Zimmermädchen "Etwas besser als das Arbeitslosengeld"

130 Arbeitslose schlug das Jobcenter einer Berliner Reinigungsfirma vor. Jana Reyes griff als Einzige zu. Über ihren Job und die Suche danach spricht sie im Interview.

Frage: Frau Reyes, Sie arbeiten jetzt bei einer Reinigungsfirma. Wie waren die ersten Wochen?

Jana Reyes: Die waren anstrengend. Ich hatte schon Muskelkater, aber das wurde uns von vornherein gesagt. Ansonsten ist es super, ich habe es gut überstanden.

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Frage: Was genau machen Sie bei der Firma?

Reyes: Ich bin Zimmermädchen.

Frage: Wie viele Zimmer schaffen Sie in der Stunde?

Reyes: In einer Stunde sollen wir drei bis vier Zimmer machen. Am Anfang ist das eine Umstellung, aber man kann es schaffen.

Frage: Haben Sie eine Vollzeitstelle?

Reyes: In meinem Vertrag stehen 20 Stunden, maximal kann ich 40 arbeiten. Bisher war immer genug Arbeit da.

Frage: Viele in Ihrer Branche klagen über die unregelmäßigen Arbeitszeiten.

Reyes: Ich finde das nicht so schlimm. Es ist ganz praktisch, dass wir auch am Wochenende arbeiten und dann unter der Woche frei haben. Ich bin zwar alleinerziehend, aber meine Tochter ist jetzt 18, das ist kein Problem.

Leser-Kommentare
    • Chali
    • 09.03.2010 um 13:42 Uhr

    ... für die Bevormunder von der SPD:
    "Ich muss mich nicht mehr ständig beim Amt melden und bin mein eigener Mensch."

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    Ist wahrscheinlich mein persönliches Vorurteil, aber im Akkord hinter anderen Leuten hinterherzuputzen weicht von meiner Vorstellung von Autonomie etwas ab. Irgendetwas sollte dieses "Interview" wahrscheinlich...Tante Guido freut sich jedenfalls sicherlich. Hach, RTL II oder Autos anzünden: mehr Optionen hat die Unterschicht sonst ja nicht.

    Ist wahrscheinlich mein persönliches Vorurteil, aber im Akkord hinter anderen Leuten hinterherzuputzen weicht von meiner Vorstellung von Autonomie etwas ab. Irgendetwas sollte dieses "Interview" wahrscheinlich...Tante Guido freut sich jedenfalls sicherlich. Hach, RTL II oder Autos anzünden: mehr Optionen hat die Unterschicht sonst ja nicht.

  1. Ist wahrscheinlich mein persönliches Vorurteil, aber im Akkord hinter anderen Leuten hinterherzuputzen weicht von meiner Vorstellung von Autonomie etwas ab. Irgendetwas sollte dieses "Interview" wahrscheinlich...Tante Guido freut sich jedenfalls sicherlich. Hach, RTL II oder Autos anzünden: mehr Optionen hat die Unterschicht sonst ja nicht.

  2. als Tante zu bezeichnen! - So nah ist die Verwandtschaft nicht :)

    • exi2
    • 09.03.2010 um 18:12 Uhr

    Für 200€ über Hartzmurks wird der Chef der Reinigungsfirma nicht einmal den Hörer abheben, der ihm Aufträge bringen könnte.
    Mit 1€-Job käme Frau Reyes, nach Abzug der Fahrkarte, auf 100€ über Hartzmurks. So betrachtet kann man nicht verstehen, warum Fr. R. dabei mitmacht. Vernünftig wäre es zusammen mit Kollegen so lange zu streiken, bis sie wenigsten 500€ über Hartzmurks bekommt.

    • Puqio
    • 09.03.2010 um 22:51 Uhr
    5. Putzen

    Putzen ist eine durchaus ehrenwerte und gute, aber keine hochqualifizierte Arbeit, die deutlich über normal bezahlt werden kann.
    Das ist das Dilemma.
    Und so gibt es viele Tätigkeiten, die einfach nicht höher bezahlt werden können und sollten.

    Jetzt können wir entweder mir Hartzer 4 runter oder sonst wohin.
    Aber jedem Hilfsarbeiter ein Direktorengehalt zu geben kann ja wohl nicht die Lösung sein.

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    • exi2
    • 09.03.2010 um 23:24 Uhr

    Putzen ist ehrenwert und körperlch anstrengend. Zumal Fr. R. ja auch noch im akkord Arbeiten muß.
    Bei der Bestimmung des Wertes der Arbeit sollten wir uns auf den Freien Markt verlassen. Erstmal liegen lassen, evtl. die Chefs selbst arbeiten lassen und dann wird sich ein Preis einpendeln.
    Sagen wir es mal ganz pausch: Arbeit die es nicht wert ist korrekt entlohnt zu werden, die ist es nicht wert ausgeführt zu werden!

    • exi2
    • 09.03.2010 um 23:24 Uhr

    Putzen ist ehrenwert und körperlch anstrengend. Zumal Fr. R. ja auch noch im akkord Arbeiten muß.
    Bei der Bestimmung des Wertes der Arbeit sollten wir uns auf den Freien Markt verlassen. Erstmal liegen lassen, evtl. die Chefs selbst arbeiten lassen und dann wird sich ein Preis einpendeln.
    Sagen wir es mal ganz pausch: Arbeit die es nicht wert ist korrekt entlohnt zu werden, die ist es nicht wert ausgeführt zu werden!

    • exi2
    • 09.03.2010 um 23:24 Uhr

    Putzen ist ehrenwert und körperlch anstrengend. Zumal Fr. R. ja auch noch im akkord Arbeiten muß.
    Bei der Bestimmung des Wertes der Arbeit sollten wir uns auf den Freien Markt verlassen. Erstmal liegen lassen, evtl. die Chefs selbst arbeiten lassen und dann wird sich ein Preis einpendeln.
    Sagen wir es mal ganz pausch: Arbeit die es nicht wert ist korrekt entlohnt zu werden, die ist es nicht wert ausgeführt zu werden!

    Antwort auf "Putzen"
  3. Es ist traurig, daß -Die Zeit- solche idiotischen
    Kommentare veröffentlicht.
    exi2, ich hoffe Sie werden mal in ihrem Leben auch arbeiten lernen, ohne ein Direktorengehalt zubekommen.
    Armer Wicht!!!!

    Raufbold

    • Reisel
    • 10.03.2010 um 12:26 Uhr

    ...der Stundenlohn ist das Problem, sondern die Arbeitsbedingungen sind es.
    Die Dame spricht davon, in einer Stunde drei bis vier Zimmer zu reinigen. Das scheint mir doch ein bischen sehr viel oder die Arbeit wird nicht akkurat genug ausgeführt.
    Hier zeit sich aber das Problem. Es handelt sich um einen Akkordlohn. Bezahlt wird nur pro Zimmer. Wartezeiten (Gast noch drin) oder längere Zeit (besondere Verschmutzung) werden nicht entlohnt. Transfer zu anderen Objekten wird nicht entlohnt. Bereitschaft wird nicht entlohnt.
    Besonders perfide finde ich, dass nur die Hälfte der Arbeitszeit vertraglich geregelt ist. Dann sollte die Dame nicht krank werden. Dann werden voraussichtlich nur die 20 Stunden als Lohnfortzahlung geleistet. Dagegen könnte sie klagen, ebenso gegen die Akkordbezahlung. Macht sie es? Vermutlich nicht.
    Die Reinigungsbranche hat ein besonders schlechtes Image und dies auch zurecht.
    Es ist für mich auch nicht einsehbar, warum große Hotels Reinigungskräfte nicht selbst beschäftigen können und stattdessen ausbeuterische Dienstleister beauftragen. Teuer genug sind die Zimmer ja und die Mehrwertsteuer ist doch auch gesenkt worden, oder?

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