Integrationsdebatte Kein Job für Yogeshwar

Wer einen ausländischen Namen hat, muss deutlich mehr Bewerbungen schreiben, um Arbeit zu finden. Besonders im öffentlichen Dienst können Migranten kaum landen.

Eigentlich müssten es Deutsche auf dem heimischen Arbeitsmarkt wahnsinnig schwer haben. Schließlich gibt es jede Menge Konkurrenten, die mehrere Sprachen sprechen, sich in verschiedenen Kulturen gut auskennen, international bewandert sind – Mitbewerber mit Migrationshintergrund. Aber die Realität ist anders. Zahlreiche Studien belegen das Gegenteil, zuletzt die der OECD im Auftrag der EU-Kommission: Kinder von Migranten haben es in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Laut Studie ist in Deutschland bei Einwandererkindern der Anteil der Geringqualifizierten ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur doppelt so hoch wie bei denen, die mindestens ein in Deutschland geborenes Elternteil haben.

Schlagzeilen machte die Integrationsdebatte zuletzt wieder durch die Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin. Der ehemalige Finanzsenator Berlins dürfte dabei vor allem auf Neukölln geblickt haben, den Berliner Bezirk, der fast schon ein Sinnbild für gescheiterte Integration geworden ist. "Doch Neukölln ist nicht überall", betont Thomas Liebig, Autor der OECD-Studie. Er ist Referent in der Abteilung für Internationale Migration des Arbeitsmarktsdirektorats der OECD. Liebig untersucht seit mehreren Jahren, wie Menschen ausländischer Abstammung auf dem Arbeitsmarkt integriert werden. "Ja, es stimmt: Menschen mit Migrationshintergrund haben schlechtere Jobchancen in Deutschland. Jedoch nicht nur hierzulande, auch andere EU-Länder wie die Niederlande oder Belgien sind davon betroffen", sagt er.

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In ihren Studien zählt die OECD nur Menschen als Migranten, die im Ausland geboren sind. Als Kinder von Migranten gelten Personen, deren Eltern im Ausland geboren sind. Und wie hoch ist ihre Anzahl in Deutschland? "Bereits jetzt sind mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung Deutschlands im Ausland geboren – ein Anteil vergleichbar mit dem in den USA. Wenn die in Deutschland geborenen Kinder von Migranten hinzugerechnet werden, liegt der Anteil bei rund 18 Prozent. In absoluten Zahlen ist Deutschland nach den USA das OECD-Land mit den meisten im Ausland geborenen Personen", sagt Thomas Liebig.

Der Großteil dieser jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren hat schlechtere Jobchancen als ihre Altersgenossen deutscher Abstammung. Im Jahr 2007 beispielsweise lag die Arbeitslosenquote von Ausländern, also Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, mit 20,3 Prozent etwa doppelt so hoch wie die der Arbeitnehmer mit deutschem Pass (9,3 Prozent). Besonders schlecht ist die Lage der Jugendlichen ohne deutschen Pass. Überdurchschnittlich oft besuchen sie die Hauptschule, ein überdurchschnittlich hoher Anteil von ihnen bricht die Schule oder eine Ausbildung ab, auch stellen sie einen hohen Anteil unter den arbeitslosen Jugendlichen. So konnten von den 25 bis 34 Jahre alten Ausländern im Jahr 2007 insgesamt 39,4 Prozent keine Ausbildung nachweisen. Bei den Deutschen dieser Altersgruppe waren es nur 11,8 Prozent. Zu bemerken ist dabei: Das Gros dieser jungen Menschen ist in Deutschland geboren.

Zumindest die Zahl der Schulabbrecher ist zurückgegangen: Im Jahr 2005 brachen noch 17,5 Prozent der ausländischen Jugendlichen die Schule ab, 2007 waren es nur noch 16 Prozent.

Junge Erwachsene mit Migrationshintergrund sind besonders häufig im Handel oder verarbeitenden Gewerbe beschäftigt, einem deutlich geringeren Prozentsatz als den jungen Erwachsenen deutscher Abstammung gelingt eine akademische Karriere. Selbst wer einen Hochschulabschluss hat und sich auf einen hoch qualifizierten Job bewirbt, hat offenbar schlechtere Chancen. "Studien aus Frankreich belegen, dass Akademiker etwa drei bis viermal mehr Bewerbungen schreiben müssen, wenn sie einen ausländisch klingenden Namen haben", berichtet Liebig. Vergleichbare Untersuchungen für Deutschland gibt es nicht. Wohl aber Zahlen, die eine deutliche Segmentation des Arbeitsmarktes für Menschen deutscher Abstammung und Menschen ausländischer Abstammung untermauern.

Leser-Kommentare
    • gquell
    • 20.10.2009 um 10:55 Uhr

    In meinem Unternehmen hatten wir sehr gute Erfahrungen mit Ausländern gemacht. Ihr Engagement ist oft größer als das der Deutschen. Wir hatten mehr Ausländern als Deutsche beschäftigt und die multikulturelle Umgebung war sehr anregend. Wenn ich heute ein neues Unternehmen gründen müßte, würde ich bevorzugt Ausländer, Fraumen und Mitarbeiter ab 50 einstellen.

  1. Redaktion

    Lieber gquell, das klingt sehr erfreulich, was Sie berichten! Vielleicht setzt allmählich ein Paradigmenwechsel ein, immerhin sind Menschen mit ausländischem Hintergrund meist mehrerer Sprachen mächtig – und das bietet Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.

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    Ich befürchte sie haben seinen Witz nicht verstanden.

    Ich befürchte sie haben seinen Witz nicht verstanden.

  2. Ich befürchte sie haben seinen Witz nicht verstanden.

    Antwort auf "Paradigmenwechsel"
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    Redaktion

    ... vielleicht zeigt das ja, dass ich einfach nicht glauben kann, welche stereotpyen Einstellungen und Vorurteile in den Köpfen herrschen. Ständig wird die Integrationsdebatte nur als DEFIZIT-Debatte und Integrationsverweigerungsdebatte geführt. Und es stimmt nicht, dass ich in meinem Text negative Vorurteile durch positive ersetzte habe (Antwort auf Kommentar 12). Diese "Vorurteile" basieren auf den Erkenntnissen, welche sozialwissenschaftliche Studien hervorgebracht haben.
    Natürlich kennt jeder nur die Realität, die er erlebt - und das ist immer nur ein individueller Ausschnitt. Dennoch ist schon allein die Frage, wer "Ausländer" und wer "Einheimischer" ist, sehr viel komplexer. Sind junge Deutschtürken, deren Eltern schon einen deutschen Pass haben etwa Ausländer? Sind die Kinder einer Dänin und eines Deutschen Einheimische?

    Redaktion

    ... vielleicht zeigt das ja, dass ich einfach nicht glauben kann, welche stereotpyen Einstellungen und Vorurteile in den Köpfen herrschen. Ständig wird die Integrationsdebatte nur als DEFIZIT-Debatte und Integrationsverweigerungsdebatte geführt. Und es stimmt nicht, dass ich in meinem Text negative Vorurteile durch positive ersetzte habe (Antwort auf Kommentar 12). Diese "Vorurteile" basieren auf den Erkenntnissen, welche sozialwissenschaftliche Studien hervorgebracht haben.
    Natürlich kennt jeder nur die Realität, die er erlebt - und das ist immer nur ein individueller Ausschnitt. Dennoch ist schon allein die Frage, wer "Ausländer" und wer "Einheimischer" ist, sehr viel komplexer. Sind junge Deutschtürken, deren Eltern schon einen deutschen Pass haben etwa Ausländer? Sind die Kinder einer Dänin und eines Deutschen Einheimische?

  3. was soll den der artikel bitte aussagen? das ausländer wie immer diskriminiert werden von den bösen deutschen? zu dem beispiel LEHRER - wer lehrer werden will muss ein studium absolvieren, und dann bekommt zur zeit auch jeder einen referendiatsplatz, egal ob er öger, meyer oder kruzcowiz heißt. bei den meisten anderen jobs wird heutzutage bei den meisten konzernen ein assesment center zur auswahl der bewerber herangezogen, da wird auch nicht auf die nationalität geschaut. welche sprachen gesprochen werden ist natürlich schon wichtig, aber was soll man mit jemandem der kein englisch kann? türksich und portugisisch gleichen das nicht unbedingt aus. ansonsten kann man da so viel herumreden wie man will, ein unternehmer stellt am ende immer noch den ein den er für richtig hält, und das ist auch sein gutes recht. wer einen guten job haben will muss halt zusehen das er sich dafür qualifiziert. nur eine andere nationalität ist aber sicher kein einstellungsgrund!

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    Es ist schon manchmal putzig, wie jene, die wahrscheinlich garkeine Ausländer in ihrer Nachbarschaft haben, oder -außer ab und zu mal in der Dönderbude- keinerlei Berührung mit meinesgleichen haben, die lautesten Experten in Sachen Integration sind.

    Wie mache ich mich bis jetzt? Ist mein Deutsch akzeptabel, Master? Bin ich ein guter Türke, hm? Ok, dann mach ich mal weiter.

    Zitat Kairaba:
    "Bei den meisten anderen jobs wird heutzutage bei den meisten konzernen ein assesment center zur auswahl der bewerber herangezogen, da wird auch nicht auf die nationalität geschaut."

    Ähm, nicht, dass ich an Ihrer Allwissenheit zweifeln möchte, Master, aber woher wissen Sie, dass bei den "meisten" Unternehmen ein Assessment stattfindet und dass NICHT auf die Nationalität geachtet wird?

    Das klingt mir sehr nach mangelnder Selbstreflektion/-kritik und nach Subjektivität, wie sie in berüchtigten Stammtischen zutage kommt. Ich kenne sogar zufällig das Wort Opportunismus, unglaublich, oder?
    Opportunismus deswegen, weil Sie lange darauf gewartet haben, mal Dampf abzulassen und jetzt, wo die Büchse des Sarrazin bereits geöffnet wurde, können Sie auf den Zug der latenten Ressentiments aufspringen und Ihre Gesinnung endlich mal aussprechen. Und wenn man das ganze dann noch in der ZEIT tut, KANN man doch nichts Böses wollen, nicht wahr?

    Wie war das mit den Fremdsprachenkenntnissen? Der Türke kann nur Deutsch und Türkisch? Wieviele Sprachen kann denn der Einheimische und vor allem wie gut? Ich kenne unzählige, die in ihren Lebenslauf "Englisch FLIEßEND in Wort und Schrift angeben", aber sich de facto gerade mal zu einer Bestellung im Café stottern. Sie sollten also etwas zurückhaltender sein, wenn Sie sich im Glashaus befinden.
    Und was mich, den aufmüpfigen Türken angeht: Ich spreche neben PERFEKTEM Deutsch tatsächlich fließend Englisch UND Französisch in Wort und Schrift. Der Master kann mich gerne testen.
    Ach ja, Abitur und Studium habe ich auch und finde dennoch keinen Job, aber nein, es kann doch nicht daran liegen, dass ich einen ausländischen Namen habe. Diese ganze Studie ist gefaked und nur Propaganda von Integrationsromantikern!

    Es ist schon manchmal putzig, wie jene, die wahrscheinlich garkeine Ausländer in ihrer Nachbarschaft haben, oder -außer ab und zu mal in der Dönderbude- keinerlei Berührung mit meinesgleichen haben, die lautesten Experten in Sachen Integration sind.

    Wie mache ich mich bis jetzt? Ist mein Deutsch akzeptabel, Master? Bin ich ein guter Türke, hm? Ok, dann mach ich mal weiter.

    Zitat Kairaba:
    "Bei den meisten anderen jobs wird heutzutage bei den meisten konzernen ein assesment center zur auswahl der bewerber herangezogen, da wird auch nicht auf die nationalität geschaut."

    Ähm, nicht, dass ich an Ihrer Allwissenheit zweifeln möchte, Master, aber woher wissen Sie, dass bei den "meisten" Unternehmen ein Assessment stattfindet und dass NICHT auf die Nationalität geachtet wird?

    Das klingt mir sehr nach mangelnder Selbstreflektion/-kritik und nach Subjektivität, wie sie in berüchtigten Stammtischen zutage kommt. Ich kenne sogar zufällig das Wort Opportunismus, unglaublich, oder?
    Opportunismus deswegen, weil Sie lange darauf gewartet haben, mal Dampf abzulassen und jetzt, wo die Büchse des Sarrazin bereits geöffnet wurde, können Sie auf den Zug der latenten Ressentiments aufspringen und Ihre Gesinnung endlich mal aussprechen. Und wenn man das ganze dann noch in der ZEIT tut, KANN man doch nichts Böses wollen, nicht wahr?

    Wie war das mit den Fremdsprachenkenntnissen? Der Türke kann nur Deutsch und Türkisch? Wieviele Sprachen kann denn der Einheimische und vor allem wie gut? Ich kenne unzählige, die in ihren Lebenslauf "Englisch FLIEßEND in Wort und Schrift angeben", aber sich de facto gerade mal zu einer Bestellung im Café stottern. Sie sollten also etwas zurückhaltender sein, wenn Sie sich im Glashaus befinden.
    Und was mich, den aufmüpfigen Türken angeht: Ich spreche neben PERFEKTEM Deutsch tatsächlich fließend Englisch UND Französisch in Wort und Schrift. Der Master kann mich gerne testen.
    Ach ja, Abitur und Studium habe ich auch und finde dennoch keinen Job, aber nein, es kann doch nicht daran liegen, dass ich einen ausländischen Namen habe. Diese ganze Studie ist gefaked und nur Propaganda von Integrationsromantikern!

  4. Aber sicher werden Ausländer in Deutschland diskriminiert. In anderen Ländern auch. Sie werden es kaum glauben, aber in Österreich wird man gar als Deutscher und in Deutschland als Österreicher diskriminiert.

    Der unterschied ist das die Deutschen es meist erst meinen. Es gibt verschiedene Formen der Diskriminierung. Deutsche glauben in der Regel das sie was besseres sind und das lassen sie andere auch spüren. Fragen sie mal im Ausland wer z.B. die Unangenehmsten und zugleich (wegen des Geldes) willkommensten Urlauber sind? Richtig, in den meisten Fällen ist die Antwort "die Deutschen".

    Machen wir uns nichts vor. Deutschland ist ein großer Schrebergarten. Nur wer die Gesichtskontrolle bestanden hat darf sich an den Tisch setzen. Der Rest das bedienen.

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    aber sie haben bayern und hamburg vergessen ! liebe gruesse awt

    aber sie haben bayern und hamburg vergessen ! liebe gruesse awt

  5. ach so ist das. zu den urlaubern - zum image der deutschen im ausland habe ich bis jetzt komplett andere erfahrungen gemacht, aber andere europäer, amis, russen & co sind bestimmt alles ganz tolle menschen.

    "Machen wir uns nichts vor. Deutschland ist ein großer Schrebergarten. Nur wer die Gesichtskontrolle bestanden hat darf sich an den Tisch setzen. Der Rest das bedienen."

    wenn sie hier gesichtskontrolle ersetzten mit soft skillz, guten umgangsformen und ein wenig eigeninitiative (z.b. in der schule/studium) dann gebe ich ihnen durchaus recht ;-)

    • wll
    • 20.10.2009 um 12:37 Uhr
    7. Teil 1

    "In den öffentlichen Dienst – also Jobs in der Verwaltung, als Lehrer, Polizisten oder Richter – schaffen es Menschen mit Migrationshintergrund deutlich seltener als Menschen, deren Eltern in Deutschland geboren sind. Gerade einmal drei Prozent der 20- bis 29-Jährigen ausländischer Herkunft sind hier beschäftigt. Bei Altersgenossen deutscher Abstammung sind es zehn Prozent eines Jahrgangs."

    Wunderbar. Neben dem hier als Ursache unterstellten Rassismus gibt es noch mindestens zwei weitere mögliche Ursachen für diesen Unterschied:

    1. Migranten und Deutsche mit Migrationshintergrund werden lt. Kriminalstatistik häufiger straffällig. Vorstrafen machen aber eine Übernahme in den öffentlichen Dienst unmöglich.

    2. Es wird bei diesem Vergleich nicht darauf abgestellt, welcher Anteil der verglichenen Bevölkerungsgruppen jeweils die für die genannten Berufe erforderlichen Bildungsabschlüsse erwirbt. Wenn ein deutlich geringerer Anteil der Personen mit Migrationshintergrund ein Hochschulstudium erfolgreich abschliesst, dann ist natürlich auch die Quote der Richter und Staatsanwälte zwangsläufig geringer - beide Berufe setzen Abitur und ein absolviertes Jurastudium voraus.

    Es liegt aber an den Einwanderern selbst, diese Chancen auch zu ergreifen und zu nutzen. Integration ist zwangsläufig ein Prozess des Gebens und des Nehmens. Fällt eine der beiden Seiten aus oder ist nur unzureichend, ist dieser Prozess zum Scheitern verurteilt.

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    Und Assessmentcenter helfen da auch nur begrenzt. Es gibt genügend wissenschaftliche Studien, daß bei Auswahlverfahren die meisten Menschen unterbewusst gegen Bewerber mit Minderheiten-Hintergrund diskriminieren, selbst wenn sie keine _bewussten_ Vorurteile hegen. Aber schon das vorherige Lesen einer Ausgabe der BILD-Zeitung mit all ihren Klischees kann das Urteilsvermögen eines Menschen merkbar beeinflussen. Das ist ein Problem bei der Vorauswahl der Kandidaten, die für einen Besuch bein Assessmentcenter ausgewählt werden - und viele der Tests bei einem Assessmentcenter entscheiden nicht anonyme Multiple Choice-Fragen, sondern kurzfristige persönliche Eindrücke - wo solche unterbewussten Vorurteile auch eine Rolle spielen.

    Zu diesem Thema empfehle ich "A Mind of Its Own: How your brain distorts and deceives" von Cordelia Fife. Eine hochinteressante und beklemmende Lektüre, das die neusten wissenschaftlichen Studien darlegt, welche zeigen, wie unser Unterbewusstsein unseren angeblich ach so gesunden Menschenverstand beeinflusst. Ich denke, dasselbe Problem ist auch noch anderswo vorhanden - zum Beispiel wenn es um den Übertritt an die Gymnasien geht, bei dem auch massiv diskriminiert wird...

    Und Assessmentcenter helfen da auch nur begrenzt. Es gibt genügend wissenschaftliche Studien, daß bei Auswahlverfahren die meisten Menschen unterbewusst gegen Bewerber mit Minderheiten-Hintergrund diskriminieren, selbst wenn sie keine _bewussten_ Vorurteile hegen. Aber schon das vorherige Lesen einer Ausgabe der BILD-Zeitung mit all ihren Klischees kann das Urteilsvermögen eines Menschen merkbar beeinflussen. Das ist ein Problem bei der Vorauswahl der Kandidaten, die für einen Besuch bein Assessmentcenter ausgewählt werden - und viele der Tests bei einem Assessmentcenter entscheiden nicht anonyme Multiple Choice-Fragen, sondern kurzfristige persönliche Eindrücke - wo solche unterbewussten Vorurteile auch eine Rolle spielen.

    Zu diesem Thema empfehle ich "A Mind of Its Own: How your brain distorts and deceives" von Cordelia Fife. Eine hochinteressante und beklemmende Lektüre, das die neusten wissenschaftlichen Studien darlegt, welche zeigen, wie unser Unterbewusstsein unseren angeblich ach so gesunden Menschenverstand beeinflusst. Ich denke, dasselbe Problem ist auch noch anderswo vorhanden - zum Beispiel wenn es um den Übertritt an die Gymnasien geht, bei dem auch massiv diskriminiert wird...

    • wll
    • 20.10.2009 um 12:37 Uhr
    8. Teil 2

    Man muss sich natürlich zwangsläufig bei beiden Punkten mit deren Ursachen Beschäftigen. Diese allerdings stereotyp bei der deutschen Gesellschaft zu suchen, wie es der Artikel implizit tut, greift IMHO zu kurz. Die Gesellschaft als solche kann nur Integrations- und Berufschancen bieten. Sie muss dies auch, um Einwanderer und ihre Kinder nicht dauerhaft zu perspektivlosen Randfiguren zu degradieren.

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