksichtslosen Kettenrauchern teilen musste.
    Separate Raucherbereiche sind doch eine wunderbare Lösung, so kommt jeder zu seinem Recht.

    • CM
    • 04.11.2009 um 10:09 Uhr

    Mir fiel diese Entscheidung leicht: in meiner Firma stelle ich gar nicht erst Raucher ein. Leute, die mir das Büro vollqualmen, die für Unfrieden im Betrieb sorgen, die keine Belastung aushalten, sondern erst mal zum Auffüllen der Suchtspeicher vor die Tür müssen, die weniger arbeiten als andere, öfter krank sind - die muß ich eben nicht einstellen, und ich tue es auch nicht.

    So, und nun dürfen die Raucher hier über mich herfallen...

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    @2: Ich kann Ihnen nur zustimmen!

    So, und nun dürfen die Raucher hier über mich herfallen..

    Wozu. Entgehen ihnen eben gute Talente. Ich kenne auch das umgekehrte Phänomen. Weil der Flurfunk besser funktioniert setzen andere gerne auf Raucher oder schicken die Nichtraucher mit auf die Kurzpausen.
    Raucherbüros kenne ich schon lange nicht mehr und ich würde auch als Raucherin nicht mitmachen.

    @2: Ich kann Ihnen nur zustimmen!

    So, und nun dürfen die Raucher hier über mich herfallen..

    Wozu. Entgehen ihnen eben gute Talente. Ich kenne auch das umgekehrte Phänomen. Weil der Flurfunk besser funktioniert setzen andere gerne auf Raucher oder schicken die Nichtraucher mit auf die Kurzpausen.
    Raucherbüros kenne ich schon lange nicht mehr und ich würde auch als Raucherin nicht mitmachen.

  2. @2: Ich kann Ihnen nur zustimmen!

  3. 4. Wozu?

    So, und nun dürfen die Raucher hier über mich herfallen..

    Wozu. Entgehen ihnen eben gute Talente. Ich kenne auch das umgekehrte Phänomen. Weil der Flurfunk besser funktioniert setzen andere gerne auf Raucher oder schicken die Nichtraucher mit auf die Kurzpausen.
    Raucherbüros kenne ich schon lange nicht mehr und ich würde auch als Raucherin nicht mitmachen.

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    • CM
    • 04.11.2009 um 11:31 Uhr

    Dem ist nicht so - es gibt in meiner Branche (IT) derzeit mehr als genügend gute Bewerber. Und das gilt durch die Bank für fast alle Branchen.

    Achja, der Flurfunk funktioniert bei uns hervorragend - Teeküchen sind ein prima Treffpunkt. Wir haben dort sogar Flipcharts aufgestellt, weil die besten Ideen komischerweise immer dann kommen, wenn der Kaffee gerade durchläuft...

    • CM
    • 04.11.2009 um 11:31 Uhr

    Dem ist nicht so - es gibt in meiner Branche (IT) derzeit mehr als genügend gute Bewerber. Und das gilt durch die Bank für fast alle Branchen.

    Achja, der Flurfunk funktioniert bei uns hervorragend - Teeküchen sind ein prima Treffpunkt. Wir haben dort sogar Flipcharts aufgestellt, weil die besten Ideen komischerweise immer dann kommen, wenn der Kaffee gerade durchläuft...

    • CM
    • 04.11.2009 um 11:31 Uhr

    Dem ist nicht so - es gibt in meiner Branche (IT) derzeit mehr als genügend gute Bewerber. Und das gilt durch die Bank für fast alle Branchen.

    Achja, der Flurfunk funktioniert bei uns hervorragend - Teeküchen sind ein prima Treffpunkt. Wir haben dort sogar Flipcharts aufgestellt, weil die besten Ideen komischerweise immer dann kommen, wenn der Kaffee gerade durchläuft...

    Antwort auf "Wozu?"
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    Dem ist nicht so - es gibt in meiner Branche (IT) derzeit mehr als genügend gute Bewerber. Und das gilt durch die Bank für fast alle Branchen.

    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen (IT), wir haben massiv Probleme Spezialisten zu bekommen - den 08/15-Realisierer der seine Umschulung durchgeszogen hat lasse ich mal aussen vor. Und uns ist es dabei vollkommen egal ob derjenige raucht oder nicht. Allein ihr Ausspruch zu den angeblich erhöhten Fehlzeiten lässt sehr gute Rückschlüsse auf ihr Arbeitsumfeld zu. Solch einen 'Unternehmer-Terror' machen wirklich gute Talente aber nicht lange mit und suchen sich Firmen, in denen das ENDERGEBNIS wichtiger ist als die Tatsache ob man raucht oder nicht. Engstirnig...

    Dem ist nicht so - es gibt in meiner Branche (IT) derzeit mehr als genügend gute Bewerber. Und das gilt durch die Bank für fast alle Branchen.

    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen (IT), wir haben massiv Probleme Spezialisten zu bekommen - den 08/15-Realisierer der seine Umschulung durchgeszogen hat lasse ich mal aussen vor. Und uns ist es dabei vollkommen egal ob derjenige raucht oder nicht. Allein ihr Ausspruch zu den angeblich erhöhten Fehlzeiten lässt sehr gute Rückschlüsse auf ihr Arbeitsumfeld zu. Solch einen 'Unternehmer-Terror' machen wirklich gute Talente aber nicht lange mit und suchen sich Firmen, in denen das ENDERGEBNIS wichtiger ist als die Tatsache ob man raucht oder nicht. Engstirnig...

  4. Irgendwie kapier ich diesen Artikel nicht ganz. Da steht: Wie Raucher zu ihrem Recht kommen. Dann stellt eine Nichtraucherin eine Frage, die wird lang und breit durchgekaut und das war's. Also wie komm ich jetzt als Raucher zu meinem Recht?

  5. 7.

    Dem ist nicht so - es gibt in meiner Branche (IT) derzeit mehr als genügend gute Bewerber. Und das gilt durch die Bank für fast alle Branchen.

    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen (IT), wir haben massiv Probleme Spezialisten zu bekommen - den 08/15-Realisierer der seine Umschulung durchgeszogen hat lasse ich mal aussen vor. Und uns ist es dabei vollkommen egal ob derjenige raucht oder nicht. Allein ihr Ausspruch zu den angeblich erhöhten Fehlzeiten lässt sehr gute Rückschlüsse auf ihr Arbeitsumfeld zu. Solch einen 'Unternehmer-Terror' machen wirklich gute Talente aber nicht lange mit und suchen sich Firmen, in denen das ENDERGEBNIS wichtiger ist als die Tatsache ob man raucht oder nicht. Engstirnig...

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    • CM
    • 04.11.2009 um 13:19 Uhr

    Wenn Sie mögen, lade ich Sie mal zu uns ein. Von Terror keine Spur. Die Ergebnisse stimmen, die Fehlzeiten sind gering, die Personalfluktuation beträgt innerhalb der letzten 1,5 Jahre genau null Prozent.

    Was für Spezialisten suchen Sie, daß Sie niemanden finden? Wenn Sie ganz und gar fertige Leute suchen, denen Sie nichts beibringen müssen bevor Sie sie produktiv einsetzen können Sie bestimmt lange suchen, unsere Branche ist so schnellebig, da kommt schon lange keiner mit der Selbst-Ausbildung hinterher.

    • CM
    • 04.11.2009 um 13:19 Uhr

    Wenn Sie mögen, lade ich Sie mal zu uns ein. Von Terror keine Spur. Die Ergebnisse stimmen, die Fehlzeiten sind gering, die Personalfluktuation beträgt innerhalb der letzten 1,5 Jahre genau null Prozent.

    Was für Spezialisten suchen Sie, daß Sie niemanden finden? Wenn Sie ganz und gar fertige Leute suchen, denen Sie nichts beibringen müssen bevor Sie sie produktiv einsetzen können Sie bestimmt lange suchen, unsere Branche ist so schnellebig, da kommt schon lange keiner mit der Selbst-Ausbildung hinterher.

    • CM
    • 04.11.2009 um 13:19 Uhr

    Wenn Sie mögen, lade ich Sie mal zu uns ein. Von Terror keine Spur. Die Ergebnisse stimmen, die Fehlzeiten sind gering, die Personalfluktuation beträgt innerhalb der letzten 1,5 Jahre genau null Prozent.

    Was für Spezialisten suchen Sie, daß Sie niemanden finden? Wenn Sie ganz und gar fertige Leute suchen, denen Sie nichts beibringen müssen bevor Sie sie produktiv einsetzen können Sie bestimmt lange suchen, unsere Branche ist so schnellebig, da kommt schon lange keiner mit der Selbst-Ausbildung hinterher.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 7"
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    ...in Krisenzeiten als Maßstab zu nehmen...ist zumindest fragwürdig.

    Es geht nicht um fertig ausgebildete Fachkräfte (ist bei unserem Ansatz auch gar nicht möglich) sondern um 'einsetzbare' die auch irgendwann produktiv Ergebnisse liefern. Und der Mensch ist nun mal produktiver wenn er sich 'wohlfühlt'.

    Gut dass es beide Seiten gibt...die militanten Nichtraucher können ja dann bei ihnen schöne Flipcharts zeichnen während der Kaffee durchläuft. Und die produktiven Raucher kommen dann eben zu uns...

    ...in Krisenzeiten als Maßstab zu nehmen...ist zumindest fragwürdig.

    Es geht nicht um fertig ausgebildete Fachkräfte (ist bei unserem Ansatz auch gar nicht möglich) sondern um 'einsetzbare' die auch irgendwann produktiv Ergebnisse liefern. Und der Mensch ist nun mal produktiver wenn er sich 'wohlfühlt'.

    Gut dass es beide Seiten gibt...die militanten Nichtraucher können ja dann bei ihnen schöne Flipcharts zeichnen während der Kaffee durchläuft. Und die produktiven Raucher kommen dann eben zu uns...

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