Partnersuche Dating für Berufstätige

Sie sind Single, berufstätig und haben wenig Zeit: Ein 30-tägiger Selbstversuch, wie man einen Partner im Internet findet

Erkennungszeichen rote Rose: Viele berufstätige Singles versuchen den Partner fürs Leben im Internet zu finden. Das erste Treffen im realen Leben kann jedoch ernüchternd sein

Erkennungszeichen rote Rose: Viele berufstätige Singles versuchen den Partner fürs Leben im Internet zu finden. Das erste Treffen im realen Leben kann jedoch ernüchternd sein

Diana Fröhlich hat einen Monat lang eine Online-Partnerbörse getestet. Ihr Fazit heißt Peter.

Tag 1: Nein, ich rauche nicht. Ja, ich mache Sport. Und ich fühle mich in meinen eigenen vier Wänden sehr wohl. Der Fragebogen ist endlich ausgefüllt, mein Profil komplett, mit Foto. Einen Monat lang kann ich nun bei einer Online-Partnervermittler auf die Suche nach männlichen Singles gehen. Ab heute bin ich Chiffre PSHYLBVD. Ob ich als Frau die Initiative ergreifen muss?

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Tag 3: Mein Postfach zeigt mir an: Neun ungelesene Nachrichten. So viele? Jetzt werde ich neugierig. Holger, 31, Maschinenbauer aus Köln, will mich kennen lernen, dann noch Stefan, 35, geschieden, aus Dortmund. Die Profile sind vielversprechend, die Fotos auch. Online flirten ist ab jetzt meine liebste Beschäftigung: Nach der Arbeit schaue ich als Erstes hier vorbei, danach eigentlich jede Stunde. Und vor dem Schlafengehen noch mal.

Tag 4: Der Fernseher läuft, das Bier ist kalt und die Chips stehen griffbereit. Virtuell flirten ist gar nicht so schlecht. Und sehr bequem. Ich schreibe den ganzen Abend lang nette Mails mit Menschen, die ich noch nie im Leben gesehen habe. Der Vorteil: Es sieht mich ja keiner.

Tag 7: Die erste Woche ist vorbei. So langsam trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich verabschiede mich jetzt von den uninteressanten Kontakten. Doch bei drei Christians, vier Juristen und diversen Ingenieuren verliere ich fast den Überblick. Hilfe! Ob ich mir eine Excel-Tabelle anlegen soll? Oder vielleicht in ein Word-Dokument Stichworte zu den einzelnen Kandidaten schreibe? Ich lasse es. Klingt zu sehr nach Büro und damit meinem Job.

Tag 9: Seit zwei Tagen ist Alex, 35, Bauingenieur aus Aachen, mein neuer Favorit. Wir mailen den ganzen Abend – mein Postfach ist voll.

Tag 13: Alex und ich treffen uns im realen Leben. Doch schon beim Anblick seines Outfits weiß ich, dass das hier nichts wird. Schuld ist sein bunt kariertes Hemd, rot-blau-weiß. Am liebsten wäre ich gleich wieder nach Hause gefahren, aber so unfair bin ich nicht. Doch zwei Stunden und zwei Weißweinschorlen später bin ich, ernüchtert, wieder zu Hause.

Tag 14: Ich habe ein Déjà-vu. Ein Arzt aus Münster will mich plötzlich kennenlernen. Doch sowohl Profil als auch Foto kommen mir irgendwie bekannt vor. Es ist Fabian, der mir letzte Woche ein automatisches "Mach's gut" geschickt hat. Angeblich sei ihm die Distanz zu weit. Ich schätze, der hat auch keine Excel-Tabelle

Tag 16: Es ist passiert, was ich schon viel früher erwartet hatte. Timo, 33, Rechtsanwalt, findet mein Profil interessant – und will mich direkt treffen. Denn für "langen Mailverkehr" hat er berufsbedingt keine Zeit. Ich ignoriere die Mail und fühle mich in meinem Vorurteil bestätigt, dass Männer im Internet alles suchen, nur keine ernsthafte Beziehung.

Tag 18: Ich bin zum Detektiv geworden. Jeder Vorname, jede Jobbezeichnung, die ersten beiden Ziffern der Postleitzahl: Ich nehme jeden Hinweis auf die Identität einzelner "Bewerber" dankend an und recherchiere in sozialen Netzwerken. Meistens habe ich schon die ersten Fotos der Kandidaten gesehen, bevor die wissen, wie ich heiße. Das macht Spaß. Und meine Erfolgsquote liegt bei fast 100 Prozent.

Tag 19: Endlich mal was Neues. Ein Lehrer! Die Auswahl an den angeblich zu mir passenden Männern war bis heute immer die gleiche: Wirtschaftsinformatiker, Ingenieure, Juristen. Doch wäre ich mal besser dabei geblieben! Der Lehrer aus Duisburg findet Flohmärkte voll spannend. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als Samstagmorgen den Trödel anderer Leute zu begutachten. Da habe ich mich zu früh gefreut.

Tag 25: Ich habe mich entschieden, mein Profil noch mal aufzupeppen. Bei meinen Hobbys steht ab jetzt Snowboarden. Das ist ohnehin viel cooler als Ski fahren. Mal sehen, ob mir die Partnerbörse jetzt die passenden Partnervorschläge macht

Tag 27: Volltreffer. Die Boarder haben mein Profil besucht. Gleich drei Kontaktanfragen von Männern, die Österreich und die Schweiz nur im Winter bereisen. Besonders Peter gefällt mir. Vielleicht wird es ja noch was – auf meine letzten Tage hier.

Tag 30: So, das war's. Mein Account läuft heute aus, ich verabschiede mich ein bisschen wehmütig von PSHYLBVD. Meine letzte Post schicke ich an Peter, er braucht noch meine private E-Mail-Adresse. Virtuell flirten hat Spaß gemacht, wenn man es nicht zu ernst nimmt.

Leser-Kommentare
  1. oder glaubt manch einer vielleicht wirklich, man findet den Traum so mit allen Attributen ganz schnell im Internet? Wie im Katalog ankreuzen und dann matcht es so richtig kräftig? Von diesen Highlights ist mindestens einer dabei? Man/frau braucht schon wirklich klare Vorstellungen und den üblichen Riecher, wie sonst auch, um den Lebensabschnittpartner oder gar den fürs ganze Leben zu finden. Mit ein bisschen Arbeit ist das doch zu haben... man braucht keinen Familienrat, keine Standesämter, Scheidungsgerichte, Liebe ist auch so zu haben und ist sie vorbei, gibt es neue Partner. Selbst wenn man Kinder (bekommen) hat. Freundschaften müssen nicht zerbrechen, außerdem ist das Recht allen Eltern auf der Spur. http://viereggtext.blogsp...

  2. Eine wirklich fundierte Aussage in einer Online-Publikation. Ich kann also im Rückschluss folgern, die redaktionellen Inhalte der Zeit stehen in Qualität und natürlich auch erforderlicher Arbeit signifikant hinter den Artikeln der Print-Ausgabe?

    Gut zu wissen liebe Zeit-Online-Team ;)

  3. Liebe Frau Fröhlich,

    für Sie gibt es nichts Schlimmeres, als Samstagmorgen den Trödel anderer Leute zu begutachten? Und nur deshalb haben Sie sich zu früh gefreut? Whow... Bleibt zu hoffen dass die kontaktierten Männer genauso oberflächlich unterwegs waren!

    • xpeten
    • 12.01.2010 um 16:31 Uhr

    Weiß nicht, ob es solcher "Recherchen" wirklich bedarf, kennt nicht jeder Leute mit persönlicher Erfahrung?
    Nur ein fake mehr. Mein Tip: Bier und Chipstüte mit ins Portrait, und schon ist Ruhe im Postfach.

  4. Das kann auch sehr gut funktionieren. Bin seit 5 Jahren verheiratet.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • feed3r
    • 12.01.2010 um 20:22 Uhr

    @dborrmann - Welches Forum war das denn, wenn man fragen darf?

    • feed3r
    • 12.01.2010 um 20:22 Uhr

    @dborrmann - Welches Forum war das denn, wenn man fragen darf?

  5. Liebe Single-Frauen!

    Gerade Online-Börsen sind nicht von Vorteil, wenn Ihr einen Partner sucht.

    Wieso?

    Die Software gleicht Gemeinsamkeiten ab, ... zu dumm nur, dass Ihr diese Eigenschaften erst mittel- oder langfristig in einer Beziehung zu schätzen wisst. Gemeinsamkeiten, das sind die Qualitäten eines Ehemanns, nicht eines Flirts.

    Wenn Ihr ehrlich seit, müsst Ihr zugeben, dass Ihr den Kerl zunächst mal (abgesehen von seinen Äußerlichkeiten) in seiner Interaktion mit Anderen beobachtet. Ist Er jemand der sich, ohne gewaltätig zu werden, durchsetzen kann? Wie verhält er sich in der zwischenmenschlichen "Matrix"? Da kommt der Funke her, den Ihr sucht. Eine Online-Börse kann das nicht vermitteln.

    Die Software kann sehr wohl jemanden finden, der wunderbar zu euch passen, aber Ihr fühlt zunächst nichts und merkt nicht das es der Richtige ist.

    Nehmt euch die Zeit, versucht es doch einfach mal im Cafe um die Ecke:-) Sonst landet Ihr noch in den "Zeit"-Kontaktanzeigen: Alles erreicht, mitte 50, und einsam.

    • feed3r
    • 12.01.2010 um 20:22 Uhr

    @dborrmann - Welches Forum war das denn, wenn man fragen darf?

  6. Bis auf wenige Ausnahmen - Alles Scam! Aber wenigstens hat mal jemand erkannt, dass ohne Knete in den Börsen nix läuft. Kompliment.

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